{"id":19532,"date":"2019-12-07T05:43:14","date_gmt":"2019-12-07T04:43:14","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=19532"},"modified":"2019-12-07T11:35:44","modified_gmt":"2019-12-07T10:35:44","slug":"lotterie-der-sparkassen-hilft-menschen-aus-der-ueberschuldung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2019\/12\/07\/lotterie-der-sparkassen-hilft-menschen-aus-der-ueberschuldung\/","title":{"rendered":"Lotterie der Sparkassen hilft Menschen aus der \u00dcberschuldung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herzogtum Lauenburg (aa\/pm).<\/strong> Diakonisches Werk und Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg (KSK) ziehen an einem Strang, wenn es um die Schuldner- und Insolvenzberatung geht. Mit knapp 26.000 Euro unterst\u00fctzt das Kreditinstitut in diesem Jahr die Arbeit hier im Kreis. Dr. Stefan Kram (KSK) und Heiko Steiner (Diakonisches Werk) stellten das gemeinsame Engagement vor.<\/p>\n<p>Die F\u00f6rdermittel kommen aus der Lotterie Los-Sparen der Sparkassen in Schleswig-Holstein. Im Kreis profitiert in erster Linie das Diakonische Werk Herzogtum Lauenburg mit den drei Schuldnerberatungsstellen in Geesthacht, M\u00f6lln und Lauenburg von der finanziellen Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Ein Los der Lotterie kostet monatlich f\u00fcnf Euro. Von dieser Summe spart der Kunde vier Euro im Monat an und bekommt den Sparanteil inklusive Zinsen jetzt kurz vor Weihnachten wieder ausgezahlt. Ein Euro ist der Lotterie-Einsatz, der dem Kunden bei f\u00fcnfzehn Auslosungen im Jahr Gewinne im Wert von insgesamt 3,6 Millionen Euro in Aussicht stellt.<\/p>\n<p>Ein Teil dieses Lotterie-Einsatzes flie\u00dft aber auch hier in den Kreis zur\u00fcck. Jedes Jahr unterst\u00fctzt die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg Projekte in Vereinen und Organisationen mit mehr als 50.000 Euro allein aus diesem Topf. Ein weiterer Teil kommt in Abstimmung mit dem Sparkassen- und Giroverband f\u00fcr Schleswig-Holstein der Schuldner- und Insolvenzberatung im Land zugute. &#8222;Wir sehen, dass auch die Privatinsolvenzen im Allgemeinen steigen. Da ist es gut, dass es so ein Angebot gibt&#8220;, erkl\u00e4rt Kram und erg\u00e4nzt: &#8222;Wir f\u00fchlen uns da \u00fcber das Kreditgesch\u00e4ft hinaus regional und lokal verantwortlich.&#8220;<\/p>\n<p>Hier vor Ort liegt diese Aufgabe in den H\u00e4nden des Diakonischen Werkes Herzogtum Lauenburg, das dem Kirchenkreis L\u00fcbeck-Lauenburg angegliedert ist. Seine Schuldnerberatungsstellen sind vom Ministerium f\u00fcr Soziales, Gesundheit, Jugend Familie und Senioren anerkannt. Die Beratungsfachkr\u00e4fte kommen aus den Bereichen Sozialp\u00e4dagogik, Psychologie, Sozial\u00f6konomie sowie Rechtswissenschaften und sind damit multiprofessionell aufgestellt. Mit Beratungsstellen ist man in M\u00f6lln, Lauenburg und Geesthacht pr\u00e4sent. &#8222;Wir haben jede Woche allein in M\u00f6lln rund zehn Ratsuchende. Die Nachfrage ist ungebrochen hoch&#8220;, wei\u00df Juliane M\u00fcller, Leiterin der Schuldnerberatung zu berichten. Einmal pro Woche werde eine offene Sprechstunde ohne Voranmeldung angeboten. Ein Erstgespr\u00e4ch dauere rund eine Stunde. Zun\u00e4chst gelte es f\u00fcr die Berater stets krisengezielt zu beraten und stabilisierend