{"id":27925,"date":"2021-01-09T10:10:57","date_gmt":"2021-01-09T08:10:57","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=27925"},"modified":"2021-01-09T10:21:54","modified_gmt":"2021-01-09T08:21:54","slug":"offener-brief-der-beschaeftigten-im-sozialen-bereich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2021\/01\/09\/offener-brief-der-beschaeftigten-im-sozialen-bereich\/","title":{"rendered":"Offener Brief von Besch\u00e4ftigten im Sozialen Bereich"},"content":{"rendered":"<p>Wir, die Besch\u00e4ftigten der Kindertagesst\u00e4tten, Schulen, Betreuungseinrichtungen, Jugendeinrichtungen etc. bringen mit diesem Aufruf unseren Unmut zum Ausdruck. Bereits zum ersten Lockdown gab es keine ausreichenden Konzepte, um die Kolleginnen und auch die betreuten Menschen wirksam vor einer Ansteckung zu sch\u00fctzen. Nachdem die Betreuung in den Schulen f\u00fcr lange Zeit nicht m\u00f6glich war, und die Eltern sich mit der doppelten Belastung der Kinderbetreuung bei voller Arbeitslast ausgesetzt sahen, wurden keine entscheidenden Ma\u00dfnahmen getroffen, um das Infektionsgeschehen auch langfristig unter Kontrolle zu bekommen. In einigen Einrichtungen, wie z.B. den Schulen sollen Kinder Maske tragen und Abstand halten. Sicherlich sinnvolle Ma\u00dfnahmen. Doch angesichts der oft engen und \u00fcberf\u00fcllten Klassen- und Betreuungsr\u00e4ume und des seit Jahren bekannten Personalmangels, sind diese Ma\u00dfnahmen nichts als eine Farce.<\/p>\n<p>Die Kinder wurden und werden oft mit Erk\u00e4ltungssymptomen zu Schule und Kindergarten geschickt, da auch die Eltern unter dem Druck der wenigen Urlaubs- und Krankheitstage stehen, die ihnen f\u00fcr ihre Kinder zugesprochen wurden. So sahen sich viele P\u00e4dagoginnen t\u00e4glich einem erh\u00f6hten Infektionsrisiko ausgesetzt und versuchten die Waage zu halten zwischen Infektionsschutz und dem verst\u00e4ndlichen Wunsch von Kindern und Eltern nach Betreuung. Bel\u00fcftungsanlagen, die das Risiko einer Ansteckung zum Beispiel in Klassenr\u00e4umen drastisch verringern w\u00fcrden, wurden nicht angeschafft! Auch gibt es kaum Einrichtungen, die \u00fcber gen\u00fcgend Masken verf\u00fcgen, einige Kolleginnen wurden \u00fcberhaupt nicht ausgestattet. FFP2-Masken m\u00fcssen oft selbst von den Kolleginnen bezahlt werden. Dass das Geld f\u00fcr diese und andere wichtige Ma\u00dfnahmen nicht vorhanden ist, k\u00f6nnen und wollen wir nicht glauben!<br \/>\nViele unserer Kolleginnen mussten dieses Jahr auf Weihnachtsgeld und Sonderzahlungen verzichten, obwohl diese ein wichtiger Ausdruck der Anerkennung unserer Leistung sind. Andere Kolleginnen verloren sogar ihre Anstellung. Dieses Jahr stellte f\u00fcr viele von uns eine besondere Belastung dar. Die Angst vor einer Infektion mit COVID, die Erwartung in gewohntem Umfang (oder mehr) weiterzuarbeiten und die Vertretung der erkrankten Kolleginnen brachten viele an ihre Grenzen.<\/p>\n<p>Nicht nur in unseren Arbeitsfeldern, auch in anderen Branchen ist dieses Jahr klar geworden, dass ohne qualitative Erholung in der Freizeit eine 40-Stunden Woche unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig ist!<br \/>\nViele Eltern w\u00fcrden ihre Kinder lieber nur wenige Stunden in den Einrichtungen oder g\u00e4nzlich Zuhause betreuen, bekommen jedoch nur selten die M\u00f6glichkeit das zu tun. Die Wirtschaft scheint uns hier ein bedeutsameres Kriterium zu sein als die Gesundheit der Kinder und ihrer Eltern.<\/p>\n<p>Viele von uns haben mitangesehen, wie an ihren Arbeitspl\u00e4tzen die Infektionszahlen zunahmen. Ganze Schulklassen oder Kitagruppen mussten in Quarant\u00e4ne. Bei anderen wurden die Quarant\u00e4nepl\u00e4ne \u00fcber Bord geworfen als der erste Fall eintrat. Einige Kolleginnen steckten sich auch mit dem Virus an und erkrankten oft schwer. Die Angst unsere Mitmenschen oder die eigene Familie mitanzustecken, belastet uns und f\u00fchrt zu Isolation!<\/p>\n<p>An das Umsetzen eines Berufsethos, der neben der Betreuung auch die Bildung und Erziehung der Kinder und ihrer Entwicklungsf\u00f6rderung einen hohen Wert zu schreibt, ist nicht zu denken, wenn wir und die Kinder uns nur im \u201e\u00dcberlebensmodus\u201c befinden.<\/p>\n<p>Wir fordern das sofortige Nachr\u00fcsten aller Betreuungseinrichtungen mit Bel\u00fcftungsanlagen, eine ausreichende Versorgung mit FFP2-Masken, umfangreiche Testm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Kinder und Kolleginnen, eine drastische Reduzierung der Gruppengr\u00f6\u00dfe bei personeller Entlastung der Kolleginnen, ein Recht auf bezahlten Urlaub f\u00fcr alle Eltern, die ihre Kinder zuhause betreuen m\u00f6chten und finanzielle Entsch\u00e4digung, f\u00fcr jede Kollegin, die durch eine Ansteckung mit COVID w\u00e4hrend ihrer Arbeit erkrankt ist!<\/p>\n<p>Mit dieser Erkl\u00e4rung stellen wir uns NICHT gegen die Eltern, die auf eine Betreuung angewiesen sind oder gegen die vielen anderen Menschen, die beruflich und privat unter der Pandemie leiden. Wir stehen Seite an Seite mit euch, denn wir haben genug!<br \/>\nSchluss mit Z\u00f6gern und Sparen. Wir brauchen echten Infektionsschutz f\u00fcr Kinder und Besch\u00e4ftigte auch \u00fcber den Lockdown hinaus!<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzerInnen:<\/p>\n<p>Moritz Howe<br \/>\nJasmin Koschlig<br \/>\nFriederike Kluckert<br \/>\nJessica M\u00fcller<br \/>\nJ. Klindworth<br \/>\nHenrieke Rogmann<br \/>\nElisabeth Petitot<br \/>\nSusanne Kohlman<br \/>\nS. Schmidt<br \/>\nMarco Wolter<br \/>\nGila Jordan<br \/>\nDaniela Menzel<br \/>\nIris Wrobel<br \/>\nM. Just<br \/>\nNele Bonhoff<br \/>\nIsabell Johns<br \/>\nHelene Weiss<br \/>\nAnneke Wiens<br \/>\nLea Wojcikowski<br \/>\nFynn Hellberg<br \/>\nMerle Koch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir, die Besch\u00e4ftigten der Kindertagesst\u00e4tten, Schulen, Betreuungseinrichtungen, Jugendeinrichtungen etc. bringen mit diesem Aufruf unseren Unmut zum Ausdruck. 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