{"id":24383,"date":"2020-07-21T09:51:07","date_gmt":"2020-07-21T08:51:07","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=24383"},"modified":"2020-07-21T09:51:07","modified_gmt":"2020-07-21T08:51:07","slug":"vorbeugung-gegen-die-afrikanische-schweinepest-landesregierung-kreise-und-kreisfreie-staedte-verlaengern-gemeinsames-massnahmenpaket","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2020\/07\/21\/vorbeugung-gegen-die-afrikanische-schweinepest-landesregierung-kreise-und-kreisfreie-staedte-verlaengern-gemeinsames-massnahmenpaket\/","title":{"rendered":"Vorbeugung gegen die Afrikanische Schweinepest: Landesregierung, Kreise und kreisfreie St\u00e4dte verl\u00e4ngern gemeinsames Ma\u00dfnahmenpaket"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kiel (pm).<\/strong> Zusammen mit dem Land machen sich die Kreise und kreisfreien St\u00e4dte f\u00fcr die Pr\u00e4vention der Afrikanischen Schweinepest (ASP) beim Schwarzwild stark: Sie verl\u00e4ngern das gemeinsame Ma\u00dfnahmenpaket. Das schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerium, der Landkreistag sowie der St\u00e4dteverband haben sich auf eine zweij\u00e4hrige Verl\u00e4ngerung des 2018 initiierten Abkommens verst\u00e4ndigt.<\/p>\n<p>Dazu sagte Dr. Dorit Kuhnt, Staatssekret\u00e4rin f\u00fcr Landwirtschaft: &#8222;Ich bedanke mich bei den Kreisen und kreisfreien St\u00e4dten f\u00fcr den Konsens zur Weiterf\u00fchrung dieses erfolgreich etablierten Ma\u00dfnahmenpakets. Die Ma\u00dfnahmen sind vor dem Hintergrund der in Nachbarl\u00e4ndern kursierenden Afrikanischen Schweinepest ein starkes Signal f\u00fcr eine gemeinsam getragene Pr\u00e4vention im Land. Sie bieten der J\u00e4gerschaft in Schleswig-Holstein auch in Zukunft verbesserte Bedingungen f\u00fcr die Schwarzwildjagd und schaffen Anreize f\u00fcr das wichtige ASP-Monitoring bei Fallwild. Diese Schritte haben sich in den vergangenen Jahren bew\u00e4hrt und werden von den J\u00e4gerinnen und J\u00e4gern gut angenommen. F\u00fcr ihr Engagement und ihr Mitwirken danke ich auch der J\u00e4gerschaft.&#8220;<\/p>\n<p>Der Schleswig-Holsteinische Landkreistag und der St\u00e4dteverband Schleswig-Holstein f\u00fchren aus, dass Land und Kreise sowie kreisfreie St\u00e4dte im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest nur gemeinsam die notwendigen Ma\u00dfnahmen einleiten und koordinieren k\u00f6nnten. Die Verb\u00e4nde freuen sich, dass sie an einem Strang ziehen und sich gemeinsam auf einen m\u00f6glichen Ausbruch vorbereiten.<\/p>\n<p>Mit dem Ma\u00dfnahmenpaket erhalten J\u00e4gerinnen und J\u00e4ger eine finanzielle Entsch\u00e4digung f\u00fcr den zus\u00e4tzlichen Aufwand, der durch die Suche nach verendetem Schwarzwild entsteht. Wer solches Fallwild findet, eine Probe f\u00fcr die Untersuchung auf ASP im Landeslabor entnehmen l\u00e4sst und das Fallwild ordnungsgem\u00e4\u00df entsorgt, erh\u00e4lt eine Aufwandsentsch\u00e4digung in H\u00f6he von 50 Euro. Die Entsorgung ist f\u00fcr die J\u00e4gerinnen und J\u00e4ger kostenfrei. Die Aufwandsentsch\u00e4digung zahlt das Land \u2013 dies wird \u00fcber das Landwirtschaftsministerium abgewickelt.<\/p>\n<p>Zudem ist die Infrastruktur zur unsch\u00e4dlichen Beseitigung des Aufbruchs, also der Innereien des erlegten Wilds, aufgebaut worden. Die Kreise und kreisfreien St\u00e4dte haben Sammelpl\u00e4tze mit Containern eingerichtet: Dort k\u00f6nnen J\u00e4gerinnen und J\u00e4ger verendetes Schwarzwild sowie Aufbruch des erlegten Schwarzwilds kostenfrei abliefern. Die gesammelten Tiere sowie die Eingeweide werden im Anschluss \u00fcber die Tierk\u00f6rperbeseitigung unsch\u00e4dlich entsorgt.<\/p>\n<p>Der finanzielle Rahmen des auf weitere zwei Jahre angelegten Ma\u00dfnahmenpakets liegt bei 200.000 Euro pro Jahr. Die Kosten teilen sich jeweils zur H\u00e4lfte die Kreise und kreisfreien St\u00e4dte mit dem Land; die Aufwandsentsch\u00e4digung im Zusammenhang mit Fallwild wird ausschlie\u00dflich vom Land getragen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Schwarzwild, das in Schleswig-Holstein erlegt wird, werden J\u00e4gerinnen und J\u00e4gern die Geb\u00fchren f\u00fcr die Untersuchung auf Trichinen \u2013 den Befall mit Fadenw\u00fcrmern \u2013 vonseiten der Kreise und kreisfreien St\u00e4dte erlassen. Die Kosten teilen sich weiterhin das Land und die Gebietsk\u00f6rperschaften. Eine Trichinenuntersuchung ist immer dann vorgeschrieben, wenn Schwarzwild verzehrt werden soll. Zur Erh\u00f6hung der Schwarzwildstrecke von 16.276 St\u00fcck im Jagdjahr 2018\/2019 auf 17.210 St\u00fcck Schwarzwild im Folgejagdjahr 2019\/2020 kann auch auf den Erlass der Trichinenuntersuchungsgeb\u00fchr beigetragen haben.