{"id":3214,"date":"2018-04-30T11:16:23","date_gmt":"2018-04-30T09:16:23","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=3214"},"modified":"2018-04-30T12:17:41","modified_gmt":"2018-04-30T10:17:41","slug":"wildschweine-alarmstufe-rot-bei-der-kreisjaegerschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2018\/04\/30\/wildschweine-alarmstufe-rot-bei-der-kreisjaegerschaft\/","title":{"rendered":"Wildschweine: Alarmstufe rot bei der Kreisj\u00e4gerschaft"},"content":{"rendered":"<p><strong>M\u00f6lln (pm).<\/strong> Die gewaltige Zahl von 5.596 Wildschweinen wurde im abgelaufenen Jagdjahr im Kreis Herzogtum Lauenburg gestreckt. Das ist etwa ein Drittel der gesamten Strecke des Landes Schleswig-Holstein \u2013 und das auf nur 7,9 Prozent der Landesjagdfl\u00e4che! Vor dem, Hintergrund dieser hohen Populationsdichte und der immer weiter aus den \u00f6stlichen Nachbarl\u00e4ndern vorr\u00fcckenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) hatte die Kreisj\u00e4gerschaft zu ihrer Jahreshauptversammlung zwei ausgewiesene Experten geladen: den Wildbiologen Niels Hahn und Dr. Bernhard Kaufhold, Veterin\u00e4r in der Kreisverwaltung. Rund 200 J\u00e4gerinnen und J\u00e4ger h\u00f6rten sich deren Ausf\u00fchrungen aufmerksam an.<\/p>\n<p>Laut Niels Hahn herrsche \u201eAlarmstufe rot\u201c, weil zu den schon l\u00e4nger auftretenden Wildschwein-Problemen wie Wildsch\u00e4den und Verkehrsunf\u00e4lle nun die Seuchengefahr extrem angestiegen sei. Ein Ausbruch der ASP h\u00e4tte enorme wirtschaftliche Auswirkungen, insbesondere auf die Hausschweinbest\u00e4nde, aber auch auf benachbarte Sektoren wie. Fleischverarbeitungs- und Futtermittelbetriebe und nicht zuletzt auf die Wildschweinpopulation (Tierleid) und die Jagd selbst. Eine Bek\u00e4mpfung in den Schweinest\u00e4llen sei zwar vergleichsweise einfach, aber in einer Wildschweinpopulation langwierig und schwierig. Hinzu kommt, dass kein Impfstoff in Sicht sei, obwohl die Forschung daran schon seit Jahren erfolgt.<\/p>\n<p>Deshalb gelte es, pr\u00e4ventiv das Risiko eines Seuchenausbruchs zu minimieren, wobei alle Akteure zusammenarbeiten m\u00fcssten. M\u00f6gliche F\u00e4lle m\u00fcssen fr\u00fch erkannt werden, Stichwort: Fallwilduntersuchung, damit zeitnah im Ausbruchsfall Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen ergriffen werden k\u00f6nnen. Alle M\u00f6glichkeiten der Biosicherheit im Personen- und Warenverkehr und der Hygiene bei der Jagd und in der Landwirtschaft sind zu ergreifen. Wesentlich ist aber vor allem eine deutliche Reduktion der Zahl der Wildschweine. Der Fachmann nannte Beispiele von Ma\u00dfnahmen aus anderen Bundesl\u00e4ndern, mit denen die J\u00e4ger bei der Reduktion der Wildschweinbest\u00e4nde unterst\u00fctzt werden. Dazu z\u00e4hlen unter anderem die ganzj\u00e4hrige Jagdzeit<br \/>\nauf Schwarzwild, die Installation von Fangeinrichtungen, die Erlaubnis, spezielle Nachtsichtvorsatzger\u00e4te und k\u00fcnstliche Lichtquellen einzusetzen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem pl\u00e4dierte der Diplom-Forstwirt daf\u00fcr, die Bejagung viel st\u00e4rker am Reproduktionspotenzial der Tiere auszurichten und als Konsequenz vermehrt Bachen, die weiblichen Tiere und Frischlinge zu bejagen. Der Bachenabschuss m\u00fcsse \u201eentkriminalisiert\u201c werden. Das fange zuerst in den K\u00f6pfen der J\u00e4ger an. Es gehe nicht darum, Muttertiere von milchabh\u00e4ngigen Frischlingen wegzuschie\u00dfen. Aber sobald die Frischlinge nicht mehr zwingend auf die Bache angewiesen sind, m\u00fcsse verst\u00e4rkt zus\u00e4tzlich auch diese soziale Klasse des Schwarzwildes bejagt werden, denn die jagdlichen Bem\u00fchungen zeigten bislang keine Trendumkehr der Bestandsentwicklung. Die steigenden Jagdstrecken seien ein klarer Indikator f\u00fcr die hohe und weiter steigende Schwarzwildpopulation.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3218\" aria-describedby=\"caption-attachment-3218\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3218\" src=\"https:\/\/2021.herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/KJSLauenburgBl\u00e4ser.