{"id":29652,"date":"2021-04-30T11:41:37","date_gmt":"2021-04-30T09:41:37","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=29652"},"modified":"2021-04-30T11:41:37","modified_gmt":"2021-04-30T09:41:37","slug":"corona-pandemie-stellt-recht-auf-gewaltfreie-erziehung-auf-harte-probe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2021\/04\/30\/corona-pandemie-stellt-recht-auf-gewaltfreie-erziehung-auf-harte-probe\/","title":{"rendered":"Corona-Pandemie stellt Recht auf gewaltfreie Erziehung auf harte Probe!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kiel\/Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> Anl\u00e4sslich des Tages der gewaltfreien Erziehung (30. April 2021) warnt der Kinderschutzbund Schleswig-Holstein, dass die Corona-Pandemie das Recht auf gewaltfreie Erziehung auf eine harte Probe stellt. \u201eIm Zuge des pandemiebedingten R\u00fcckzugs in die Familie und der h\u00e4uslichen Isolation k\u00f6nnen r\u00e4umliche Enge und Bewegungseinschr\u00e4nkungen famili\u00e4re Konflikte schnell verst\u00e4rken \u2013 vor allem, wenn weitere Belastungsfaktoren wie Geldsorgen hinzukommen\u201c, erkl\u00e4rt DKSB LV SH Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Susanne G\u00fcnther. \u201e\u00dcberforderung, Angst, Frustration, Verunsicherung und fehlende R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeiten nehmen in so einer Krisensituation immer mehr zu und Leidtragende sind dabei h\u00e4ufig auch die Kinder. Auch Familien ohne entsprechende Vorbelastungen sp\u00fcren in derartigen Ausnahmesituationen teils immensen Stress und \u00dcberbelastung. Deshalb ist es wichtig, unabl\u00e4ssig ins Bewusstsein zu rufen, dass Gewalt \u2013 sei es in physischer oder psychischer Form oder auch durch Vernachl\u00e4ssigung \u2013 im Familienalltag niemals einen Platz haben darf\u201c, so Susanne G\u00fcnther mit Verweis auf das seit 2000 bestehenden Recht auf gewaltfreie Erziehung.<\/p>\n<p>Die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik aus Schleswig-Holstein zur Gewalt gegen Kinder sind 2020 besorgniserregend und best\u00e4tigen die R\u00fcckmeldungen aus den Kinderschutz-Zentren. Bei sexueller Gewalt gegen Kinder ist im Jahr 2020 eine Zunahme von fast 16 Prozent zu verzeichnen, bei Misshandlung eine Zunahme von fast vier Prozent. \u201eDas sind erschreckende Zahlen, die nur die Spitze des Eisberges darstellen, denn hier werden nur Taten erfasst, die der Polizei tats\u00e4chlich gemeldet werden. Durch die Corona-Schutzma\u00dfnahmen ist die soziale Aufmerksamkeit deutlich zur\u00fcckgegangen. Schulen, KiTas und Sportvereine, die sonst h\u00e4ufig als Fr\u00fchwarnsysteme fungieren, werden pandemiebedingt immer wieder geschlossen. Da bleibt vieles unentdeckt oder wird erst mit starker Verz\u00f6gerung gemeldet\u201c, bef\u00fcrchtet Susanne G\u00fcnther und die Leiterin des DKSB Kinderschutz-Zentrums Kiel Lidija Baumann best\u00e4tigt: \u201eDie aktuelle h\u00e4usliche Isolation erleichtert es, Gewalt gegen Kinder zu verheimlichen. Denn auch wenn in den letzten Jahren das Bewusstsein, dass alle Formen von Gewalt und Vernachl\u00e4ssigung Kindern in der Entwicklung massiv schadet, deutlich gestiegen ist und Gewalt gegen Kinder gesamtgesellschaftlich viel mehr ge\u00e4chtet wird, bedeutet das noch lange nicht, dass Kinder keine Gewalt erleben. So haben wir bei unserer Arbeit oft den Eindruck, dass Kinder keine andere Chance haben, ihre Not deutlich zu machen als \u00fcber extremes Verhalten,&#8220; berichtet die Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin.