{"id":26758,"date":"2020-11-01T05:12:55","date_gmt":"2020-11-01T03:12:55","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=26758"},"modified":"2020-10-31T14:29:48","modified_gmt":"2020-10-31T12:29:48","slug":"gefluegelpest-bei-wildvoegeln-in-schleswig-holstein-nachgewiesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2020\/11\/01\/gefluegelpest-bei-wildvoegeln-in-schleswig-holstein-nachgewiesen\/","title":{"rendered":"Gefl\u00fcgelpest bei Wildv\u00f6geln in Schleswig-Holstein nachgewiesen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kiel (pm).<\/strong> In Schleswig-Holstein, Kreis Nordfriesland, ist bei mehreren verendet aufgefundenen Wildv\u00f6geln der Gefl\u00fcgelpest-Erreger des Subtyps H5N8 nachgewiesen worden. Eine entsprechende Best\u00e4tigung hat das Landwirtschaftsministerium am 30. Oktober 2020 vom Friedrich-Loeffler-Institut, dem nationalen Referenzlabor f\u00fcr Gefl\u00fcgelpest, erhalten.<\/p>\n<p>&#8222;Die Nachweise von Gefl\u00fcgelpest bei verendeten Wildv\u00f6geln im Kreis Nordfriesland sind sehr besorgniserregend. Das gilt grunds\u00e4tzlich, aber insbesondere auch vor dem Hintergrund der ohnehin angespannten Gesamtsituation durch die Corona-Pandemie. Der Befund ist Anlass f\u00fcr extrem hohe Wachsamkeit im ganzen Land,&#8220; sagte Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht. Zum Schutz der Gefl\u00fcgelbest\u00e4nde vor einem Viruseintrag m\u00fcssten die geltenden Biosicherheitsma\u00dfnahmen von allen Gefl\u00fcgelhalterinnen und -haltern konsequent umgesetzt werden. Albrecht k\u00fcndigte an, die Ma\u00dfnahmen zum Monitoring im ganzen Land zu verst\u00e4rken. Zudem forderte er die B\u00fcrger auf, verendete Wasser- und Greifv\u00f6gel unverz\u00fcglich an die Beh\u00f6rden zu melden.<\/p>\n<p>Im Kreis Nordfriesland wurden im Bereich der K\u00fcste bei drei verendet aufgefundenen Wildv\u00f6geln (Gro\u00dfer Brachvogel, Pfeifente, Wanderfalke), die im Rahmen des sogenannten passiven Wildvogelmonitorings beprobt wurden, Gefl\u00fcgelpest amtlich festgestellt. Das Veterin\u00e4ramt des Kreises ordnet nun die Aufstallung von Gefl\u00fcgel nach der Gefl\u00fcgelpest-Verordnung in K\u00fcstenn\u00e4he und in weiteren Wildvogelrastgebieten an. Hierzu stellt der Kreis Nordfriesland entsprechende Informationen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>B\u00fcrger werden gebeten, Funde von verendeten wildlebenden Wasserv\u00f6geln oder Greifv\u00f6geln in Schleswig-Holstein dem Veterin\u00e4ramt des jeweiligen Kreises und der kreisfreien Stadt zu melden. Untersuchungen dieser Tiere helfen, die Verbreitung des Virus im Land zu ermitteln.<\/p>\n<p>Gefl\u00fcgelhalter sollten ihr Gefl\u00fcgel vor einem m\u00f6glichen Erregereintrag bestm\u00f6glich sch\u00fctzen und die in der Gefl\u00fcgelpest-Verordnung f\u00fcr alle vorgeschriebenen Biosicherheitsma\u00dfnahmen konsequent umsetzen. Hierzu geh\u00f6rt unter anderem, dass Tiere nur an f\u00fcr Wildv\u00f6gel unzug\u00e4nglichen Stellen gef\u00fcttert werden d\u00fcrfen. Zudem darf kein Oberfl\u00e4chenwasser f\u00fcr das Tr\u00e4nken der Tiere genutzt werden, zu dem Wildv\u00f6gel Zugang haben. Futter, Einstreu und sonstige Gegenst\u00e4nde, mit denen das Gefl\u00fcgel