{"id":24631,"date":"2020-07-31T05:52:44","date_gmt":"2020-07-31T04:52:44","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=24631"},"modified":"2020-07-31T08:53:58","modified_gmt":"2020-07-31T07:53:58","slug":"schwarzarbeit-und-sozialbetrug-am-bau-kosten-staat-18-millionen-euro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2020\/07\/31\/schwarzarbeit-und-sozialbetrug-am-bau-kosten-staat-18-millionen-euro\/","title":{"rendered":"Schwarzarbeit und Sozialbetrug am Bau kosten Staat 1,8 Millionen Euro"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> Wenn billig am Ende teuer wird: Schwarzarbeit, illegale Besch\u00e4ftigung und Lohn-Prellerei in der Baubranche haben in der Region einen Millionenschaden verursacht. Das teilt die Gewerkschaft IG BAU mit und beruft sich auf eine aktuelle Auswertung des Bundesfinanzministeriums. Danach kontrollierten Beamte des Hauptzollamtes Kiel, das auch f\u00fcr den Kreis Herzogtum Lauenburg zust\u00e4ndig ist, im vergangenen Jahr insgesamt 375 Baufirmen und leiteten 329 Ermittlungsverfahren ein. Wegen illegaler Praktiken in der Branche entgingen dem Staat und den Sozialkassen 1,8\u00a0Millionen Euro.<\/p>\n<p>IG BAU-Bezirkschef Matthias Maurer spricht von einem \u201eerschreckenden Ausma\u00df krimineller Energie\u201c. Hier stehe das Image einer ganzen Branche auf dem Spiel. \u201eSauber wirtschaftende Firmen d\u00fcrfen nicht wegschauen, wenn sich Konkurrenten nicht an die Regeln halten. Gerade die Coronakrise hat ja gezeigt, wie wichtig die Bauwirtschaft als St\u00fctze der Konjunktur auch in der Region ist\u201c, so die IG BAU Hamburg. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Bau-Ums\u00e4tze in den ersten f\u00fcnf Monaten des Jahres trotz Pandemie um rund sieben Prozent.<\/p>\n<p>\u201eDas beste Mittel gegen unerlaubte Gesch\u00e4fte am Bau ist ein fairer Wettbewerb zu fairen L\u00f6hnen und Arbeitsbedingungen. Dazu muss sich die ganze Branche bekennen, wenn sie ihren Ruf nicht verspielen will\u201c, so der Gewerkschafter. Die Arbeitgeber h\u00e4tten in der laufenden Tarifrunde die Chance, die Bauberufe f\u00fcr Fach- und Nachwuchskr\u00e4fte attraktiver zu machen.<\/p>\n<p>Entscheidend sei aber auch, dass der Zoll schwarze Schafe noch st\u00e4rker in den Blick nehme. \u201eEs kommt nicht nur auf die Zahl der Kontrollen an, sondern auch auf die Qualit\u00e4t. Hier braucht die Finanzkontrolle Schwarzarbeit mehr Personal\u201c, so Maurer. Laut Finanzministerium waren beim Hauptzollamt Kiel zu Jahresbeginn lediglich 155\u00a0Planstellen besetzt.<\/p>\n<p>Die Zollstatistik geht auf eine parlamentarische Anfrage der Bundestagsabgeordneten Beate M\u00fcller-Gemmeke (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen) zur\u00fcck. Die Arbeitsmarktpolitikerin stellt gegen\u00fcber der IG BAU fest: \u201eSchwarzarbeit und Lohn-Betrug sind keine Kavaliersdelikte. Der Zoll muss gest\u00e4rkt werden, um fl\u00e4chendeckend kontrollieren und wirksam gegen illegale Machenschaften vorgehen zu k\u00f6nnen \u2013 gerade auf dem Bau.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). Wenn billig am Ende teuer wird: Schwarzarbeit, illegale Besch\u00e4ftigung und Lohn-Prellerei in der Baubranche haben in der Region einen Millionenschaden verursacht. Das teilt die Gewerkschaft IG BAU mit und beruft sich auf eine aktuelle Auswertung des Bundesfinanzministeriums. 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