{"id":28114,"date":"2021-01-22T13:13:37","date_gmt":"2021-01-22T11:13:37","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=28114"},"modified":"2021-01-22T13:13:37","modified_gmt":"2021-01-22T11:13:37","slug":"raubbau-an-den-kreisforsten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2021\/01\/22\/raubbau-an-den-kreisforsten\/","title":{"rendered":"Raubbau an den Kreisforsten?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ratzeburg (pm).<\/strong> Zurzeit wird in den Kreisforsten eine Waldinventur durchgef\u00fchrt, die alle zehn Jahre stattfindet und auf deren Grundlage die forstwirtschaftlichen Planungen f\u00fcr die n\u00e4chsten zehn Jahre durch die Forstverwaltung, den Forstausschuss und den Kreistag festgelegt werden. &#8222;Unsere W\u00e4lder haben insbesondere im Hinblick auf den Klimawandel eine gro\u00dfe \u00f6kologische Bedeutung. Sie sind Lebensraum f\u00fcr vielf\u00e4ltige Tier- und Pflanzengesellschaften, Kohlenstoffspeicher, puffern Starkniederschl\u00e4ge ab und sorgen f\u00fcr eine erfrischende Verdunstungsk\u00e4lte in Hitzeperioden. Sie sch\u00fctzen die B\u00f6den, pr\u00e4gen das Landschaftsbild und dienen der Bev\u00f6lkerung als Erholungsraum. Deshalb sieht das Bundeswaldgesetz eine nachhaltige Bewirtschaftung der W\u00e4lder vor, um diese wertvolle Ressource zu erhalten und auszubauen. \u00d6ffentliche W\u00e4lder wie die Kreisforsten sind gehalten, dabei eine Vorbildfunktion einzunehmen&#8220;, hei\u00dft es in einer aktuellen Meldung der Linkspartei.<\/p>\n<p>\u201eWenn man die ersten Ergebnisse der Waldinventur sowie die Aussagen von CDU und FDP im Forstausschuss betrachtet, k\u00f6nnte man meinen, unsere W\u00e4lder seien reine Holz-Produktions-Maschinerien,&#8220; beschwert sich Manfried Liedtke, Sprecher der Linksfraktion im Kreistag. Nach Ansicht der Linkspartei kommen \u00f6kologische und gesellschaftliche Aspekte in den Gutachten zur Waldinventur bisher nicht vor. Positiv sei die Feststellung zu bewerten, dass der Zuwachs der letzten zehn Jahre h\u00f6her lag als der Einschlag. Denn eine Verdichtung der W\u00e4lder sei ein wesentlicher Aspekt, um sie gegen die Klimaver\u00e4nderungen robuster zu machen. Doch anstatt diese positive Entwicklung fortzuf\u00fchren, schl\u00e4gt der von der Forstverwaltung bestellte Gutachter aus Bayern eine Steigerung der Einschlagmenge von bisher zirka 50.000 auf 80.000 Festmeter pro Jahr vor.<\/p>\n<p>\u201eDieser v\u00f6llig r\u00fccksichtslose Vorschlag ignoriert den Zustand der Kreisforsten und die Herausforderungen des Klimawandels komplett. Statt f\u00fcr eine Verdichtung der W\u00e4lder zu pl\u00e4dieren und damit klimawandelgerecht zu handeln, werden Klein-Kahlschl\u00e4ge und Aufforstungen mit zum Teil standortfremden Arten empfohlen. Au\u00dferdem wirkt so ein Vorschlag v\u00f6llig ahnungslos, was die zus\u00e4tzlichen Einschl\u00e4ge bei einem bereits bestehenden \u00dcberangebot mit Preisverfall am Holzmarkt an Erl\u00f6sen einbringen sollen. \u00d6kologisch optimales Funktionieren ist auch die Voraussetzung f\u00fcr \u00f6konomisch positive Ergebnisse und f\u00fcr die Erf\u00fcllung sozialer und kultureller Anforderungen an W\u00e4lder. Das verstehen wir unter einer tats\u00e4chlich nachhaltigen Entwicklung&#8220;, erkl\u00e4rt Manfried Liedke.<\/p>\n<p>Liedke: \u201eAber das ist anscheinend CDU und FDP v\u00f6llig egal, Hauptsache Erl\u00f6se. Erl\u00f6se um jeden Preis, wird fast Mantra-artig von dem einen oder anderen Mitglied des zust\u00e4ndigen Ausschusses vorgetragen. Der Klimaschutz ist v\u00f6llig egal. Sogar Kahlschl\u00e4ge, nat\u00fcrlich von komplett mit Borkenk\u00e4fern befallenen unnat\u00fcrlichen Fichten-Monokulturen, werden als Beitrag zum Klimaschutz deklariert. Ein von Privatsponsoren mit angeblich Klimawandel resistenten B\u00e4umen geplante Aufforstung soll alles heilen, das ist aber leider nicht wissenschaftlich haltbar.&#8220;<\/p>\n<p>Nach Ansicht der Linksfraktion sollen die Eingriffe in die W\u00e4lder auf ein Minimum reduziert werden und die Regenerationsf\u00e4higkeit der W\u00e4lder in den Vordergrund ger\u00fcckt werden. Liedke: \u201eWir sind f\u00fcr ein Einschlag-Moratorium, um Zeit f\u00fcr die Entwicklung eines nachhaltigen Wald-Konzeptes zu gewinnen. Die Kreisw\u00e4lder geh\u00f6ren nicht den im Kreistag vertretenen Parteien, sondern der Bev\u00f6lkerung. Deshalb sollten auch die Einwohnerinnen und Einwohner sowie relevante Vereine und Verb\u00e4nde beteiligt werden. Wir regen die Schaffung eines speziellen Waldbeirats an, um schlimme Fehler zu verhindern. Keine Erfindung der Linken, sondern bereits bestehende Waldbeir\u00e4te in Deutschland sollten als Vorbild dienen. Wir fordern alle Interessierten deshalb auf, sich f\u00fcr Ihren Wald einzusetzen. Teilen Sie Ihre Bedenken und Anregungen dem Landrat mit. Gehen Sie in die W\u00e4lder und schauen sich den zum Teil schlechten Zustand an!&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ratzeburg (pm). Zurzeit wird in den Kreisforsten eine Waldinventur durchgef\u00fchrt, die alle zehn Jahre stattfindet und auf deren Grundlage die forstwirtschaftlichen Planungen f\u00fcr die n\u00e4chsten zehn Jahre durch die Forstverwaltung, den Forstausschuss und den Kreistag festgelegt werden. &#8222;Unsere W\u00e4lder haben insbesondere im Hinblick auf den Klimawandel eine gro\u00dfe \u00f6kologische Bedeutung. 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