{"id":25445,"date":"2020-09-05T12:46:26","date_gmt":"2020-09-05T10:46:26","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=25445"},"modified":"2020-09-05T21:57:12","modified_gmt":"2020-09-05T19:57:12","slug":"ratzeburg-mobile-buehne-sorgt-fuer-unmut-im-tourismusausschuss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2020\/09\/05\/ratzeburg-mobile-buehne-sorgt-fuer-unmut-im-tourismusausschuss\/","title":{"rendered":"Ratzeburg: &#8218;Mobile B\u00fchne&#8216; sorgt f\u00fcr Unmut im Tourismusausschuss"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ratzeburg (aa).<\/strong> Am Dienstag (1. September 2020) kamen die Mitglieder des Ausschusses f\u00fcr Wirtschaft, Tourismus und Stadtmarketing zu ihrer zehnten \u00f6ffentlichen Sitzung im Ratssaal des Rathauses zusammen. Auf der Tagesordnung stand unter anderem ein Nachtrag im Investitionsplan des Wirtschaftsplans 2020. Ein ganz anderes Thema, das zuvor mit knappen Worten unscheinbar im Tagesordnungspunkt \u201eBericht der Verwaltung\u201c auftauchte, hatte zwar auch mit einer Investition zu tun, sorgte aber f\u00fcr ungleich mehr Diskussionen.<\/p>\n<p>Unter Tagesordnungspunkt f\u00fcnf, \u201eBericht der Verwaltung\u201c, verbarg sich kurz und knapp (wie der Name schon sagt) eine teils m\u00fcndlich erg\u00e4nzte \u00dcbersicht der j\u00fcngsten Aktionen der Stadtverwaltung. So war dieses Mal unter anderem zu erfahren, dass der Herbstmarkt 2020 coronabedingt ausfallen wird und, dass der \u201aBesuch\u2018 der Eisbahn kommenden Winter auf der Kippe steht. Einmal war auch hier nicht klar, ob der Coronavirus dem ganzen nicht sowieso einen Strich durch die Rechnung macht und zudem sind laut Katrin Jester vom Stadtmarketing bislang nur ein Bruchteil der ben\u00f6tigten Spenden- und Sponsorengelder eingegangen. Von ben\u00f6tigten 15.000 Euro habe man aktuell rund ein Drittel zusammenbekommen. Aber noch sei das letzte Wort nicht gesprochen.<\/p>\n<p>Am Ende des Tagesordnungspunkts ging es um das Thema \u201eMobile B\u00fchne\u201c. Es folgte von Katrin Jester ein ausf\u00fchrlicher Vortag beziehungsweise die Vorstellung des Plans der Wirtschaftsbetriebe der Stadt eine mobile B\u00fchne anzuschaffen. Inspiriert durch den <a href=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2020\/09\/01\/musiksommer2020\/\">erfolgreichen Musiksommer von Jens Butz<\/a> hinter dem Rathaus sowie die Pandemie bedingten Veranstaltungsausf\u00e4lle, wolle man k\u00fcnftig mit einer eigenen mobilen B\u00fchne nicht nur an mehreren Wochenenden im Jahr ein eigenes Unterhaltungsangebot auf die Beine stellen (letzteres von der Stadtverwaltung ohne Mehrkosten), sondern die B\u00fchne auch gegen eine geringe Geb\u00fchr (Auf- und Abbaukosten durch den Bauhof) \u00f6rtlichen Institutionen und Vereinen zur Verf\u00fcgung stellen.<\/p>\n<p>Man habe verschiedene Angebote f\u00fcr eine B\u00fchne eingeholt. Das Wunschobjekt soll rund 35.000 Euro kosten. Durch F\u00f6rdergelder von der Aktivregion Nord stehe aber in Aussicht, dass letztlich von der Stadt nur ein Eigenanteil von rund 16.000 Euro zu zahlen w\u00e4re, der von den aktuellen Finanzmitteln abgedeckt sei.<\/p>\n<p>Die Mehrheit der anwesenden Ausschussmitglieder schien von dem Vorsto\u00df der Verwaltung zun\u00e4chst alles andere als begeistert. So monierte Klaus Priebe (SPD), dass die Folgekosten wie f\u00fcr Licht- und Tontechnik nicht mitaufgef\u00fchrt seien. Hier entgegnete B\u00fcrgermeister Gunnar Koech: \u201eDie Stadtjugendpflege besitzt durchaus Technik, um kleinere R\u00e4ume zu bespielen. Die B\u00fchne ist die Grundlage, um niederschwellig ein Angebot zu kreieren.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIst das jetzt ein Meinungsaustausch? An welcher Stelle des Prozesses befinden wir uns?