{"id":31215,"date":"2021-07-26T12:01:48","date_gmt":"2021-07-26T10:01:48","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=31215"},"modified":"2021-07-26T12:01:48","modified_gmt":"2021-07-26T10:01:48","slug":"ngg-kritisiert-lohn-kluft-zwischen-frauen-und-maennern-im-herzogtum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2021\/07\/26\/ngg-kritisiert-lohn-kluft-zwischen-frauen-und-maennern-im-herzogtum\/","title":{"rendered":"NGG kritisiert Lohn-Kluft zwischen Frauen und M\u00e4nnern im Herzogtum"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> Sie haben genauso lange Arbeitszeiten, sind beim Einkommen aber klar im Nachteil: Im Kreis Herzogtum Lauenburg verdienen Frauen, die eine Vollzeitstelle haben, aktuell rund 320\u00a0Euro und damit zehn\u00a0Prozent weniger als ihre m\u00e4nnlichen Kollegen. Darauf macht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten aufmerksam. Die NGG beruft sich dabei auf eine Statistik der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit. Danach liegt der durchschnittliche Verdienst von Besch\u00e4ftigten mit voller Stundenzahl im Herzogtum derzeit bei 3.074\u00a0Euro im Monat. W\u00e4hrend M\u00e4nner durchschnittlich 3.179\u00a0Euro verdienen, kommen Frauen auf lediglich 2.855\u00a0Euro im Monat.<\/p>\n<p>\u201eDie Zahlen zeigen, dass es bis zu einer echten Lohngerechtigkeit noch ein weiter Weg ist. Im Verkauf einer B\u00e4ckerei oder an der Rezeption eines Hotels \u2013 also bei T\u00e4tigkeiten, die \u00fcberwiegend von Frauen ausge\u00fcbt werden \u2013 sind die Einkommensunterschiede besonders gro\u00df\u201c, sagt Silke Kettner, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der NGG-Region Hamburg-Elmshorn. Das habe auch damit zu tun, dass sich Fleischereien, B\u00e4ckereien, Hotels und Gastst\u00e4tten h\u00e4ufig nicht an Tarifvertr\u00e4ge hielten \u2013 und viele Frauen in niedrigeren Positionen mit geringeren L\u00f6hnen abspeisten.<\/p>\n<p>Hinzu komme, dass Frauen \u00fcberdurchschnittlich oft in Teilzeit- und Minijobs arbeiteten. \u201eSolche Stellen erschweren nicht nur den beruflichen Aufstieg, sie sind meistens auch deutlich schlechter bezahlt als Vollzeitarbeitspl\u00e4tze. Deshalb d\u00fcrfte der tats\u00e4chliche Gender-Pay-Gap, also die Einkommensl\u00fccke zwischen den Geschlechtern, im Herzogtum deutlich \u00fcber zehn\u00a0Prozent liegen\u201c, betont Kettner.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Bundesregierung m\u00fcsse zus\u00e4tzliche gesetzliche Leitplanken f\u00fcr mehr Lohngerechtigkeit schaffen, fordert die NGG. Dazu geh\u00f6rten ein verbindlicher Anspruch auf gleiches Geld f\u00fcr gleiche Arbeit und eine strukturelle Reform der Minijobs. Au\u00dferdem solle das Ehegattensplitting abgeschafft werden. \u201eDas aktuelle Steuersystem f\u00fchrt dazu, dass in vielen Partnerschaften das Modell des m\u00e4nnlichen Hauptverdieners bestehen bleibt. Wegen hoher Abz\u00fcge in der Steuerklasse 5 arbeiten Frauen oft nur wenige Wochenstunden. Im Fall einer Trennung stehen sie dann aber vor enormen finanziellen Schwierigkeiten\u201c, so Kettner. Nach einer Studie des Rheinisch-Westf\u00e4lischen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung (RWI) k\u00f6nnte die Aufhebung des Ehegattensplittings bis zu 500.000 zus\u00e4tzliche Vollzeitstellen schaffen \u2013 vor allem f\u00fcr Frauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). Sie haben genauso lange Arbeitszeiten, sind beim Einkommen aber klar im Nachteil: Im Kreis Herzogtum Lauenburg verdienen Frauen, die eine Vollzeitstelle haben, aktuell rund 320\u00a0Euro und damit zehn\u00a0Prozent weniger als ihre m\u00e4nnlichen Kollegen. 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