{"id":22800,"date":"2020-05-07T07:52:31","date_gmt":"2020-05-07T06:52:31","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=22800"},"modified":"2020-05-07T07:52:31","modified_gmt":"2020-05-07T06:52:31","slug":"bauernverbandes-schleswig-holstein-entschiedenes-handeln-zur-verhinderung-von-gaensefrassschaeden-dringend-geboten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2020\/05\/07\/bauernverbandes-schleswig-holstein-entschiedenes-handeln-zur-verhinderung-von-gaensefrassschaeden-dringend-geboten\/","title":{"rendered":"Bauernverbandes Schleswig-Holstein:  Entschiedenes Handeln zur Verhinderung von  G\u00e4nsefra\u00dfsch\u00e4den dringend geboten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Rendsburg (pm).<\/strong> Die Best\u00e4nde von Wildg\u00e4nsen sind in den letzten Jahren stark angestiegen. Durch die wachsenden Populationen haben die Sch\u00e4den durch G\u00e4nsefra\u00df, aber auch die Verkotung auf landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4chen insbesondere auf den Inseln und an der Westk\u00fcste immer weiter zugenommen. Die Sch\u00e4den reichen bis zum Totalausfall sowohl auf Acker- als auch auf Weidefl\u00e4chen. Dadurch wird der wirtschaftliche Fortbestand der betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe in Frage gestellt. Dass sich die Lage dieses Jahr weiter zugespitzt hat, belegt die aktuelle Situation insbesondere auf den Inseln F\u00f6hr und Amrum, wo die G\u00e4nse das f\u00fcr die Tiere dringend ben\u00f6tigte Futter abfressen.<\/p>\n<p>Seit Jahren fordert der Bauernverband, dass ein wirksames Bestandsmanagement (Populationsentwicklung, Vergr\u00e4mung, Abschuss, gezielte Entnahme von Eiern aus Gelegen) etabliert werden muss. Hierzu wurde auf Anregen des Bauernverbandes Schleswig-Holstein der Gespr\u00e4chskreis \u201eWildg\u00e4nse in der Landwirtschaft&#8220; im Ministerium f\u00fcr Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und l\u00e4ndliche R\u00e4ume des Landes Schleswig-Holstein wiederbelebt. Der Pr\u00e4sident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein Werner Schwarz sieht die Bilanz des Gespr\u00e4chskreises kritisch. \u201eTrotz der langj\u00e4hrigen Thematisierung haben wir mit der Landesregierung keine Fortschritte erzielt\u201c, moniert Schwarz. Das schleswig-holsteinische Umweltministerium ignoriere einen einstimmigen Beschluss des Landtages aus dem Jahr 2016 zum \u201eG\u00e4nsemonitoring und G\u00e4nsemanagement in Schleswig-Holstein&#8220;. Das Konzept sieht die Aufstellung international abgestimmter Managementpl\u00e4ne und landesweit abgestimmter Handlungskonzepte f\u00fcr Fra\u00dfsch\u00e4den in der Landwirtschaft vor. Vor diesem Hintergrund sei es unverst\u00e4ndlich, so Schwarz weiter, dass das Land aus dem internationalen AEWA-Abkommen (Afrikanisch-Eurasisches Wasservogel-Abkommen als Teil der Bonner Konvention) bez\u00fcglich der Graugans ausgetreten sei. Bei den in dieser Arbeitsgruppe verbundenen Flugrouten-Anrainerstaaten bestehe Einigkeit, dass eine mitgliedsstaats\u00fcbergreifende dynamisches beziehungsweise anpassungsf\u00e4hige Bestandsmanagementplanung (\u201eadaptive management plan\u201c) als effektiver und den unterschiedlichen Interessen gerecht werdenden Ansatz zu realisieren ist, zumal der g\u00fcnstige Erhaltungszustand der G\u00e4nsepopulation gesichert sei. Bei diesem Ansatz schere Deutschland \u2013 unter Federf\u00fchrung der K\u00fcstenl\u00e4nder Niedersachsen und Schleswig-Holstein \u2013 nun aus.<\/p>\n<p>Der Verbandspr\u00e4sident fordert das Gegenteil: \u201eDie Regulierung der Best\u00e4nde zum Schutz der Landwirtschaft ist zul\u00e4ssig, notwendig und geboten.\u201c\u00a0 Stattdessen setzte das Land auf Entsch\u00e4digungszahlungen. Dieser Ansatz sei zu begr\u00fc\u00dfen, so Schwarz, dies sei aber gegen\u00fcber der Schadensvermeidung nachrangig. \u201eDie Landwirte wollen ihren Betrieb bewirtschaften und ihr Vieh weiden k\u00f6nnen und nicht zum Bittsteller werden.\u201c betont der Verbandsvorsitzende. Zudem seien Entw\u00fcrfe f\u00fcr die Entsch\u00e4digungsregelung zu kompliziert und nicht befriedigend. Der Bauernverband habe stattdessen schon seit l\u00e4ngerem ein einfaches Verfahren mit einem vollen Ersatz der G\u00e4nsefra\u00dfsch\u00e4den angemahnt.<\/p>\n<p>Auch auf die Frage der Kontamination durch G\u00e4nsekot und die damit verbundenen Gefahren f\u00fcr die Tiere der Landwirte hat der Verband seit langem hingewiesen, ohne dass das Land diese Bedenken aufgegriffen h\u00e4tte. Das mit Keimen belastete Futter steht im Verdacht, Tiere krank zu machen. Unter diesen Bedingungen wird es in Zukunft immer schwerer, die Tierhalter davon zu \u00fcberzeugen, ihre Tiere auf den Weiden und Deichen weiden zu lassen.<br \/>\nEin erster Schritt, der schnell realisiert werden k\u00f6nne, w\u00e4re aus Sicht des Verbandes, die Bejagungsm\u00f6glichkeiten r\u00e4umlich und zeitlich zu erweitern. Darin sei man sich mit dem Landesjagdverband einig. Folgen m\u00fcsse eine z\u00fcgige Umsetzung des Landtagsbeschlusses zur Einf\u00fchrung des adaptiven Bestandsmanagements.<\/p>\n<p>Seit seiner Gr\u00fcndung am 12. Februar 1947 ist der Bauernverband die Interessenvertretung von Landwirtschaft und l\u00e4ndlichem Raum in Schleswig &#8211; Holstein. Aufgabe des Verbandes ist es, landwirtschaftliche Anliegen auf allen Ebenen einzubringen und durchzusetzen. Nicht nur in der Agrarpolitik, sondern auch in der Wirtschafts &#8211; , Rechts &#8211; , Sozial &#8211; und Umweltpolitik vertritt der Verband die Interessen seiner Mitglieder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rendsburg (pm). Die Best\u00e4nde von Wildg\u00e4nsen sind in den letzten Jahren stark angestiegen. Durch die wachsenden Populationen haben die Sch\u00e4den durch G\u00e4nsefra\u00df, aber auch die Verkotung auf landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4chen insbesondere auf den Inseln und an der Westk\u00fcste immer weiter zugenommen. 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