{"id":2941,"date":"2018-04-22T07:21:12","date_gmt":"2018-04-22T07:21:12","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=2941"},"modified":"2018-04-22T07:21:12","modified_gmt":"2018-04-22T07:21:12","slug":"wohin-mit-dem-klaerschlamm-entsorgungssorgen-bei-den-kommunalen-klaerwerksbetrieben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2018\/04\/22\/wohin-mit-dem-klaerschlamm-entsorgungssorgen-bei-den-kommunalen-klaerwerksbetrieben\/","title":{"rendered":"Wohin mit dem Kl\u00e4rschlamm? &#8211; Entsorgungssorgen bei den kommunalen Kl\u00e4rwerksbetrieben"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ratzeburg (pm).<\/strong> Das \u201eNorddeutsche Netzwerk Kl\u00e4rschlamm\u201c unter dem Dach der Deutsche Vereinigung f\u00fcr Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. &#8211; Landesverband Nord (DWA) tagte vergangene Woche im Ratzeburger Rathaus zu einem Problem, das in der breiten \u00d6ffentlichkeit nur wenig wahrgenommen wird, obwohl es im Alltag ganz nah steht. Die Entsorgung von Kl\u00e4rschlamm, ein Restprodukt der Abwasserreinigung, das tagt\u00e4glich in allen Haushalten seinen Ausgang nimmt, gestaltet sich f\u00fcr Kl\u00e4rwerksbetreiber zunehmend schwierig.<\/p>\n<p>Grund sind zwei novellierte Verordnungen, die nach langen politischen und fachlichen Diskussionen 2017 kurz vor der Bundestagswahl verabschiedet wurden: die Kl\u00e4rschlammverordnung und die D\u00fcngeverordnung. Beide haben einen ma\u00dfgeblichen Einfluss auf die Kl\u00e4rschlammentsorgung, besonders auf dessen landwirtschaftliche Verwertung. Da in Schleswig-Holstein der \u00fcberwiegende Teil der Kl\u00e4rschl\u00e4mme landwirtschaftlich verwertet wurde, sind die Kl\u00e4ranlagenbetreiber hier besonders betroffen. Von einem drohenden Entsorgungsnotstand wird bereits in Fachkreisen gesprochen, den es zu verhindern gelte. Ein Szenario, das auch die DWA als Fachverband bef\u00fcrchtet und zusammen mit den kommunalen Mitgliedern im \u201eNorddeutsche Netzwerk Kl\u00e4rschlamm\u201c konstruktiv zu gestalten sucht.<\/p>\n<p>Welche Wege sich aus diesem Entsorgungsdilemma ergeben k\u00f6nnen, wurde mit rund 50 Vertretern aus kommunalen Kl\u00e4rwerksbetrieben intensiv diskutiert, insbesondere inwieweit das bestehende &#8222;Norddeutsche Netzwerk Kl\u00e4rschlamm&#8220; dabei eine unterst\u00fctzende Rolle spielen kann. Ralf Hilmer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des DWA-Landesverbandes Nord, machte einf\u00fchrend deutlich, dass die sich abzeichnende Situation dringend auf den Tisch der Politik geh\u00f6re, damit die Kl\u00e4rwerksbetreiber nachhaltig funktionierende und umsetzbare Rahmenbedingungen f\u00fcr die Kl\u00e4rschlammentsorgung erhalten.<\/p>\n<p>Rainer K\u00f6nemann von der DWA f\u00fchrte im Rahmen einer Pr\u00e4sentation aus, wie sich das Entsorgungsumfeld f\u00fcr viele Kl\u00e4rwerksbetreiber nachhaltig ver\u00e4ndert hat. Die neuen Vorgaben f\u00fchren dazu, dass die Verwendung organischer D\u00fcngemittel drastisch reduziert wird. Die Landwirte bringen in der Regel zuerst ihre eigenen Wirtschaftsd\u00fcnger wie Mist, Jauche und G\u00fclle sowie G\u00e4rr\u00fcckst\u00e4nde aus Biogasanlagen auf ihre B\u00f6den aus. F\u00fcr die landwirtschaftliche Verwertung von Kl\u00e4rschlamm stehen dann aufgrund der N\u00e4hrstoffbilanz kaum noch Fl\u00e4chen zur Verf\u00fcgung. Wenn zus\u00e4tzlich, z.B. durch langanhaltenden Regen, die Ausbringung von D\u00fcngemittel erschwert wird, versch\u00e4rft sich die Fl\u00e4chenverknappung weiter. Wegen der hohen Nachfrage nach thermischer Kl\u00e4rschlammentsorgung stehen in Verbrennungsanlagen kaum noch Kapazit\u00e4ten zur Verf\u00fcgung. Der DWA Landesverband Nord hat Ende 2017 eine Umfrage zur \u201eaktuellen Entsorgungssituation\u201c durchgef\u00fchrt. Die Ergebnisse zeigen, dass bereits jetzt gro\u00dfe Mengen von Kl\u00e4rschlamm nicht mehr sicher entsorgt werden k\u00f6nnen. Zus\u00e4tzlich enden im Laufe des Jahres 2018 bei der Mehrzahl der Betreiber die noch bestehenden Entsorgungsvertr\u00e4ge. Bei vielen Ausschreibungen gehen zudem keine Angebote mehr ein. Deshalb ist in vielen F\u00e4llen keine ausreichende Entsorgungssicherheit gegeben.<\/p>\n<p>Im Fokus des nachfolgenden Austauschs standen vor allem gemeinsame Kooperationsmodelle, die zur Entlastung der Entsorgungsproblematik beitragen k\u00f6nnen. Nur mit vereinten Kr\u00e4ften, zum Beispiel in einem gut organisierten Netzwerk, wird es m\u00f6glich sein, die anstehenden Probleme der Einzelnen mit dem gebotenen Nachdruck gemeinsam wirtschaftlich zu l\u00f6sen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ratzeburg (pm). Das \u201eNorddeutsche Netzwerk Kl\u00e4rschlamm\u201c unter dem Dach der Deutsche Vereinigung f\u00fcr Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. &#8211; Landesverband Nord (DWA) tagte vergangene Woche im Ratzeburger Rathaus zu einem Problem, das in der breiten \u00d6ffentlichkeit nur wenig wahrgenommen wird, obwohl es im Alltag ganz nah steht. 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