{"id":30336,"date":"2021-06-07T17:43:13","date_gmt":"2021-06-07T15:43:13","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=30336"},"modified":"2021-06-09T06:59:29","modified_gmt":"2021-06-09T04:59:29","slug":"das-vertrauen-in-der-zusammenarbeit-mit-herrn-koech-ist-uns-verloren-gegangen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2021\/06\/07\/das-vertrauen-in-der-zusammenarbeit-mit-herrn-koech-ist-uns-verloren-gegangen\/","title":{"rendered":"&#8218;Das Vertrauen in der Zusammenarbeit mit Herrn Koech ist uns verloren gegangen&#8216;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ratzeburg (aa).<\/strong> Am 25. Mai 2021 leitete die Ratzeburger Stadtvertretung per Beschluss die <a href=\"https:\/\/2021.herzogtum-direkt.de\/index.php\/2021\/05\/26\/buergermeisterabwahl-in-ratzeburg-es-geht-um-die-fehlende-faehigkeit-das-amt-auszufuehren\/\">Abwahl des inzwischen suspendierten B\u00fcrgermeisters Gunnar Koech<\/a> ein. Unter anderem legen ihm die Stadtvertreter ein Zerw\u00fcrfnis mit der Schulleitung der Lauenburgischen Gelehrtenschule (LG) zur Last. Ein Umstand den Koech abstreitet. Ein Gespr\u00e4ch mit der erweiterten Schulleitung der LG ergibt ein anderes Bild.<\/p>\n<p>Es gehe um ein transparentes Informationsverfahren, beginnt LG-Schulleiter Thomas Engelbrecht das Gespr\u00e4ch. Die Ratzeburger h\u00e4tten ein berechtigtes Bed\u00fcrfnis nach weiteren Informationen. Vor Ort zum Gespr\u00e4ch sind neben Engelbrecht noch seine Stellvertreterin Ina Meyenburg, Koordinatorin der erweiterten Schulleitung Susanne Bauder, die Personalratsmitglieder und Fachleiter Peter und Katharina Broose sowie vom Schulelternbeirat, Diana Henschen und Sonja Grelck. &#8222;Wir stehen daf\u00fcr, dass diese Schule l\u00e4uft&#8220;, so Engelbrecht weiter, der gleich von Beginn an klarmacht, dass aus seiner Sicht der Konflikt mit B\u00fcrgermeister Koech nicht auf seine Person beschr\u00e4nkt ist.<\/p>\n<p>&#8222;Es war auf der Sondersitzung der Stadtvertretung die Rede von einem Mediationsgespr\u00e4ch mit der Schulaufsicht&#8220;, f\u00e4hrt Thomas Engelbrecht fort. Es sei richtig, dass dies stattgefunden habe. Es sei zudem richtig, dass die Schulaufsicht best\u00e4tigt habe, dass der B\u00fcrgermeister die Haushaltsmittelverf\u00fcgung der Schule einschr\u00e4nken darf. &#8222;Aber das war nicht das einzige, was die Schulaufsicht gesagt hat&#8220;, erg\u00e4nzt Engelbrecht die Darstellung des Mediationsgespr\u00e4ch von Koech, &#8222;Ihm wurde auch gesagt, dass er verpflichtet ist, die Schule betreffende Dinge mit uns abzusprechen. In vielen Dinge muss er uns informieren. Das ist eine Dienstpflicht auf die er hingewiesen wurde.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Es ist v\u00f6llig in Ordnung, von uns zu erwarten, dass wir nach Vergabeverordnung stellen&#8220;, f\u00e4hrt Ina Meyenburg fort, &#8222;so wurde auch schon zu der Zeit gehandelt, als noch der Kreis Tr\u00e4ger der Schule war.