<\/p>\n<p>Die Untersuchung des Fallwilds ist f\u00fcr das Monitoring auf Afrikanische Schweinepest als Fr\u00fchwarnsystem von besonderer Bedeutung, um einen m\u00f6glichen Eintrag der Tierseuche nach Schleswig-Holstein fr\u00fchzeitig zu entdecken. Infizierte Wildschweine k\u00f6nnen innerhalb weniger Tage an der Infektion mit dem Virus verenden; das Virus bleibt jedoch in den Kadavern \u00fcber lange Zeit infekti\u00f6s und kann somit weitere Wildschweine infizieren. Durch die Ma\u00dfnahme ist seit 2018 deutlich mehr Fallwild auf ASP untersucht worden als zuvor: Vom Jagdjahr 2018\/2019 zum Jagdjahr 2019\/2020 hat sich die Zahl f\u00fcr alle Untersuchungen des Schwarzwilds insgesamt verdoppelt; die Untersuchungen des Fallwilds haben sich sogar verdreifacht.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><\/p>\n<p>Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeige- und damit bek\u00e4mpfungspflichtige Tierseuche, die f\u00fcr den Menschen ungef\u00e4hrlich ist, sich allerdings geografisch zunehmend verbreitet. Sie tritt in vielen \u00f6stlichen und s\u00fcd\u00f6stlichen L\u00e4ndern Europas bei Wild- und Hausschweinen sowie in Belgien bei Wildschweinen auf. So wurde die ASP Ende 2019 erstmals bei Wildschweinen nahe der deutsch-polnischen Grenze auf polnischer Seite festgestellt. Auch die Fallzahlen steigen weiterhin stark an: Im ersten Halbjahr 2020 wurden mit 7.547 Ausbr\u00fcchen im Baltikum, in Belgien, Bulgarien, Griechenland, Moldawien, Polen, Rum\u00e4nien, Serbien, Slowakei, Ukraine und Ungarn bereits fast so viele Ausbr\u00fcche wie im gesamten Jahr 2019 (8.284 Ausbr\u00fcche) gemeldet. Deutschland ist bisher frei von der Tierseuche. Am Montag, 13. Juli, ist mit dem Bau eines 60 Kilometer langen Wildschutzzauns an der deutsch-polnischen Grenze begonnen worden \u2013 Mecklenburg-Vorpommern errichtet diesen f\u00fcr f\u00fcnf Jahre in Abstimmung mit polnischen Beh\u00f6rden. Die k\u00fcrzeste Distanz eines best\u00e4tigten Falles in Polen zur deutschen Staatsgrenze betr\u00e4gt derzeit nur 10,5 Kilometer.<\/p>\n<p>Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Bundesforschungsinstitut f\u00fcr Tiergesundheit, stuft das Risiko des Eintrags des Virus nach Deutschland durch kontaminiertes Schweinefleisch oder daraus hergestellte Erzeugnisse entlang des Fernstra\u00dfennetzes durch Fahrzeuge oder Personen als hoch ein. \u00dcber achtlos in die Umgebung entsorgte Lebensmittelreste k\u00f6nnen sich Wildschweine infizieren, wenn sie dieses Material aufnehmen. Ein Eintrag des Virus in die Wildschweinpopulation mit einem Sprung \u00fcber weite Entfernungen verdeutlicht das bestehende Risiko einer Einschleppung nach Deutschland durch menschliches Handeln. Aufgrund der ASP-F\u00e4lle im Westen Polens ist zudem das Risiko eines Eintrags nach Deutschland durch migrierende, infizierte Wildschweine deutlich gestiegen.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen <\/strong><\/p>\n<p><a class=\"RichTextIntLink Basepage\" title=\"Afrikanische Schweinepest (ASP) (\u00d6ffnet\u00a0neues\u00a0Fenster)\" href=\"https:\/\/www.schleswig-holstein.de\/DE\/Fachinhalte\/T\/tiergesundheit\/afrikanischeSchweinepest.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Antworten auf h\u00e4ufig gestellte Fragen zur Afrikanischen Schweinepest<\/a><\/p>\n<p><a class=\"RichTextExtLink ExternalLink\" title=\"Externer Link:\u00a0Dieser externe Link f\u00fchrt zur Internetseite des Friedrich-Loeffler-Instituts und enth\u00e4lt weitere Informationen \u00fcber die Afrikanische Schweinepest (\u00d6ffnet\u00a0neues\u00a0Fenster)\" href=\"https:\/\/www.fli.de\/de\/aktuelles\/tierseuchengeschehen\/afrikanische-schweinepest\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Informationen des Friedrich-Loeffler-Instituts<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiel (pm). 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