{"id":28723,"date":"2021-02-28T06:09:28","date_gmt":"2021-02-28T04:09:28","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=28723"},"modified":"2021-02-28T12:14:23","modified_gmt":"2021-02-28T10:14:23","slug":"gefluegelpest-in-schleswig-holstein-erneuter-anstieg-der-nachweise-bei-wildvoegeln-und-neuer-subtyp-h5n4-nachgewiesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2021\/02\/28\/gefluegelpest-in-schleswig-holstein-erneuter-anstieg-der-nachweise-bei-wildvoegeln-und-neuer-subtyp-h5n4-nachgewiesen\/","title":{"rendered":"Gefl\u00fcgelpest in Schleswig-Holstein: Erneuter Anstieg der Nachweise bei Wildv\u00f6geln und neuer Subtyp H5N4 nachgewiesen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kiel (pm).<\/strong> Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat erstmals Gefl\u00fcgelpest des Subtyps H5N4 in Schleswig-Holstein nachgewiesen. Der Subtyp wurde bei einem Schwan und einer M\u00f6we aus Heiligenhafen, Kreis Ostholstein, festgestellt. Dar\u00fcber hinaus wurden seit dem Jahreswechsel bei 70 weiteren Wildv\u00f6geln aus den Kreisen Dithmarschen, Nordfriesland, Ostholstein, Pinneberg, Rendsburg-Eckernf\u00f6rde, Schleswig-Flensburg, Steinburg sowie in der Hansestadt L\u00fcbeck das Gefl\u00fcgelpestvirus nachgewiesen.<\/p>\n<p>Nachdem die Zahlen zu Beginn des Jahres langsam sanken, ist nun wieder ein Anstieg zu erkennen. Umweltminister Jan Philip Albrecht warnt: \u201eDer Kampf gegen die Gefl\u00fcgelpest braucht einen langen Atem. Dass bislang nur wenige Ausbr\u00fcche in Gefl\u00fcgelhaltungen zu verzeichnen sind, haben wir insbesondere der Vorsicht und Gewissenhaftigkeit der Halterinnen und Halter zu verdanken. Jetzt geht es darum, weiter durchzuhalten und die aktuellen Entwicklungen genau zu beobachten.\u201c<\/p>\n<p>Mit rund 440 im aktuellen Geschehen best\u00e4tigten F\u00e4llen entfallen etwa 70 Prozent aller Gefl\u00fcgelpestnachweise bei Wildv\u00f6geln in Deutschland auf Schleswig-Holstein. Seit Beginn dieser Woche wird dabei ein erneuter Anstieg von positiven Befunden an West- und Ostk\u00fcste sowie dem Binnenland im Landeslabor verzeichnet. So stehen derzeit \u00fcber 20 seit Montag eingesendete Proben aus neun Kreisen und zwei kreisfreien St\u00e4dten zur Best\u00e4tigung beim FLI aus.<\/p>\n<p>Der neue Subtyp H5N4 wurde EU-weit bislang nur bei einzelnen Wildv\u00f6geln im Bodenseeraum in Baden-W\u00fcrttemberg und der Schweiz nachgewiesen. Der neue Subtyp H5N4 stellt damit aktuell neben H5N8, H5N5, H5N3 und H5N1 den f\u00fcnften in Schleswig-Holstein nachgewiesenen Subtyp bei Wildv\u00f6geln dar. In Schleswig-Holstein erfolgte in bislang sechs Gefl\u00fcgelhaltungen mit insgesamt rund 5.000 St\u00fcck ein Nachweis der Gefl\u00fcgelpest. Der letzte Fall ereignete sich Ende Dezember in Dithmarschen. Bundesweit sind bereits \u00fcber 60 Haltungen betroffen, die Zahl steigt weiter an.<\/p>\n<p>Nach den letzten Nachweisen bewertet das FLI das Risiko einer Virusausbreitung der Wildvogelpopulation und das eines Eintrags in Hausgefl\u00fcgelhaltungen aktuell weiterhin als hoch.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><\/p>\n<p>B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger sind weiter dazu aufgerufen, Funde von verendeten oder krank erscheinenden wildlebenden Wasserv\u00f6geln oder Greifv\u00f6geln in Schleswig-Holstein dem Veterin\u00e4ramt des jeweiligen Kreises und der kreisfreien Stadt zu melden. Von hier aus wird das Einsammeln und Beproben verendeter Tiere organisiert. Untersuchungen dieser Tiere helfen, die Verbreitung des Virus im Land zu ermitteln. Verendete oder krank erscheinende Tiere sollten nicht ber\u00fchrt, eingefangen oder vom Fundort verbracht werden, um eine weitere Verschleppung der Erkrankung zu vermeiden.<\/p>\n<p>Die hochpathogene avi\u00e4re Influenza der Subtypen H5 und H7, auch Gefl\u00fcgelpest genannt, ist eine anzeigepflichtige und daher staatlich bek\u00e4mpfungspflichtige Tierseuche, die bei gehaltenen V\u00f6geln und Wildv\u00f6geln nach teilweise schweren Erkrankungserscheinungen zu massenhaftem Verenden f\u00fchren kann. Die Gefl\u00fcgelpest-Verordnung enth\u00e4lt Pr\u00e4ventions- und Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Grundlagen f\u00fcr die Einhaltung von Hygienevorschriften f\u00fcr Gefl\u00fcgelhalterinnen und \u2013halter sind in der Gefl\u00fcgelpestverordnung und in der Allgemeinverf\u00fcgung Biosicherheit landeseinheitlich festgelegt. Zudem stellt das Landwirtschaftsministerium eine Handreichung f\u00fcr Kleinbetriebe und Hobbyhaltungen zur Verf\u00fcgung, die Hinweise zur praktikablen Umsetzung der Allgemeinverf\u00fcgung enth\u00e4lt. Beide Dokumente sind auf der Homepage des Landwirtschaftsministeriums ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.openagrar.de\/servlets\/MCRFileNodeServlet\/openagrar_derivate_00033870\/FLI-Risikoeinschaetzung_HPAIV_H5N8_20-11-18.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Risikoeinsch\u00e4tzung des Friedrich-Loeffler-Instituts<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.schleswig-holstein.de\/DE\/Landesregierung\/Themen\/Landwirtschaft\/Gefluegelpest\/Gefluegelpest\/gefluegelpest.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Informationen der Landesregierung<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fli.de\/de\/aktuelles\/tierseuchengeschehen\/aviaere-influenza-ai-gefluegelpest\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weitere Informationen des Friedrich-L\u00f6ffler-Instituts \u00fcber Gefl\u00fcgelpest<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiel (pm). 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