<\/p>\n<p>Der Kinderschutzbund ruft jedes Jahr am 30. April zum Tag der gewaltfreien Erziehung auf. Nach jahrelanger Lobbyarbeit hat der DKSB entscheidend dazu beigetragen, das Recht auf gewaltfreie Erziehung zu verwirklichen. Dieser Tag soll daran erinnern, dass die gesamte Gesellschaft die Verantwortung das gewaltfreie Aufwachsen von Kindern tr\u00e4gt. Zudem soll er Eltern ermutigen, ihr Ideal einer gewaltfreien Erziehung Wirklichkeit werden zu lassen. Dazu bietet der Kinderschutzbund Unterst\u00fctzung an \u2013 in seinen Kinderschutz-Zentren, den Fachberatungsstellen oder durch Angebote wie das erfolgreiche Elternbildungskonzept \u201eStarke Eltern \u2013 Starke Kinder\u201c.<\/p>\n<p>\u201eVor 21 Jahren wurde das Recht auf gewaltfreie Erziehung im BGB festgeschrieben\u201c, erinnert DKSB LV SH Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Susanne G\u00fcnther. \u201eEs kann nicht sein, dass nach so vielen Jahren laut Studie3 immer noch jede*r Sechste eine Ohrfeige f\u00fcr angebracht h\u00e4lt oder 42 Prozent einen \u201aKlaps auf den Po\u2018 nach wie vor als zul\u00e4ssiges Mittel der Kindererziehung bezeichnen. Und da haben wir noch nicht \u00fcber psychische Gewalt und Vernachl\u00e4ssigung gesprochen. Daf\u00fcr, dass diese ebenfalls als Formen der Gewalt zu betrachten sind, gibt es immer noch zu wenig Bewusstsein\u201c, kritisiert Susanne G\u00fcnther. \u201eDaran m\u00fcssen wir unabl\u00e4ssig arbeiten und in Ma\u00dfnahmen investieren, die die Rechte der Kinder auf Schutz, F\u00f6rderung und Beteiligung nachhaltig st\u00e4rken und fest im gesellschaftlichen Bewusstsein verankern. Gerade in Krisensituationen wie dieser geht es darum, immer aufmerksam zu bleiben und Strukturen zu st\u00e4rken, die Kinder und Jugendliche unterst\u00fctzen. Nur so haben wir eine Chance, krisenbedingte Versch\u00e4rfungen aufzufangen und gleichzeitig bestehende Missst\u00e4nde weiter abzubauen\u201c, fordert Susanne G\u00fcnther.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiel\/Herzogtum Lauenburg (pm). Anl\u00e4sslich des Tages der gewaltfreien Erziehung (30. April 2021) warnt der Kinderschutzbund Schleswig-Holstein, dass die Corona-Pandemie das Recht auf gewaltfreie Erziehung auf eine harte Probe stellt. \u201eIm Zuge des pandemiebedingten R\u00fcckzugs in die Familie und der h\u00e4uslichen Isolation k\u00f6nnen r\u00e4umliche Enge und Bewegungseinschr\u00e4nkungen famili\u00e4re Konflikte schnell verst\u00e4rken \u2013 vor allem, wenn weitere [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":29653,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jnews-multi-image_gallery":[],"jnews_single_post":[],"jnews_primary_category":[],"jnews_social_meta":[],"jnews_override_counter":[],"jnews_post_split":[],"footnotes":""},"categories":[63],"tags":[2153,848],"class_list":["post-29652","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-herzogtum-lauenburg","tag-erziehung","tag-kinderschutzbund"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29652","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=29652"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29652\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29654,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29652\/revisions\/29654"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/29653"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29652"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=29652"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=29652"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}