in Ber\u00fchrung kommen kann, m\u00fcssen f\u00fcr Wildv\u00f6gel unzug\u00e4nglich aufbewahrt werden. Bei erh\u00f6hten Tierverlusten im Bestand ist zudem eine veterin\u00e4rmedizinische Untersuchung vorgeschrieben, um ein unklares Krankheitsgeschehen im Bestand abzukl\u00e4ren und das Vorliegen einer Infektion mit Gefl\u00fcgelpestviren auszuschlie\u00dfen. Sollten Gefl\u00fcgelhaltungen bislang nicht beim zust\u00e4ndigen Veterin\u00e4ramt und\/oder Tierseuchenfonds registriert worden sein, weist das Ministerium darauf hin, dies schnellstens nachzuholen.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><\/p>\n<p>Die hochpathogene avi\u00e4re Influenza, auch Gefl\u00fcgelpest genannt, ist eine anzeigepflichtige und daher staatlich bek\u00e4mpfungspflichtige Tierseuche, die bei gehaltenen V\u00f6geln und Wildv\u00f6geln nach teilweise schweren Erkrankungserscheinungen zu massenhaftem Verenden f\u00fchren kann. Die Gefl\u00fcgelpest-Verordnung enth\u00e4lt Pr\u00e4ventions- und Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Seit Ende Juli 2020 wird aus Russland und Kasachstan eine Serie von Gefl\u00fcgelpest-Ausbr\u00fcchen des Subtyps H5N8 bei Gefl\u00fcgel und Wildv\u00f6geln gemeldet. Die betroffenen Regionen liegen auf der Vogelzugroute von Wasserv\u00f6geln, die im Herbst nach Europa ziehen. In den Jahren 2005\/2006 und 2016\/2017 waren \u00e4hnliche Ausbruchsserien in derselben Region einem dann folgenden umfangreichen Geschehen in Europa vorausgegangen. Das FLI hat in einer aktuell ver\u00f6ffentlichten Risikoeinsch\u00e4tzung das Risiko eines Eintrags von Gefl\u00fcgelpest nach Europa und Deutschland als hoch eingestuft. Erste Nachweise von Gefl\u00fcgelpest bei Wildv\u00f6geln sowie in Hausgefl\u00fcgelbetrieben in Europa meldeten j\u00fcngst die Beh\u00f6rden in den Niederlanden.<\/p>\n<p>In Schleswig-Holstein finden ganzj\u00e4hrig und \u00fcber das Land verteilt Monitoringuntersuchungen bei Hausgefl\u00fcgel sowie Wildv\u00f6geln statt. Die Untersuchung von verendet aufgefunden Wildv\u00f6geln (passives Wildvogelmonitoring) wurde im Sinne eines Fr\u00fchwarnsystems aufgrund der Risikoeinsch\u00e4tzung des FLI bereits Anfang Oktober nochmals verst\u00e4rkt. Im Zuge dieses Monitorings wurden die aktuellen Nachweise im Kreis Nordfriesland gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Im Jahr 2016\/17 ereignete sich das europaweit bislang gr\u00f6\u00dfte Gefl\u00fcgelpestgeschehen, von welchem Schleswig-Holstein auch stark betroffen war. Der letzte Gefl\u00fcgelpestausbruch in Schleswig-Holstein wurde im M\u00e4rz 2018 in einer kleinen Gefl\u00fcgelhaltung festgestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiel (pm). In Schleswig-Holstein, Kreis Nordfriesland, ist bei mehreren verendet aufgefundenen Wildv\u00f6geln der Gefl\u00fcgelpest-Erreger des Subtyps H5N8 nachgewiesen worden. Eine entsprechende Best\u00e4tigung hat das Landwirtschaftsministerium am 30. Oktober 2020 vom Friedrich-Loeffler-Institut, dem nationalen Referenzlabor f\u00fcr Gefl\u00fcgelpest, erhalten. &#8222;Die Nachweise von Gefl\u00fcgelpest bei verendeten Wildv\u00f6geln im Kreis Nordfriesland sind sehr besorgniserregend. 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