{"id":29504,"date":"2021-04-21T12:15:17","date_gmt":"2021-04-21T10:15:17","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=29504"},"modified":"2021-04-21T12:15:17","modified_gmt":"2021-04-21T10:15:17","slug":"umweltministerium-stellt-landesprogramm-zum-biologischen-klimaschutz-vor-bis-2030-sollen-moore-und-waelder-jaehrlich-717-500-tonnen-co2-mehr-speichern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2021\/04\/21\/umweltministerium-stellt-landesprogramm-zum-biologischen-klimaschutz-vor-bis-2030-sollen-moore-und-waelder-jaehrlich-717-500-tonnen-co2-mehr-speichern\/","title":{"rendered":"Umweltministerium stellt Landesprogramm zum Biologischen Klimaschutz vor \u2013 bis 2030 sollen Moore und W\u00e4lder j\u00e4hrlich 717.500 Tonnen CO2 mehr speichern"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kiel (pm).<\/strong> Umweltminister Jan Philipp Albrecht hat heute im Gl\u00fccksburger Wald das Landesprogramm zum Biologischen Klimaschutz vorgestellt. Vor allem auf Moor- und Waldfl\u00e4chen sollen ansteigend bis zum Jahr 2030 j\u00e4hrlich 717.500 Tonnen CO2 \u2013\u00c4quivalente (t CO\u2082eq) festgelegt werden. F\u00fcr dieses Ziel stellt die Landesregierung 10 Mio. Euro allein im Jahr 2021 bereit.<\/p>\n<p>Umweltminister Jan Philipp Albrecht. &#8222;Wir haben uns f\u00fcr den biologischen Klimaschutz ambitionierte Ziele gesetzt. Schleswig-Holstein ist reich an Moorb\u00f6den, die gro\u00dfe Mengen Kohlenstoff speichern k\u00f6nnen. Damit \u00fcbernehmen wir in Deutschland eine Vorreiterrolle. Die Kooperation der Landesforsten und der Stiftung Naturschutz, wie hier in den moorigen W\u00e4ldern auf Holnis, ist ein starkes politisches Signal f\u00fcr den Klima- und Naturschutz in Schleswig-Holstein.&#8220;<\/p>\n<p>Die beiden gro\u00dfen Fl\u00e4cheneigent\u00fcmer, die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten und die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, wollen daf\u00fcr eng zusammenarbeiten. Das Programm umfasst drei Schwerpunkte: die Wiedervern\u00e4ssung trockengelegter Moore, hier liegt mit 700.000 Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalenten pro Jahr das gr\u00f6\u00dfte Potenzial, die Neuwaldbildung und den Waldumbau sowie die Umwandlung von Acker in Gr\u00fcnland (5.000 Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalente pro Jahr). 12.500 Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalente pro Jahr sollen die Waldmoore liefern. Insgesamt entspricht diese j\u00e4hrliche CO2-Speicherung circa einem durchschnittlichen CO2-Verbrauch von 23.440 Haushalten. Der Biologische Klimaschutz ist zugleich ein zentraler Baustein der zuk\u00fcnftigen Biodiversit\u00e4tsstrategie f\u00fcr Schleswig-Holstein. Es sollen erheblichen Synergieeffekte vor allem f\u00fcr Biodiversit\u00e4t sowie f\u00fcr den Natur- und Artenschutz erzielt werden.<\/p>\n<p>Aktuell liegt eine Studie &#8222;Waldmoore in Schleswig-Holstein&#8220; von Professor Joachim Schrautzer, CAU Kiel, vor, die von der Stiftung Naturschutz beauftragt wurde. Hierin wird landesweit die Klimawirksamkeit der Waldmoore untersucht. Die Studie zeigt: Waldmoore nehmen in Schleswig-Holstein eine Gesamtfl\u00e4che von rund 15.000 Hektar ein. Das sind etwa zw\u00f6lf Prozent der landesweiten Moorfl\u00e4che und rund 9 Prozent der gesamten Waldfl\u00e4che. Der \u00fcberwiegende Anteil der Waldmoore ist entw\u00e4ssert und weist heute eine ung\u00fcnstige Klimabilanz auf. Wird der Wasserstand in diesen Waldmooren wieder erh\u00f6ht, k\u00f6nnen bis zu 80 Prozent der Emissionen eingespart werden. Auch wenn der \u00fcberwiegende Teil dieser W\u00e4lder anderen Eigent\u00fcmern geh\u00f6rt, f\u00fcr die Naturw\u00e4lder der Stiftung Naturschutz berechnet die Studie ein Reduktionspotential von 10. bis 13.000 Tonnen CO2-\u00c4quivalenten pro Jahr. F\u00fcr die W\u00e4lder der Landesforsten gibt die Studie mit 31. bis 32.000 Tonnen CO2-\u00c4quivalenten pro Jahr ein etwa doppelt so gro\u00dfes Potenzial an.<\/p>\n<p>Neben Neuwaldbildung und Waldumbau ist der aktive Moorschutz von \u00fcberragender Bedeutung in der &#8222;Drei-S\u00e4ulen-Strategie&#8220; des biologischen Klimaschutzes. Umweltminister Albrecht: &#8222;Wirklich wegweisend ist unsere Kooperationen zwischen den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und dem Ministerium. Gemeinsam werden wir das gro\u00dfe Klimaschutz-Potenzial des Moorschutzes aussch\u00f6pfen.&#8220; Dazu b\u00fcndelt die Stiftung Naturschutz ihre rund 40-j\u00e4hrige Erfahrung in der Moorvern\u00e4ssung in einem neu gegr\u00fcndeten &#8222;Zentrum f\u00fcr biologischen Klimaschutz&#8220;. Von diesem geb\u00fcndelten Knowhow sollen alle profitieren. Das Potenzial des Biologischen Klimaschutzes l\u00e4sst sich nur mit allen \u00f6ffentlichen und privaten Fl\u00e4cheneigent\u00fcmern im Land gemeinsam voll aussch\u00f6pfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiel (pm). Umweltminister Jan Philipp Albrecht hat heute im Gl\u00fccksburger Wald das Landesprogramm zum Biologischen Klimaschutz vorgestellt. Vor allem auf Moor- und Waldfl\u00e4chen sollen ansteigend bis zum Jahr 2030 j\u00e4hrlich 717.500 Tonnen CO2 \u2013\u00c4quivalente (t CO\u2082eq) festgelegt werden. F\u00fcr dieses Ziel stellt die Landesregierung 10 Mio. Euro allein im Jahr 2021 bereit. 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