&#8220; Zum Bruch w\u00e4re es im vergangenen Jahr im Zuge der Umsetzung des Digitalpakts gekommen, wie sie erkl\u00e4rt. So habe man an der LG ein Konzept erarbeitet um zudem den Anforderungen des corona-bedingten Distanzunterrichts gerecht zu werden. Kurz, es wurden 30 Webcams geschafft. &#8222;Im Zuge der darauffolgenden Rechnung wurde mir vorgeworfen Rechtsbruchs begangen zu haben&#8220;, schildert Meyenburg. Die Anschuldigung kam von Gunnar Koech pers\u00f6nlich, allerdings nur per Email. &#8222;Laut Vergabeordnung soll man den Auftragnehmer (das Unternehmen, wo Ware und Dienstleitungen bestellt werden) stets wechseln. Das war mir so nicht bekannt. Ich habe dann versucht mit Herrn Koech zu reden. Er hat aber nicht auf meine Kontaktversuche reagiert&#8220;, zeigt sich Meyenburg verst\u00e4ndnislos \u00fcber die Art und Weise der Kommunikation des B\u00fcrgermeisters, &#8222;Ich h\u00e4tte mir vor seiner Email gew\u00fcnscht, ein Gespr\u00e4ch zu haben, um zu kl\u00e4ren, was schief gelaufen ist und was wir besser machen k\u00f6nnen, und nicht einen &#8218;Drohbrief&#8216; mit rot-markierten Stellen.&#8220;<\/p>\n<p>In der Folge k\u00fcrzte Koech die Haushaltsmittel der Schule und es gab die Anweisung, entsprechende Bestellungen nur noch \u00fcber die Stadtverwaltung laufen zu lassen. Meyenburg weiter: &#8222;Rechtlich ist das keine Frage, da kann er so handeln. Aber wir brauchen dann auch verl\u00e4ssliche Vorgaben, wie dann zu verfahren ist. Wir d\u00fcrften seit dem nichts mehr selbst bestellen, was mit Digitalisierung zu tun hat. Der Kauf jeder Druckerpatrone geht nun \u00fcber die Stadtverwaltung. Die daraus resultierende zeitliche Verz\u00f6gerung ist misslich.&#8220; Auch die Anschaffung von Lehrmitteln sei zum Teil durch die Vorgabe Koechs schwer umsetzbar.\u00a0 &#8222;Es gibt Lehrmitteln, da gibt es keine Vergleiche gem\u00e4\u00df Vergaberecht. Es muss das eine Buch sein&#8220;, f\u00fcgt Peter Broose, unter anderem Fachbereichsleiter Biologie hinzu. Durch die neue Regel sei es auch nicht mehr m\u00f6glich, f\u00fcr den Biologieunterricht spontan ben\u00f6tigte Versuchsobjekte zu kaufen. &#8222;Au\u00dfer die Kollegen zahlen es aus eigener Tasche&#8220;, so Peter Broose weiter. Im Januar w\u00e4re \u00fcber die Stadtverwaltung die Anschaffung Badmintonzubeh\u00f6r beantragt worden. Broose: &#8222;Das soll jetzt kommen, wo die Hallensaison vorbei ist. Das alles behindert uns in unserer Arbeit. Die Kinder sind am Ende die Leidtragenden.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Wir waren durch die Aktion von B\u00fcrgermeister Koech verwundert und verunsichert. Mehrmalige Schreiben an ihn blieben unbeantwortet&#8220;, sagt Thomas Engelbrecht. Er habe sich dann erst an den Ausschuss f\u00fcr Schule, Jugend und Sport sowie dem Hauptausschuss gewendet. &#8222;Es stimmt daher nicht, wenn er sagt, dass es keine Probleme an der LG gibt. Dass das W-Lan Netz einigerma\u00dfen stabil l\u00e4uft, ist richtig. Dass damit aber alles getan ist, ist v\u00f6llig ausschnitthaft.