{"id":29755,"date":"2021-05-06T12:02:28","date_gmt":"2021-05-06T10:02:28","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=29755"},"modified":"2021-05-06T14:42:35","modified_gmt":"2021-05-06T12:42:35","slug":"gruener-kreisverband-fordert-umsteuern-in-der-waldbewirtschaftung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2021\/05\/06\/gruener-kreisverband-fordert-umsteuern-in-der-waldbewirtschaftung\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcner Kreisverband fordert Umsteuern in der Waldbewirtschaftung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> Der Wald insgesamt und auch die Kreisforsten im Herzogtum Lauenburg leiden unter der Klimakrise, deren Folgen vor allem nach den viel zu trockenen letzten Jahren deutlich zu sehen sind. Gesunde W\u00e4lder sind aber im Kampf gegen den Klimawandel von gro\u00dfer Bedeutung. Sie dienen als Kohlenstoffsenken, beeinflussen die Umgebungstemperatur, filtern die Luft und speichern Wasser im Boden. Naturnahe und artenreiche Wald\u00f6kosysteme sind nachweislich widerstandsf\u00e4higer als intensiv bewirtschaftete Nutzw\u00e4lder. Darum unterst\u00fctzt der Kreisverband von B\u00dcNDNIS 90\/DIE GR\u00dcNEN eine naturnahe Waldbewirtschaftung mit minimierten Eingriffen und die Entwicklung hin zu nat\u00fcrlicheren W\u00e4ldern. Die Bewirtschaftung der Kreisforsten sollte sich vermehrt an \u00f6kologischen Kriterien orientieren. Ein gr\u00f6\u00dferer Anteil des Waldes als bisher sollte komplett aus der Nutzung genommen werden, um Naturw\u00e4lder auszuweisen und sie zu Urw\u00e4ldern von morgen zu machen.<\/p>\n<p>Dr. Laura Schwabe, Sprecherin des Kreisverbandes Herzogtum Lauenburg von B\u00dcNDNIS 90\/DIE GR\u00dcNEN sagt dazu: \u201eWir haben uns in unserer Partei in den letzten Wochen gemeinsam mit der gr\u00fcnen Kreistagsfraktion intensiv mit den Kreisforsten besch\u00e4ftigt und unsere Position hin zu einer \u00f6kologischeren Waldbewirtschaftung formuliert. F\u00fcr uns ist dabei das Leitbild die Natur: Alle im Wald stattfindenden Ma\u00dfnahmen sollen sich an den nat\u00fcrlich ablaufenden Prozessen orientieren, und forstliche Aktivit\u00e4ten und deren st\u00f6rende Auswirkungen auf das \u00f6kologische Netzwerk m\u00fcssen m\u00f6glichst gering gehalten werden!&#8220;<br \/>\nIm Forstausschuss des Kreistags wird am 10. Mai der zuk\u00fcnftige Umgang mit den W\u00e4ldern in unserem Kreis beraten. Im Zuge der Forsteinrichtung wird die Ausrichtung der Forstwirtschaft f\u00fcr die n\u00e4chsten zehn Jahre vorgegeben. Hierzu hat die Kreisverwaltung eine Vorlage bereitgestellt, zu der Fraktionen, Umweltverb\u00e4nde und andere Interessensgruppen ihre Stellungnahmen vorlegen konnten.<\/p>\n<p>\u201eWir erwarten, dass alle Fraktionen im Kreistag die Dringlichkeit eines Paradigmenwechsels im Umgang mit unseren W\u00e4ldern erkennen und mit der neuen Forsteinrichtung den Weg hin zu einer Waldbewirtschaftung unter \u00f6kologischen Bedingungen ebnen.&#8220; so Laura Schwabe weiter.<br \/>\n\u201eDie Bew\u00e4ltigung der Klimakrise ist die zentrale Aufgabe unserer Generation, ihre Folgen zu minimieren muss oberste Priorit\u00e4t haben. Kurzfristige wirtschaftliche Interessen k\u00f6nnen nicht den Ausschlag f\u00fcr eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Waldnutzung geben. Dies muss die Forsteinrichtung ber\u00fccksichtigen, dazu braucht es ein Umdenken beim Umgang mit unseren W\u00e4ldern.&#8220; erg\u00e4nzt Torsten Dreyer, Sprecher des Gr\u00fcnen Kreisverbandes.<\/p>\n<p>Die konkreten Forderungen von B\u00dcNDNIS 90\/DIE GR\u00dcNEN f\u00fcr eine naturnahe Waldbewirtschaftung in den Kreisforsten:<\/p>\n<p>1. Deutliche Reduzierung der Eingriffsh\u00e4ufigkeit und der Eingriffsintensit\u00e4t<br \/>\n2. Einschlagsmenge (Holzernte) anpassen und Zuwachs an Holz h\u00f6chstens zu<br \/>\neinem Drittel entnehmen.<br \/>\n3. Transparent dokumentierte Waldbewirtschaftung (Ver\u00f6ffentlichung und leichte<br \/>\nZug\u00e4nglichkeit aller relevanten Informationen)<br \/>\n4. Hoher \u00dcberschirmungsgrad in der Hauptbaumschicht<br \/>\n5. Durch die Herausnahme aus der forstwirtschaftlichen Nutzung werden zus\u00e4tzliche intakte Altwaldstandorte geschont und besondere Schutzkonzepte f\u00fcr bedrohte Waldgesellschaften werden erstellt (auf Grundlage der bestehenden Waldbiotopkartierung)<br \/>\n6. Einschlagstopp f\u00fcr besonders alte, dicke \u201eMethusalem-B\u00e4ume&#8220; der heimischen Baumarten<br \/>\n7. Schonender Umgang mit dem Boden als komplexem \u00d6kosystem, um dessen biologische Funktionsf\u00e4higkeit sowie die CO2-Speicher- und Wasserr\u00fcckhaltefunktion zu erhalten und ggf. zu verbessern und den nat\u00fcrlichen Wasserhaushalt wiederherzustellen<br \/>\n8. Intakte Waldr\u00e4nder als struktur- und artenreiche Biotope und Schutzelemente gegen Austrocknung<br \/>\n9. Naturverj\u00fcngung aus standortheimischen Baumarten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). 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