{"id":26210,"date":"2020-10-06T05:02:29","date_gmt":"2020-10-06T03:02:29","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=26210"},"modified":"2020-10-05T19:07:56","modified_gmt":"2020-10-05T17:07:56","slug":"ig-bau-7-500-vollzeit-beschaeftigte-im-herzogtum-arbeiten-zum-niedriglohn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2020\/10\/06\/ig-bau-7-500-vollzeit-beschaeftigte-im-herzogtum-arbeiten-zum-niedriglohn\/","title":{"rendered":"IG BAU: 7.500 Vollzeit-Besch\u00e4ftigte im Herzogtum arbeiten zum Niedriglohn"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> 40 Stunden Arbeit pro Woche und trotzdem bleibt es klamm im Portemonnaie: Aktuell arbeiten im Kreis Herzogtum Lauenburg 26 Prozent aller Vollzeit-Besch\u00e4ftigten im Niedriglohnsektor. Insgesamt rund 7.500 Menschen erzielen trotz voller Stundenzahl ein Einkommen unterhalb der amtlichen Niedriglohnschwelle von derzeit 2.350 Euro brutto im Monat (Wert f\u00fcr Westdeutschland). Darauf hat die Gewerkschaft IG BAU hingewiesen. Die Zahlen gehen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag hervor.<\/p>\n<p>\u201eDass selbst eine Vollzeitstelle h\u00e4ufig nicht ausreicht, um finanziell halbwegs abgesichert zu sein, ist alarmierend\u201c, sagt Matthias Maurer, Bezirksvorsitzender der IG BAU Hamburg. In der Region z\u00e4hlten unter anderem die Landwirtschaft, die Geb\u00e4udereinigung und die Floristik zu den Branchen, in denen besonders wenig gezahlt werde. Grund daf\u00fcr sei auch die schwindende Tarifbindung. \u201eJe mehr Firmen aus Tarifvertr\u00e4gen aussteigen, desto schlechtere Karten haben die Besch\u00e4ftigten. Es droht eine immer tiefere Spaltung des Arbeitsmarktes\u201c, warnt Maurer. Diese werde durch die Corona-Pandemie teils versch\u00e4rft: Besch\u00e4ftigte im Handwerk k\u00f6nnten nur selten Homeoffice machen. Wegen hoher Mieten in den St\u00e4dten m\u00fcssten sie zudem oft weite Pendelwege in Kauf nehmen.<\/p>\n<p>Der Gewerkschafter ruft die Unternehmen im Kreis dazu auf, sich zu Mitbestimmung und Tarifautonomie zu bekennen: \u201eDie Sozialpartnerschaft ist ein Erfolgsmodell, das den Besch\u00e4ftigten \u2013 und den Betrieben \u2013 \u00fcber Jahrzehnte wachsenden Wohlstand beschert hat. Sie darf nicht unter die R\u00e4der kommen.\u201c Nach Untersuchungen der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung profitieren davon auch die Firmen. In tarifgebundenen Unternehmen steige die Produktivit\u00e4t, Mitarbeiter seien motivierter.<\/p>\n<p>\u201eAber auch die Politik ist am Zug. Sie sollte mehr f\u00fcr die Tarifbindung tun\u201c, erkl\u00e4rt Maurer und nennt das Beispiel des Maler- und Lackiererhandwerks: Dort haben Gesellen Anspruch auf einen tariflichen Mindestlohn von 13,50 Euro pro Stunde. Diese Lohnuntergrenze wurde von der Politik f\u00fcr die ganze Branche zur Pflicht gemacht. Zum Vergleich: Der gesetzliche Mindestlohn liegt aktuell bei 9,35 Euro pro Stunde.<\/p>\n<p>\u201eKlar ist aber auch: Je mehr Menschen sich in den Gewerkschaften engagieren, desto mehr l\u00e4sst sich gegen\u00fcber den Arbeitgebern herausholen\u201c, so Maurer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). 40 Stunden Arbeit pro Woche und trotzdem bleibt es klamm im Portemonnaie: Aktuell arbeiten im Kreis Herzogtum Lauenburg 26 Prozent aller Vollzeit-Besch\u00e4ftigten im Niedriglohnsektor. 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