{"id":23854,"date":"2020-06-24T07:45:36","date_gmt":"2020-06-24T06:45:36","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=23854"},"modified":"2020-06-24T07:46:43","modified_gmt":"2020-06-24T06:46:43","slug":"bildungsministerin-stellt-konzept-fuer-schuljahr-2020-21-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2020\/06\/24\/bildungsministerin-stellt-konzept-fuer-schuljahr-2020-21-vor\/","title":{"rendered":"Bildungsministerin stellt Konzept f\u00fcr Schuljahr 2020\/21 vor"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herzogtum Lauenburg\/Kiel (pm).<\/strong> Bildungsministerin Karin Prien hat gestern (23. Juni) im Anschluss an die Kabinettssitzung das Rahmenkonzept f\u00fcr das Schuljahr 2020\/21 vorgestellt. &#8222;Schule ist viel mehr als ein Ort der Wissensvermittlung. Schule ist Lebens- und Lernort&#8220;, betonte die Ministerin gleich zu Beginn. Daher habe die Landesregierung heute im Kabinett das von ihr vorgelegte \u201e<a href=\"https:\/\/www.schleswig-holstein.de\/DE\/Landesregierung\/III\/Presse\/PI\/PDF\/2020\/III_Rahmenkonzept_Schuljahr_20_21.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Rahmenkonzept Schuljahr 2021\/21 &#8211; Ein Schuljahr im Corona-Regel-Betrieb<\/a>\u201c beschlossen.<\/p>\n<p>Zusammengefasst lasse sich sagen, dass &#8222;der Unterricht f\u00fcr alle Schularten und alle Jahrg\u00e4nge unter den regul\u00e4ren Bedingungen nach Stundentafel&#8220; wieder stattfinden solle. &#8222;Die Fachanforderungen werden umgesetzt und den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern soll das Erreichen aller Abschl\u00fcsse erm\u00f6glicht werden. M\u00f6glich wird der Start des Regelbetriebs unter Coronabedingungen durch die Umsetzung des Kohorten-Prinzips in allen Jahrgangsstufen und Schularten&#8220;, erl\u00e4uterte die Ministerin.<\/p>\n<p>Eine weitere positive Botschaft brachte die Ministerin aus der Kabinettsklausur in L\u00fcbeck mit: &#8222;Das Kabinett hat heute beschlossen, dem Finanzausschuss vorzuschlagen, zehn Millionen Euro der Coronahilfen mit den Zielen zu verwenden, zus\u00e4tzliches Personal f\u00fcr die p\u00e4dagogische Umsetzung der Digitalisierung sowie Schulen zum Ausgleich des durch die Coronakrise fehlenden Personals und zum Aufholen von Lernr\u00fcckst\u00e4nden zur Verf\u00fcgung zu stellen.&#8220;<\/p>\n<p>Im Rahmen der Pressekonferenz dankte Karin Prien den Lehrkr\u00e4ften im Land f\u00fcr das gro\u00dfe Engagement beim Lernsommer. 146 Schulen h\u00e4tten sich gemeldet und \u00fcber 600 Lehrerinnen und Lehrer werden im Sommer dabei helfen, die Br\u00fccke von diesem ins n\u00e4chste Schuljahr zu schlagen. &#8222;Das ist ein gro\u00dfer Erfolg f\u00fcr die \u00fcber 4.500 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern vor allem an Grund- und Gemeinschaftsschulen, die sich zum Lernsommer.SH angemeldet haben.&#8220;<\/p>\n<p>Begleitet wurde die Ministerin von Professor Kamila Jauch-Chara, der Direktorin der Klinik f\u00fcr Psychiatrie und Psychotherapie am UKSH, Professor Klaus Rabe, Chef der Pneumologie an der Lungenclinic Gro\u00dfhansdorf sowie Herrn Professor Philip Rosenstiel, dem Direktor des Instituts f\u00fcr Klinische Molekularbiologie aus Kiel.<\/p>\n<p>Professor Jauch-Chara: &#8222;In der Schule wird weitaus mehr vermittelt als blo\u00dfes Faktenwissen. Sie hat eine gro\u00dfe Bedeutung f\u00fcr die Reifung und Entwicklung der Kinder- und Jugendlichen. Die Schule pr\u00e4gt neben der kognitiven insbesondere die soziale und die Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung der Sch\u00fcler.