\u201c, fragte Andreas von Gropper (FRW) und leitete damit eine weitere grundlegendere Diskussion ein. Koech: \u201eLaut Satzung des Wirtschaftsbetriebe der Stadt ist genau das unsere Aufgabe. Die Mittel stehen zur Verf\u00fcgung. Die Summe der Kosten liegt in einer H\u00f6he, wo der B\u00fcrgermeister allein entscheiden darf. Sie m\u00fcssen das nicht genehmigen und nicht beschlie\u00dfen. Das Ganze h\u00e4tte sogar schon vollzogen sein k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDann bin ich dankbar, dass wir da geh\u00f6rt werden\u201c, gab von Gropper zur\u00fcck, \u201eIst es denn unsere Aufgabe (als Stadt) solche Dinge bereit zu stellen? Das ist ein Punkt, wo ich stolpere, ob das der richtige Weg ist. Bei R\u00e4umen ist das etwas anderes, aber Veranstaltungen mit Equipment zu erm\u00f6glichen und im gewissen Sinne in die Veranstaltungsbranche einzusteigen \u2013 das hat am Ende doch Konkurrenzpotential zu gewerblichen Anbietern &#8211; Leuten, die damit Geld verdienen. Ja, wir sollten Veranstaltern und K\u00fcnstlern den roten Teppich ausrollen, aber nicht mit Equipment.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch f\u00fchle mich da ein bi\u00dfchen \u00fcberrumpelt\u201c, gab Uwe Martens (SPD) zu Protokoll. Den Bericht der Verwaltung k\u00f6nne er nur zur Kenntnis nehmen, n\u00f6tig sei ein eigener Tagesordnungspunkt zum Meinungsausaustausch. \u201eDas hat alles etwas von \u201aFriss Vogel oder stirb\u2018\u201c, so Martens weiter, der eine rechtliche Pr\u00fcfung ins Spiel brachte, ob das Handeln des B\u00fcrgermeister in dieser Sache wirklich satzungsgem\u00e4\u00df sei.<\/p>\n<p>\u201eIch war sehr \u00fcberrascht, dass da schon ein F\u00f6rderantrag auftaucht\u201c, gab Ausschussvorsitzender Klaus-Stefan Clasen (Gr\u00fcne) sein Unbehagen \u00fcber den Ablauf zu Protokoll.<\/p>\n<p>\u201eVielleicht m\u00fcssen Sie mal die Satzung Ihrer Wirtschaftsbetriebe \u00fcberdenken?\u201c, ging Gunnar Koech in den Gegenangriff \u00fcber, \u201eDas ist ganz normal in der Satzung verankert\u201c, sagte er und begann den Anwesenden Ausz\u00fcge aus der Satzung vorlesen. Koech weiter: \u201eIch komme im Grunde nur meiner Aufgabe nach, Sie zu informieren.\u201c Weiter fragte er, ob Bedenken best\u00fcnden, weil das Vertrauen in die Verwaltung fehle. \u201eUnd wir w\u00fcrden keinem Veranstalter etwas wegnehmen, weil es ohne die B\u00fchne gar keine Veranstaltungen geben w\u00fcrde. So haben wir aber die M\u00f6glichkeit ein tolles Jahresprogramm auf die Beine zu stellen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas sehe ich ganz anders\u201c, ging J\u00fcrgen Hentschel (FRW) nochmals das Thema Satzung ein, \u201eSie werden Veranstalter und gehen in Konkurrenz zu Privaten. Das geht gegen die Satzung.\u201c Er schlug hingegen vor einmal ein Jahr lang ein Programm mit einer gemieteten B\u00fchne zu gestalten und dann zu \u201egucken, wie es l\u00e4uft und wer es alles nutzt\u201c. Wirtschaftlich sei es \u201eirrsinnig\u201c zu mieten, gab Koech zur\u00fcck. Den Vorwurf, dass seitens der Politik kein Vertrauen in der Arbeit der Mitarbeiter der Stadtverwaltung bestehe, wiesen die Ausschussmitglieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p>\u201eDass diese Entscheidung ohne den Ausschuss getroffen werden kann, stelle ich zun\u00e4chst mal Frage\u201c, erkl\u00e4rte ebenfalls Martin Bruns (CDU) seine Zweifel am Vorgehen des B\u00fcrgermeisters. \u201eDas kann ich nur best\u00e4rken\u201c, schaltete sich Uwe Martens wieder ein, \u201eWir sind die kommunale Selbstverwaltung. Ich f\u00fchle mich da au\u00dfen vor.\u201c<\/p>\n<p>Nach diesem Meinungsaustausch, der beim Tagesordnungspunkt \u201eBericht der Verwaltung\u201c eigentlich nicht vorgesehen ist, beendete der Ausschussvorsitzende Klaus-Stefan Clasen die Diskussion f\u00fcrs Erste. Ob Ratzeburg bald eine eigene mobile B\u00fchne hat, blieb somit zun\u00e4chst einmal offen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ratzeburg (aa). Am Dienstag (1. 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