auf die jeweilige Lebenssituationen einzuwirken. &#8222;Es gibt immer eine L\u00f6sung&#8220;, macht M\u00fcller Mut, sendet aber auch den Appell, dass man im Idealfall zur Beratung kommen sollte, bevor man in die \u00dcberschuldung ger\u00e4t. &#8222;In den letzten Jahren ist die \u00dcberschuldungsquote in Deutschland auf 6,9 Millionen Menschen gestiegen&#8220;, so M\u00fcller. Im Kreis Herzogtum Lauenburg seien rund zehn Prozent der Bev\u00f6lkerung \u00fcberschuldet. Rund 1.000 Betroffene pro Jahr erhalten Hilfe durch die Schuldnerberatung. &#8222;Es kann jeden treffen&#8220;, wei\u00df M\u00fcller. Zu den Betroffenen geh\u00f6rten auch immer mehr \u00e4ltere Menschen. Die Zahl der \u00fcber 70-J\u00e4hrigen habe sich in den letzten Jahren fast verdoppelt. Sie geht aber von einer noch h\u00f6heren Dunkelziffer aus, da bei \u00e4lteren Menschen auf die Hemmschwelle sehr hoch sei und eine gewisse Scham bestehe, soziale Leistung in Anspruch zu nehmen und die finanziellen Probleme einzugestehen.<\/p>\n<p>\u201eLaut Schuldenatlas ist die \u00dcberschuldung von Privatpersonen in Deutschland im vergangenen Jahr zum f\u00fcnften Mal in Folge angestiegen\u201c, so Heiko Steiner vom Diakonischen Werk Herzogtum Lauenburg. Das zeige die gro\u00dfe Notwendigkeit ihrer Arbeit sehr deutlich. Besonders die Alters\u00fcberschuldung, der boomende Niedriglohnsektor und die Zunahme von Ratsuchenden mit psychischen Erkrankungen sei ein wachsendes Problem. Diese Themen sind f\u00fcr die Kreissparkasse wichtige Ansatzpunkte. \u201eDas Engagement dieser Beratungsstellen unterst\u00fctzt manche unserer Kunden sehr sinnvoll bei der Regelung ihrer finanziellen Situation\u201c, so der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Dr. Stefan Kram. Gerade beim Thema Altersarmut sei das oft eine hilfreiche Ma\u00dfnahme. Besonders f\u00fcr Kunden, die durch den Tod eines Partners pl\u00f6tzlich in eine schwierige Lage geraten.<\/p>\n<p>Ebenso wichtig sind die Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen, die die Schuldnerberatung des Diakonischen Werkes seit Jahrzehnten mit hoher Nachfrage an den Schulen im Kreis durchf\u00fchrt. Die jungen Menschen werden so fr\u00fchzeitig informiert und f\u00fcr das Thema Schulden sensibilisiert. Sie lernen mit der Verantwortung f\u00fcr ihre eigenen Finanzen klarzukommen. Die Arbeit zeigt Wirkung: die \u00dcberschuldung junger Menschen nahm im Jahr 2018 bundesweit ab.<\/p>\n<p>Die Sparkassen in Schleswig-Holstein haben es sich auf die Fahnen geschrieben, mit den Ertr\u00e4gen aus der Lotterie Los-Sparen auch in den kommenden Jahren neben den vielen kleinen Projekten in Vereinen und Verb\u00e4nden auch die Beratungsstellen regelm\u00e4\u00dfig zu f\u00f6rdern, damit diese so wertvolle Arbeit optimal fortgesetzt werden kann. Das bedeutet, dass die Menschen im Kreis mithelfen k\u00f6nnen, diese Summe noch zu vergr\u00f6\u00dfern, denn von jedem Los kommt ein kleiner Teil dem Kreis und damit dem Leben hier vor Ort zugute. Steiner: &#8222;Wir freuen uns \u00fcber diese verl\u00e4ssliche j\u00e4hrliche Zuwendung. Sie ist wichtig, um dauerhaft pr\u00e4sent zu sein und fachlich qualifizierte Arbeit bieten zu k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (aa\/pm). 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