&#8220; F\u00fcr diese Reifung und Weiterentwicklung ist es notwendig, dass Kinder- und Jugendliche die M\u00f6glichkeit erhalten, au\u00dferhalb der Familie mit \u201eDritten\u201c zu interagieren\u201c, erl\u00e4utert die Direktorin der Klinik f\u00fcr Psychiatrie und Psychotherapie am UKSH in Kiel, Professor Kamila Jauch-Chara. Sie betont: &#8222;Gerade im Kindes- und Jugendalter spielen die in der Schule besonders repr\u00e4sentierten Beziehungen zu Gleichaltrigen eine wichtige Rolle f\u00fcr das Wohlbefinden, die Identit\u00e4tsbildung sowie die soziale und kognitive Entwicklung.&#8220; Daher sei der Unterricht auf Distanz zuhause oder bei den Eltern auch auf Dauer keine gute L\u00f6sung. &#8222;Wenn das Zuhause zur Schule wird, greift das in die \u201eLebensordnung\u201c der Kinder und Jugendlichen ein. Die Familie wird nicht mehr mit einem R\u00fcckzugsort assoziiert, bei dem Zeit- und Leistungsgrund eine untergeordnete Rolle spielen.&#8220;<\/p>\n<p>Professor Rabe: &#8222;Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler haben keine so laute Lobby, wie mancher Wirtschaftsbereich. Dabei spricht auch aus Sicht eines Mediziners alles daf\u00fcr, Bildung in diesen Zeiten eine starke Stimme zu geben.&#8220; Der Chefarzt und Lungenspezialist sieht das Gesundheitswesen in Schleswig-Holstein gut vorbereitet. &#8222;Die Zusammenarbeit zwischen den Beh\u00f6rden, den Gesundheits\u00e4mtern, den Krankenh\u00e4usern und auch den niedergelassenen \u00c4rzten l\u00e4uft sehr gut. Schleswig-Holstein ist von daher gut darauf vorbereitet, dass es trotz aller Vorsicht zu begrenzten Ausbr\u00fcchen an Schulen kommen kann, und wahrscheinlich auch kommen wird&#8220;, so Rabe. Die Organisationsstrukturen im Land h\u00e4tten sich durch die Erfahrungen der vergangenen Monate noch einmal deutlich verbessert. Teil der medizinischen Antwort auf das Virus sei aber immer auch Aufkl\u00e4rung und Information. &#8222;Daher m\u00fcssen Lehrerinnen und Lehrer genau wie die Sch\u00fcler lernen, mit Wahrscheinlichkeiten und medizinischer Unsicherheit umzugehen. Es gibt keine absolute Sicherheit, aber es gibt die realistische M\u00f6glichkeit f\u00fcr alle an Schule Beteiligten, durch Aufmerksamkeit fr\u00fchzeitig zu reagieren.<\/p>\n<p>Professor Rosenstiel: &#8222;Heute sind die Infektionszahlen im Land trotz \u00d6ffnungsma\u00dfnahmen seit einigen Wochen konstant niedrig und das Infektionsgeschehen ist derzeit bis auf wenige Ausbr\u00fcche zur\u00fcckgedr\u00e4ngt&#8220;, betont Professor Philip Rosenstiel. Der Direktor des Instituts f\u00fcr Klinische Molekularbiologie verweist darauf, dass in den wenigen F\u00e4llen die Infektionsketten durch die zust\u00e4ndigen Gesundheits\u00e4mter nachverfolgt wurden. &#8222;Schulen sind unter hygienischen Auflagen teilweise ge\u00f6ffnet und auch die Sozialkontakte der Kinder und Familien untereinander haben wieder deutlich zugenommen&#8220;, so Rosenstiel. Da dies bisher ohne gr\u00f6\u00dfere Auswirkung auf das Infektionsgeschehen geblieben sei, und es auch keine belastbaren Studienergebnisse gebe, dass Kinder besonders stark das Virus verbreiteten, unterst\u00fctze er den Kurs der Landesregierung. &#8222;Der Weg zur\u00fcck zu einer Normalit\u00e4t kann aber nur gelingen, wenn wir achtsam sind und den errungenen Erfolg nicht durch Wegschauen preisgeben.&#8220; Das Infektionsgeschehen sei &#8211; anders als derzeit in Deutschland &#8211; weltweit aktiv auf dem Vormarsch. Daher d\u00fcrfe nicht der Eindruck entstehen, das Coronavirus k\u00f6nne aus unserem Bewusstsein nach hinten r\u00fccken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg\/Kiel (pm). Bildungsministerin Karin Prien hat gestern (23. Juni) im Anschluss an die Kabinettssitzung das Rahmenkonzept f\u00fcr das Schuljahr 2020\/21 vorgestellt. &#8222;Schule ist viel mehr als ein Ort der Wissensvermittlung. 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