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"548\" srcset=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/KJSLauenburgBl\u00e4ser.jpg 1000w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/KJSLauenburgBl\u00e4ser-300x164.jpg 300w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/KJSLauenburgBl\u00e4ser-768x421.jpg 768w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/KJSLauenburgBl\u00e4ser-696x381.jpg 696w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/KJSLauenburgBl\u00e4ser-766x420.jpg 766w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3218\" class=\"wp-caption-text\">Deutliche Signale: Traditionell verbliesen die Jagdhornbl\u00e4ser die Strecke. Foto: hfr<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wildbiologe Hahn brach auch eine Lanze f\u00fcr die \u201eSauf\u00e4nge\u201c, die Jagd mit der Lebendfalle: \u201eDas ist eine tierschutzgerechte Jagdmethode, der die Traditionspflege der J\u00e4ger nicht im Wege\u00a0 stehen sollte.\u201c Da die Wildschweine bei uns \u00fcberwiegend nachtaktiv sind und oft an der Kirrung oder der Schadensfl\u00e4che in der Nacht bejagt werden, kann die Nutzung von Nachtzielvorsatzger\u00e4ten diese Jagdmethode sicherer, effizienter und effektiver machen. Wildschweine kennen keine Jagdreviergrenzen. Daher pl\u00e4dierte Hahn sehr daf\u00fcr, bei Bewegungsjagden das jagdliche \u201eRevierdenken\u201c hintenan zu stellen. Kluge Lasten-Nutzen-Verteilungen bei Planungen und Durchf\u00fchrungen solcher Bewegungsjagden k\u00f6nnen dazu beitragen, die Schwarzwildstrecke weiter zu steigern.<\/p>\n<p>Kreisveterin\u00e4r Dr. Bernhard Kaufhold ermutigte die J\u00e4ger, in ihrem Bem\u00fchen das Schwarzwild st\u00e4rker zu reduzieren, nicht nachzulassen. Seine Beh\u00f6rde besch\u00e4ftige sich intensiv mit den Gefahren der ASP und pr\u00e4ventiven Ma\u00dfnahmen. Dabei gehe es auch um Wissensvermittlung an die J\u00e4ger, denn die Situation sei ernst. Die ASP k\u00f6nne jederzeit bei uns im Kreis \u201eaufschlagen\u201c, wie der aktuelle Seuchenausbruch in Ungarn belege. Das Szenario im Falle eines Ausbruchs werde demn\u00e4chst im Kreis Herzogtum Lauenburg ganz konkret ge\u00fcbt. Bei der geplanten Tierseuchen\u00fcbung sollten unter anderem im Gel\u00e4nde versteckte Wildschwein-K\u00f6rper gefunden und entsprechend der hygienischen Richtlinien fachgerecht geborgen und in Konfiskatsammelstellen entsorgt werden.<\/p>\n<p>Vor dem fachspezifischen Teil standen weitere Punkte auf der Jahreshauptversammlung an. Die<br \/>\nVorsitzenden Andreas-Peter Ehlers und Bernd Karsten freuten sich \u00fcber einen neuen Mitgliederrekord: 1.218 geh\u00f6ren aktuell der Kreisj\u00e4gerschaft an. Gute Nachricht auch aus dem Nachwuchs-Bereich: 22 Jungj\u00e4ger bereiten sich derzeit auf die Pr\u00fcfung vor.<\/p>\n<p>Reibungslos gingen die Wahlen der Obleute ab, weil viele Mitglieder ohne zu z\u00f6gern anpacken, wenn es um Engagement f\u00fcr die Gemeinschaft geht. So waren neu zu besetzende Posten \u00fcberhaupt kein Problem: Thomas Wollner folgte Lars Krieger auf dem Posten des Obmanns f\u00fcr das\u00a0 agdgebrauchshundewesen. Er hat beste Voraussetzungen, denn seit Jahren f\u00fchrt er nicht nur Hunde, sondern sammelt auch in einem Teckel-Club stets neue Erfahrungen. J\u00fcrgen St\u00fcting \u00fcbernahm von Sebastian Seeliger die Aufgaben des Schie\u00dfobmannes. Und Magdalena Hadenfeldt k\u00fcmmert sich nun um die \u201eJungen J\u00e4ger\u201c.<\/p>\n<p>In Hinblick auf die Stecken des Vorjahres stellte Kreisj\u00e4germeister Dr. Ulrich Schubert einige Besonderheiten fest. Beim Rehwild hat es einen starken R\u00fcckgang bei der Anzahl der St\u00fccke gegeben von 5.391 auf 4.691. Mit 408 statt im Vorjahr 575 Tieren sank auch die Zahl beim Rotwild, ebenso wie beim Damwild (236\/255). Ein Plus hingegen ergab sich bei den Kleinr\u00e4ubern: Vom Dachs wurden mit 264 rund 70 Tiere mehr gestreckt als im Jahresvergleich und bei den Waschb\u00e4ren ist das Verh\u00e4ltnis 118 zu 66.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6lln (pm). 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