{"id":22349,"date":"2020-04-17T09:10:50","date_gmt":"2020-04-17T08:10:50","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=22349"},"modified":"2020-04-17T09:10:50","modified_gmt":"2020-04-17T08:10:50","slug":"braende-in-der-ukraine-wirbeln-auf-rekordflaeche-radioaktive-teilchen-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2020\/04\/17\/braende-in-der-ukraine-wirbeln-auf-rekordflaeche-radioaktive-teilchen-auf\/","title":{"rendered":"Br\u00e4nde in der Ukraine wirbeln auf Rekordfl\u00e4che radioaktive Teilchen auf"},"content":{"rendered":"<p><strong>Tschernobyl (pm).<\/strong> Die Br\u00e4nde in der Sperrzone rund um das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine haben auf 48.700 Hektar, einer Fl\u00e4che halb so gro\u00df wie Berlin, Radioaktivit\u00e4t aufgewirbelt. Das zeigt eine aktuelle Greenpeace-Analyse, bei der Satellitenbilder vom Beginn der Feuer bis zum gestrigen Ende des Brandes ausgewertet wurden. Zum Zeitpunkt ihrer gr\u00f6\u00dften Ausdehnung kamen die Waldbr\u00e4nde in der Sperrzone um das havarierte Atomkraftwerk bis auf 1,5 Kilometer an den Sarkophag des Reaktors heran. Zeitweise war die Rauchfahne bis zu 200 Kilometer lang 20 Kilometer breit und reichte weit \u00fcber das rund 100 Kilometer Luftlinie entfernte Kiew hinaus. Damit waren die Br\u00e4nde in dem radioaktiv belasteten Gebiet weitaus gr\u00f6\u00dfer als die Feuer des Jahres 2015 mit rund 17.000 Hektarverbrannter Fl\u00e4che. \u201cBei Feuern dieses Ausma\u00dfes geht auch 34 Jahre nach dem Reaktorungl\u00fcck von den kontaminierten B\u00f6den eine gro\u00dfe gesundheitliche Gefahr aus\u201d, sagt Heinz Smital, Atomphysiker von Greenpeace.<\/p>\n<p>Die verbrannten W\u00e4lder in der Ukraine sind stark radioaktiv kontaminiert. Seit der Explosion des Reaktors 1986 finden sich C\u00e4sium 137, Plutonium 239 und Strontium 90 in der oberen Humusschicht und den Pflanzen. Das Feuer wirbelt das radioaktive Material in die Luft und verteilt es weitl\u00e4ufig mit dem Wind. Menschen, die den Rauch riechen k\u00f6nnen, atmen die strahlenden und giftigen Partikel auch mit ein. \u201cIn der Lunge wirkt Plutonium weitaus sch\u00e4dlicher als auf der Haut\u201d, sagt Heinz Smital. \u201cDer giftige und radioaktive Stoff wird bei Atomunf\u00e4llen etwas 250 Mal problematischer eingesch\u00e4tzt als C\u00e4sium 137. Bisher gibt es keine Daten dar\u00fcber, wie viel Strahlung das Feuer aufgewirbelt und weiter verteilt hat.\u201d<\/p>\n<p><strong>Greenpeace wertet Brandherde mit Satelliten aus<\/strong><\/p>\n<p>Die aktuellen Zahlen zu den Br\u00e4nden in der Ukraine stammen von Greenpeace Russland. Dort wertet ein Team der Umweltsch\u00fctzer seit Jahren Satellitenbilder aus, um weltweit Umweltver\u00e4nderungen und -verbrechen auf die Spur zu kommen. Mit Hilfe von \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Bildern der Nasa konnten die Greenpeace-Expertinnen und Experten bereits in der ersten Aprilwoche kurz nach Ausbruch des Feuers das wahre Ausma\u00df des Brandes ermitteln. Die ebenfalls in Russland t\u00e4tigen freiwilligen Waldbrand- Bek\u00e4mpferinnen und -bek\u00e4mpfer von Greenpeace, die sogenannten Fire-Fighter, waren an keinem Einsatz in der N\u00e4he von Tschernobyl beteiligt. Sie arbeiten eng mit den russischen Beh\u00f6rden zu den kontaminierten Gebieten in Russland zusammen. Gegenw\u00e4rtig ruht die Arbeit dort aufgrund der Covid-19-Beschr\u00e4nkungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tschernobyl (pm). Die Br\u00e4nde in der Sperrzone rund um das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine haben auf 48.700 Hektar, einer Fl\u00e4che halb so gro\u00df wie Berlin, Radioaktivit\u00e4t aufgewirbelt. 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