&#8220; So sei Engelbrecht vom IT-Unternehmen, dass von Koech f\u00fcr das W-Lan-Netz der LG beauftragt wurde, v\u00f6llig \u00fcberrascht worden. Eine entsprechende Info wurde seitens des Rathauses nicht kommuniziert. &#8222;Auch die Nachfolge f\u00fcr unsere Schulsekret\u00e4rin lief schlecht, ich wurde nicht beteiligt, die Nachfolgerin konnte daher nicht rechtzeitig eingearbeitet werden. Durch die Haushaltsmittelverf\u00fcgung des B\u00fcrgermeisters gibt es seit Januar 2021 kein funktionierendes Prinzip mehr, Bestellungen vorzunehmen. Seit sechs Monaten haben wir keine Wartungskraft mehr, die sich um die sensible Software des Landesnetzes k\u00fcmmert. Bei der Umsetzung des Digitalpaktes sind wir nicht weiter als vor einem Jahr. Das sind Zeitabl\u00e4ufe, die nicht gut sind. All das kann eine Abteilung 4 (der Stadtverwaltung) auch personell nicht leisten. Daf\u00fcr ist ein externer Dienstleister von N\u00f6ten.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ich bin seit zehn Jahren Schulleiter der LG. In diesen Jahren haben wir die Dinge mit dem Schultr\u00e4ger immer im Einvernehmen hinbekommen. Man kann auch mal anderer Auffassung sein. Das ist auch gut, wenn man kompromissbereit ist. Jedes l\u00f6sungsorientierte Vorgehen basiert unter anderem auf Respekt und Offenheit. Stattdessen erhielten wir Drohungen und fehlende Absprachen. Das Vertrauen in der Zusammenarbeit mit Herrn Koech ist uns verloren gegangen&#8220;, sagt Thomas Engelbrecht.<\/p>\n<p>&#8222;Aus Sicht der Elternschaft sind wir nur ein beratendes Gremium an der Schule. Mit Herrn Koech haben wir daher nur gelegentlich zu tun. Allerdings mussten auch wir feststellen, dass sachliche Probleme immer wieder auf die pers\u00f6nliche Ebene abgeglitten sind. Er sieht es scheinbar nicht f\u00fcr notwendig, den Digitalpakt zu beschleunigen, nur weil es Corona gibt. Wir hatten ein gutes Konzept f\u00fcr den Distanzunterricht erarbeitet. Die Webcams wurden schnell ben\u00f6tigt. Stattdessen erlebte ich von Herrn Koech Unprofessionalit\u00e4t sowie eine beleidigende Art, die mich betroffen macht &#8211; gegen\u00fcber Herrn Engelbrecht und gegen\u00fcber mir. Er war sehr laut, sehr ruppig, hat Vorw\u00fcrfe gemacht und Vokabular genutzt, das unangemessen war. Er hatte gesagt, w\u00fcrde nicht mehr mit Herrn Engelbrecht nicht mehr sprechen und wollte die Eltern k\u00fcnftig ins Boot holen. Das hat er aber nicht getan&#8220;, schildert Schulelternbeiratsvorsitzende Diana Henschen ihre Sicht der Dinge. &#8222;Die Verl\u00e4sslichkeit ist in der Zusammenarbeit mit Herrn Koech nicht gegeben. Das hatte ich ihm auch schon pers\u00f6nlich gesagt. Er neigt dazu, andere Personen nicht gut dastehen zu lassen. Er macht einfach einen Rundumschlag. Die Art und Weise ist ein wenig fragw\u00fcrdig&#8220;, erg\u00e4nzt Sonja Grelck (Schulelternbeirat).<\/p>\n<p>&#8222;Wir sind uns zun\u00e4chst sehr angemessen begegnet&#8220;, erinnert sich Thomas Engelbrecht an die Zeit nach der Wahl Koechs zum B\u00fcrgermeister, &#8222;Der Bruch kam bei der Umsetzung des Digitalpakts. Wir sagten, wir sehen das anders als er. Aber wer nicht seiner Meinung ist, ist nicht mehr sein Freund, der ist sein Feind.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ratzeburg (aa). Am 25. 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