{"id":21299,"date":"2020-03-05T09:01:19","date_gmt":"2020-03-05T08:01:19","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=21299"},"modified":"2020-03-06T12:19:31","modified_gmt":"2020-03-06T11:19:31","slug":"frauentag-am-8-maerz-gewerkschaft-ngg-kritisiert-lohnluecke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2020\/03\/05\/frauentag-am-8-maerz-gewerkschaft-ngg-kritisiert-lohnluecke\/","title":{"rendered":"Frauentag am 8. M\u00e4rz: Gewerkschaft NGG kritisiert Lohnl\u00fccke"},"content":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). Sie arbeiten genauso lang, ziehen aber beim Verdienst den K\u00fcrzeren: Frauen, die im Kreis Herzogtum Lauenburg eine Vollzeit-Stelle haben, verdienen rund 390 Euro weniger im Monat als ihre m\u00e4nnlichen Kollegen. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten zum Internationalen Frauentag am 8. M\u00e4rz hingewiesen.<\/p>\n<p>Die NGG beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit. Danach liegt das durchschnittliche Vollzeit-Einkommen von Frauen im Kreis Herzogtum Lauenburg aktuell bei 2.674 Euro im Monat \u2013 M\u00e4nner mit der gleichen Arbeitszeit kommen auf 3.062 Euro. Das macht einen Unterschied von dreizehn Prozent.<\/p>\n<p>\u201eEs kann nicht sein, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt noch immer so stark benachteiligt sind. Viele Unternehmen in der Region nutzen das Lohngef\u00e4lle aus, obwohl sie mehr zahlen m\u00fcssten\u201c, kritisiert Silke Kettner von der NGG-Region Hamburg-Elmshorn. Besonders problematisch sei die Situation in frauendominierten Berufen \u2013 etwa im Service einer Gastst\u00e4tte oder im Verkauf einer B\u00e4ckerei. Wenn hier nicht nach Tarif gezahlt werde, tr\u00e4fen niedrige L\u00f6hne h\u00e4ufig auf Teilzeitjobs und befristete Stellen. \u201eDie Folge sind geringe Einkommen und im Alter Mini-Renten, die Frauen dann beim Amt aufstocken m\u00fcssen\u201c, so Kettner.<\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung der Gewerkschafterin d\u00fcrfte der tats\u00e4chliche \u201eGender Pay Gap\u201c, die Lohnl\u00fccke zwischen den Geschlechtern, im Kreis Herzogtum Lauenburg bei deutlich \u00fcber dreizehn Prozent liegen. \u201eBezieht man Teilzeitstellen und Minijobs in die Rechnung ein, wird die Kluft noch gr\u00f6\u00dfer. Denn hier arbeiten mehr Frauen als M\u00e4nner. Zugleich sind die L\u00f6hne im<br \/>\nSchnitt deutlich niedriger\u201c, sagt die NGG-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin. Das zeige sich gerade im Gastgewerbe: Nach Angaben der Arbeitsagentur werden im Kreis aktuell 63 Prozent aller Teilzeit- und Minijobs in der Branche von Frauen erledigt.<\/p>\n<p>\u201eHinzu kommt, dass noch immer zu viele Frauen zu Hause bleiben \u2013 nicht zuletzt auch, weil das Ehegatten-Splitting bei der Steuer die Rollenteilung verst\u00e4rkt\u201c, so Kettner. Damit gehe dem heimischen Arbeitsmarkt eine gro\u00dfe Chance durch die Lappen. Mit Blick auf die Alterung der Gesellschaft und den Fachkr\u00e4ftemangel m\u00fcssten eigentlich schon heute viel mehr Frauen ins Berufsleben einsteigen.<\/p>\n<p>Die NGG fordert die Unternehmen auf, die unterschiedliche Bezahlung von Frauen und M\u00e4nnern in vergleichbaren Positionen zu beenden. Auch die Politik sei gefordert. \u201eStatt immer neuer Lippenbekenntnisse zum Frauentag brauchen wir einen gesetzlichen Anspruch auf gleiches Geld f\u00fcr gleichwertige Arbeit, der Wirkung zeigt und in den Betrieben zwingend umgesetzt werden muss. Alles andere ist im Jahr 2020 von vorgestern\u201c, so Kettner.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). Sie arbeiten genauso lang, ziehen aber beim Verdienst den K\u00fcrzeren: Frauen, die im Kreis Herzogtum Lauenburg eine Vollzeit-Stelle haben, verdienen rund 390 Euro weniger im Monat als ihre m\u00e4nnlichen Kollegen. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten zum Internationalen Frauentag am 8. M\u00e4rz hingewiesen. 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