{"id":28953,"date":"2021-03-17T11:48:57","date_gmt":"2021-03-17T09:48:57","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=28953"},"modified":"2021-03-17T11:48:57","modified_gmt":"2021-03-17T09:48:57","slug":"ein-historiker-mit-blick-fuers-visuelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2021\/03\/17\/ein-historiker-mit-blick-fuers-visuelle\/","title":{"rendered":"Ein Historiker mit Blick f\u00fcrs Visuelle"},"content":{"rendered":"<p><strong>Schwarzenbek (pm).<\/strong> Lukas Schaefer ist ordentlich herumgekommen in seinem Leben. Zum Studium verlie\u00df er das heimatliche Hamburg und ging nach Kassel. Von dort folgte er seinem Professor nach Saarbr\u00fccken. Er forschte in Bologna und Venedig. Er forschte in Paris. Sein Doktorthema: Filmkultur und Filmkritiken der 50er und 60er Jahre.<\/p>\n<p>Ein ungew\u00f6hnliches Thema f\u00fcr einen Historiker, der mittlerweile die Archivgemeinschaft Schwarzenbek leitet. Das hei\u00dfe aber nicht, dass er Ber\u00fchrungs\u00e4ngste habe, wenn es um Akten, Dokumente und Urkunden gehe, sagt Schaefer. Schon w\u00e4hrend des Studiums habe er als Hilfskraft in Archiven gearbeitet.<\/p>\n<p>Schaefers Interesse f\u00fcr den Film und seine wissenschaftliche Expertise zeigen, dass sich der Fokus f\u00fcr Historiker und damit auch f\u00fcr Archivare erweitert hat. Um die Welt von gestern zu verstehen, braucht es sp\u00e4testens f\u00fcr die Zeit des 19. Jahrhunderts den Blick \u00fcber den Tellerrand. Mit der popul\u00e4rer werdenden Fotografie und der Erfindung des Films dr\u00e4ngt das Visuelle mit Macht in die Geschichtswissenschaft.<\/p>\n<p>Eine Erkenntnis, die f\u00fcr einen promovierten Neuzeithistoriker wie Schaefer ein alter Hut ist. L\u00e4ngst hat er daraus Konsequenzen gezogen. Wenn es um Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts geht, denkt er das Visuelle automatisch mit. Viele Geschichten lassen sich auch mit Hilfe von Bildern erkl\u00e4ren und erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>In Schwarzenbek hat Schaefer sich beispielsweise mit Grimms Kino befasst, das als Kind der jungen Bundesrepublik k\u00fcrzlich 70. Geburtstag feierte. \u201eIn den 50er Jahren hatten noch nicht alle einen Fernseher\u201c, sagt Schaefer und hat denn auch gleich ein gesellschaftliches Freizeitbild parat: Die Elterngeneration sei damals mehrfach die Woche ins Kino gegangen, so Schaefer. Die Lichtspielh\u00e4user seien zu jener Zeit Treffpunkte gewesen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die von der Stiftung Herzogtum Lauenburg initiierte Audioreihe \u201eGeschichte(n) aus den lauenburgischen St\u00e4dten\u201c nimmt er nun die \u201eKaufh\u00e4user und L\u00e4den im Lauenburger Stadtbild\u201c ins Visier. Hier deutet der Titel schon an: Die Geb\u00e4ude, in denen die Gesch\u00e4fte niedergelassen waren, existieren hier und da noch \u2013 bisweilen sogar in den K\u00f6pfen. Die visuelle Dimension \u2013 sie liegt quasi auf der Hand. \u201eL\u00e4den und Gesch\u00e4fte sind etwas, woran die Leute sich erinnern k\u00f6nnen\u201c, sagt Schaefer. Sein Audiovortrag ist ab Dienstag, 23. M\u00e4rz, ab 11 Uhr auf <a href=\"http:\/\/www.kulturportal-herzogtum.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.kulturportal-herzogtum.de<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.spotify.com\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.spotify.com\/de\/<\/a> online und dauerhaft abrufbar. Mit diesem Beitrag endet die Reihe. Au\u00dferdem abrufbar sind \u201eDer erste Kreistag nach dem Zweiten Weltkrieg\u201c von Dr. Anke M\u00fchrenberg, \u201eDer Perleberberg Vertrag von 1420\u201c von Helmut Knust, \u201eM\u00f6llns Ehrenb\u00fcrger George Bernard Shaw\u201c von Christian Lopau und die \u201eStadtwerdung Schwarzenbeks\u201c von Gisela Berger.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schwarzenbek (pm). 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