{"id":20070,"date":"2020-01-10T12:04:22","date_gmt":"2020-01-10T11:04:22","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=20070"},"modified":"2020-01-10T12:05:36","modified_gmt":"2020-01-10T11:05:36","slug":"kreis-herzogtum-lauenburg-bei-den-1-900-bauarbeitern-droht-10-euro-lohn-luecke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2020\/01\/10\/kreis-herzogtum-lauenburg-bei-den-1-900-bauarbeitern-droht-10-euro-lohn-luecke\/","title":{"rendered":"Kreis Herzogtum Lauenburg: Bei den 1.900 Bauarbeitern droht 10-Euro-Lohn-L\u00fccke"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> Zwei Bauarbeiter, die gleiche Arbeit \u2013 und trotzdem zwei unterschiedliche L\u00f6hne: Gut zehn Euro k\u00f6nnten die L\u00f6hne pro Stunde auf den Baustellen im Kreis Herzogtum Lauenburg bald auseinandergehen. Denn Bauarbeiter, die keinen Tariflohn bekommen, m\u00fcssen jetzt sogar um ihren Branchen-Mindestlohn bangen. Das teilt die IG BAU Hamburg mit. Betroffen davon k\u00f6nnte ein Gro\u00dfteil der rund 1.900 Bauarbeiter im Kreis Herzogtum Lauenburg sein.<\/p>\n<p>\u201eBauhandwerk und Bauindustrie m\u00fcssen jetzt das tun, was die IG BAU schon gemacht hat: Die Arbeitgeber m\u00fcssen n\u00e4mlich einem Schlichterspruch und damit neuen Bau-Mindestl\u00f6hnen zustimmen. Passiert das nicht, droht dem Bau im Kreis Herzogtum Lauenburg schlimmstenfalls der gesetzliche Mindestlohn von 9,35 Euro pro Stunde als unterste Verdienstgrenze. Jetzt h\u00e4ngt alles am seidenen Faden der Arbeitgeber\u201c, sagt IG BAU-Bezirksvorsitzender Matthias Maurer.<\/p>\n<p>Der Schlichterspruch sieht vor, dass die Branchen-Mindestl\u00f6hne auf dem Bau ab April steigen \u2013 und zwar auf 12,55 Euro f\u00fcr Hilfsarbeiten (Mindestlohn 1) und auf 15,40 Euro f\u00fcr Facharbeiten (Mindestlohn 2). \u201eDiese Bau-Mindestl\u00f6hne sind die Lohn-Stoppschilder nach unten. Und genau die braucht der Bau ganz dringend. Wenn die Arbeitgeber die neuen Branchen-Mindestl\u00f6hne allerdings nicht akzeptieren, dann w\u00e4re das ein Lockruf an alle Billig-Firmen aus dem In- und Ausland, als Dumping-Konkurrenz auf den Markt zu dr\u00e4ngen. Diese Billigheimer w\u00fcrden dann ordentlich arbeitenden und anst\u00e4ndig \u2013 n\u00e4mlich den Tariflohn \u2013 bezahlenden Unternehmen im Kreis Herzogtum Lauenburg wirtschaftlich das Handwerk legen\u201c, sagt Maurer. Der Vorsitzende der IG BAU Hamburg warnt die heimischen Bauunternehmen davor, sich hier auf einen \u201eKamikaze-Kurs\u201c einzulassen. Der Countdown dazu laufe bereits: Die Arbeitgeber m\u00fcssen bis zum kommenden Freitag \u2013 also bis zum 17. Januar \u2013 gr\u00fcnes Licht f\u00fcr h\u00f6here Mindestl\u00f6hne auf dem Bau geben.<\/p>\n<p>Die IG BAU ruft deshalb \u201ealle anst\u00e4ndigen Bauunternehmen im Kreis auf, im Schulterschluss mit anderen als \u201astarke Schleswig-Holstein-Kraft\u2018 klare Signale an den Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und an den Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) zu senden \u2013 und zwar f\u00fcr das Akzeptieren der neuen Bau-Mindestl\u00f6hne.<\/p>\n<p>\u201eHier steht viel auf dem Spiel. N\u00e4mlich der faire Wettbewerb bei fairer Bezahlung. Der Bau darf nicht zur Niedriglohn-Branche werden. Denn die Folgen f\u00fcr die Besch\u00e4ftigungsentwicklung w\u00e4ren verheerend \u2013 und das mitten im Bau-Boom: Selbst Facharbeiter w\u00fcrden dann abwandern. Vom Niedriglohn-Image der Baubranche und ihrem fehlenden Nachwuchs ganz zu schweigen\u201c, macht Matthias Maurer klar. Gerade jungen Menschen m\u00fcsse das Signal gegeben werden, dass der Bau eine boomende Branche mit Zukunft sei, in der man was Tolles schaffen, den Erfolg seiner Arbeit sehen und gutes Geld verdienen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Mit dem Tariflohn sei die \u201eLohnlatte\u201c fair gelegt. Der Basis-Tariflohn f\u00fcr einen erfahrenen Maurer, Zimmerer oder Stra\u00dfenbauer im Kreis Herzogtum Lauenburg liege derzeit bei 20,63 Euro. \u201eW\u00fcrden Unternehmen, die nicht an den Tariflohn gebunden sind, k\u00fcnftig lediglich den gesetzlichen Mindestlohn von derzeit nur 9,35 Euro bezahlen, dann w\u00fcrde das eine krasse Kluft von \u00fcber zehn Euro beim Stundenlohn bedeuten. Das w\u00fcrde der Bau nicht verkraften. Denn das w\u00fcrde zu Lasten der Unternehmen gehen, die f\u00fcr fairen Wettbewerb und Qualit\u00e4t stehen\u201c, so Maurer. Dem Bau drohe dann ein regelrechter Preiskampf.<\/p>\n<p>Genau dieser Punkt habe den Pr\u00e4sidenten des Bundessozialgerichts, Professor Dr. Rainer Schlegel, als Schlichter f\u00fcr das Bauhauptgewerbe offensichtlich bewogen, sich f\u00fcr neue Bau-Mindestl\u00f6hne auszusprechen. \u201eDieser Schlichterspruch ist f\u00fcr alle Seiten \u2013 f\u00fcr die IG BAU, die ihm bereits zugestimmt hat, vor allem aber f\u00fcr Bauhandwerk und Bauindustrie \u2013 akzeptabel. Zum Wohle der Branche wird\u2019s jetzt Zeit, dass auch die Arbeitgeber ihn akzeptieren\u201c, fordert der Vorsitzende der IG BAU Hamburg, Matthias Maurer. Wie es tarifpolitisch dann auf dem Bau weitergeht, dar\u00fcber werden IG BAU und Bau-Arbeitgeber bereits im Fr\u00fchjahr verhandeln: Dann steht n\u00e4mlich die neue Lohn-Tarifrunde an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). 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