{"id":25406,"date":"2020-09-03T06:14:21","date_gmt":"2020-09-03T04:14:21","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=25406"},"modified":"2020-09-03T09:52:57","modified_gmt":"2020-09-03T07:52:57","slug":"krebs-frueherkennung-wird-nur-wenig-genutzt-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2020\/09\/03\/krebs-frueherkennung-wird-nur-wenig-genutzt-2\/","title":{"rendered":"Krebs-Fr\u00fcherkennung wird nur wenig genutzt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> Krebs ist bei M\u00e4nnern und Frauen in Schleswig-Holstein nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die h\u00e4ufigste Todesursache. Umso verwunderlicher ist es, dass die Angebote zur Krebs-Fr\u00fcherkennung nur so wenig genutzt werden. Dass M\u00e4nner gro\u00dfe Vorsorgemuffel sind, ist hinl\u00e4nglich bekannt. Im Kreis Herzogtum Lauenburg war im vergangenen Jahr nicht einmal jeder sechste Mann \u00fcber 45 Jahren (18,1 Prozent) bei der Krebsvorsorge. Im Vorjahr waren es noch (20,5 Prozent). Doch auch bei den Frauen bleibt die Inanspruchnahme auf niedrigem Niveau. Das best\u00e4tigt eine aktuelle Auswertung der AOK NordWest. Danach nutzten nur 37,7 Prozent die Fr\u00fcherkennungsuntersuchung ab dem Alter von 20 Jahren. In 2018 waren es 36,0 Prozent. \u201eSowohl Frauen als auch M\u00e4nner sollten die kostenfreien Fr\u00fcherkennungsuntersuchungen der gesetzlichen Krankenkassen besser nutzen. Denn wenn Krebs fr\u00fchzeitig erkannt wird, bestehen gute Heilungschancen\u201d, sagt AOK-Serviceregionsleiter Reinhard Wunsch. Nach den derzeit aktuellsten Zahlen des Krebsregisters Schleswig-Holstein wurden im n\u00f6rdlichsten Bundesland im Jahr 2017 insgesamt 17.834 Krebs-Neuerkrankungen und 8.918 Todesf\u00e4lle erfasst.<\/p>\n<p>Daher ist es umso wichtiger, auf Warnzeichen des K\u00f6rpers zu achten und Risiken nicht zu ignorieren. \u201eBesonders M\u00e4nner gehen bei Schmerzen oder anderen Krankheitssymptomen h\u00e4ufig erst sp\u00e4t zum Arzt\u201c, so Wunsch. Au\u00dferdem meiden viele die Fr\u00fcherkennungsuntersuchungen, weil sie ihnen unangenehm erscheinen oder sie sich noch keine Gedanken dar\u00fcber gemacht haben. Finanzielle Gr\u00fcnde f\u00fcr das geringe Interesse an der Krebsvorsorge scheiden jedenfalls aus. \u201eDie gesetzlichen Fr\u00fcherkennungsuntersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen vollst\u00e4ndig bezahlt\u201d, sagt Wunsch.<\/p>\n<p><strong>Untersuchung f\u00fcr M\u00e4nner: Prostata und Darmspiegelung<\/strong><\/p>\n<p>M\u00e4nner haben ab dem Alter von 45 Jahren einmal im Jahr Anspruch auf Untersuchungen zur Fr\u00fcherkennung von Krebserkrankungen. Dazu geh\u00f6ren die Untersuchung der Prostata, der \u00e4u\u00dferen Geschlechtsorgane sowie das Abtasten der region\u00e4ren Lymphknoten. Ab sofort k\u00f6nnen M\u00e4nner ab 50 Jahren (bisher 55) auf Kosten ihrer gesetzlichen Krankenkasse eine Vorsorge-Darmspiegelung vornehmen lassen. Nach Ablauf von neun Kalenderjahren ist eine erneute Darmspiegelung m\u00f6glich. Wahlweise kann j\u00e4hrlich ein Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl vorgenommen werden, ab 55 Jahren alle zwei Jahre.<\/p>\n<p><strong>Krebs-Fr\u00fcherkennung f\u00fcr Frauen<\/strong><\/p>\n<p>Frauen haben ab dem Alter von 20 Jahren einmal j\u00e4hrlich Anspruch auf Krebs-Fr\u00fcherkennung. Dazu geh\u00f6ren Untersuchungen der Geschlechtsorgane und ein Abstrich vom Muttermund sowie aus dem Geb\u00e4rmutterhals. Ab dem 35. Lebensjahr wird der Abstrich alle drei Jahre durchgef\u00fchrt, zus\u00e4tzlich erfolgt ein Test auf humane Papillomviren (HPV). Ab dem 31. Lebensjahr ist ein Abtasten der Brust und der Achselh\u00f6hlen vorgesehen. Von 50 bis 69 Jahren kann alle zwei Jahre eine Mammographie im Rahmen des Mammographie-Screenings durchgef\u00fchrt werden. Zur Darmkrebsfr\u00fcherkennung wird ab dem 51. Lebensjahr einmal j\u00e4hrlich ein Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl angeboten, ab 55 Jahren alle zwei Jahre. Eine Darmspiegelung ist alternativ ab dem Alter von 55 Jahren m\u00f6glich. Nach Ablauf von neun Kalenderjahren kann eine neue Vorsorge-Darmspiegelung durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Bei besonderen Risiken oder Beschwerden k\u00f6nnen nach wie vor unabh\u00e4ngig davon bei M\u00e4nnern und Frauen Darmspieglungen durchgef\u00fchrt werden. Zur regelm\u00e4\u00dfigen Darmkrebsvorsorge werden gesetzlich Versicherte von ihrer Krankenkasse schriftlich eingeladen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). Krebs ist bei M\u00e4nnern und Frauen in Schleswig-Holstein nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die h\u00e4ufigste Todesursache. Umso verwunderlicher ist es, dass die Angebote zur Krebs-Fr\u00fcherkennung nur so wenig genutzt werden. Dass M\u00e4nner gro\u00dfe Vorsorgemuffel sind, ist hinl\u00e4nglich bekannt. 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