{"id":31352,"date":"2021-08-03T10:25:20","date_gmt":"2021-08-03T08:25:20","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=31352"},"modified":"2021-08-03T10:25:20","modified_gmt":"2021-08-03T08:25:20","slug":"wenn-der-kick-durchs-klicken-kommt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2021\/08\/03\/wenn-der-kick-durchs-klicken-kommt\/","title":{"rendered":"Wenn der Kick durchs Klicken kommt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> Sie sitzen oder liegen, wenn sie wischen und klicken. Nahezu alle Zw\u00f6lf- bis 25-J\u00e4hrigen nutzen t\u00e4glich in ihrer Freizeit das Smartphone, Tablet oder den Computer. Im realen Leben Freunde treffen, reden, miteinander spielen ist durch Corona auch im Kreis Herzogtum Lauenburg noch schwieriger bis unm\u00f6glich geworden. Fluch und Segen der Technik liegen hier dicht beieinander: Auch wenn die Technik es m\u00f6glich macht, sich in Coronazeiten zumindest digital mit seinen Freunden auszutauschen, fehlt andererseits durch den st\u00e4ndigen digitalen Medienkonsum ausreichend Bewegung und reale Kommunikation. \u201eEs ist normal, wenn Kinder und Jugendliche auch mal ausschweifend im Netz surfen, spielen oder chatten\u201c, sagt AOK-Serviceregionsleiter Reinhard Wunsch, \u201ewenn die intensive Nutzung auch nach Monaten nicht wieder abnimmt und den Tag bestimmt, sollten Eltern unbedingt handeln.\u201c<\/p>\n<p>Medien- und Internetabh\u00e4ngigkeit ist quasi die Droge der Zukunft. Immer mehr Kinder und Jugendliche nutzen digitale Medien mehr als ihnen guttut. Aus der Studie zur Drogenaffinit\u00e4t von Kindern und Jugendlichen im Alter von zw\u00f6lf bis 25 Jahren der Bundeszentrale f\u00fcr gesundheitliche Aufkl\u00e4rung (BZgA) vom Dezember 2020 geht hervor, dass nahezu alle der rund 7.000 Befragten Computerspiele und\/oder das Internet t\u00e4glich nutzten. Kommunikation und Unterhaltung stehen hier im Vordergrund des Technikeinsatzes. In der Woche kommen so mehr als 24 Stunden vor dem Bildschirm oder Display zusammen \u2013 zus\u00e4tzlich zur Nutzung f\u00fcr Schule, Studium oder Arbeit. Jeder dritte Jugendliche zwischen zw\u00f6lf und 17 Jahren nutzte Computerspiele und Internet im Jahr 2019. Problematisch: 8,6 Prozent hatten eine Computerspiel- und internetbezogene St\u00f6rung. Auch wenn die Digitalisierung gerade in Zeiten einer Pandemie insgesamt wertvoll ist, m\u00fcssen junge Menschen auch mal \u201eoffline\u2018 sein. Die empfohlenen Obergrenzen f\u00fcr Jugendliche ab zehn Jahren sind zehn Minuten Medienzeit pro Lebensjahr pro Tag oder eine Stunde pro Lebensjahr pro Woche. Allein die Nutzungsdauer macht aber noch keine Mediensucht aus. Hierf\u00fcr m\u00fcssen noch weitere Warnzeichen hinzukommen. Ein \u00fcbersteigerter Medienkonsum und Computerspielabh\u00e4ngigkeit wird den Verhaltenss\u00fcchten zugerechnet. Wie bei einer Alkohol-, Tabak- oder Drogenabh\u00e4ngigkeit wird mit dem jeweiligen Verhalten das Belohnungssystem aktiviert und die Betroffenen m\u00f6chten sich immer wieder mit diesem Kick belohnen. Dabei verlieren sie die Kontrolle \u00fcber ihr Verhalten, vernachl\u00e4ssigen andere Interessen und ignorieren gesundheitliche Beeintr\u00e4chtigungen. F\u00fcr die Kinder und Jugendlichen wird der Computer dann wichtiger als Freunde, Eltern, Hobbys oder Schule. Sie k\u00f6nnen sich nicht mehr gut konzentrieren, der R\u00fccken tut weh, sie f\u00fchlen sich m\u00fcde und nicht mehr so fit.<\/p>\n<p>\u201eDas kann so weit gehen, dass diese Kinder den Herausforderungen der realen Welt kaum noch gewachsen sind und sich von ihrer Umgebung regelrecht entfremden&#8220;, so Wunsch. Auch das sagt die BZgA-Studie aus: Die Verwendung des Computers oder Smartphones ist insgesamt seit 2015 gestiegen und leider auch die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die einen problematischen Gebrauch von Internet und Computerspielen zeigen. Da die Befragung vor der Corona-Pandemie durchgef\u00fchrt wurde, sind deren Auswirkungen in den Ergebnissen noch nicht enthalten. Forscher gehen davon aus, dass diese Zahlen weiter in die H\u00f6he gegangen sind.<\/p>\n<p>Laut einer aktuellen Umfrage des Deutschen Kinderhilfswerkes sehen fast alle Kinder, Jugendlichen sowie Erwachsenen, die Familien und Eltern in der Verantwortung, um Mediensucht entgegenzuwirken. Das elterliche Vorbild ist wichtig, somit ein guter Anlass, das eigene Medienverhalten zu \u00fcberdenken.<\/p>\n<p>Eltern sollten auf jeden Fall versuchen, mit ihrem Kind dar\u00fcber zu sprechen und fragen, warum es so lange online ist. Experten empfehlen, m\u00f6glichst nicht sofort zu bewerten, sondern wirklich neugierig auf die Erkl\u00e4rungen ihres Kindes zu sein. Dabei ist es wichtig, Druck rauszunehmen, um den Konflikt zu entsch\u00e4rfen. Gleichzeitig sollten Eltern auch Grenzen setzen, indem sie Regeln zur Mediennutzung festlegen &#8211; am besten schriftlich in einem Mediennutzungsvertrag, den Eltern und Kind unterschreiben.<\/p>\n<p>Betroffene Eltern k\u00f6nnen sich auch an eine Erziehungsberatungsstelle wenden. Dort kann zun\u00e4chst gekl\u00e4rt werden, ob der Verdacht auf eine Mediensucht berechtigt ist oder nicht. Hilfreiche Informationen gibt es im Internet unter <a href=\"http:\/\/www.aok.de\/nw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.aok.de\/nw<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). Sie sitzen oder liegen, wenn sie wischen und klicken. Nahezu alle Zw\u00f6lf- bis 25-J\u00e4hrigen nutzen t\u00e4glich in ihrer Freizeit das Smartphone, Tablet oder den Computer. Im realen Leben Freunde treffen, reden, miteinander spielen ist durch Corona auch im Kreis Herzogtum Lauenburg noch schwieriger bis unm\u00f6glich geworden. 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