{"id":18686,"date":"2019-11-05T09:49:50","date_gmt":"2019-11-05T07:49:50","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=18686"},"modified":"2019-11-05T09:49:50","modified_gmt":"2019-11-05T07:49:50","slug":"verbaende-lehnen-die-ortsumgehung-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2019\/11\/05\/verbaende-lehnen-die-ortsumgehung-ab\/","title":{"rendered":"Verb\u00e4nde lehnen die Ortsumgehung ab"},"content":{"rendered":"<p><strong>Geesthacht (pm).<\/strong> Drei Tage lang wurden im Ratssaal in einer nicht \u00f6ffentlichen Anh\u00f6rung des Amtes f\u00fcr Planfeststellung Verkehr zwischen den Vertretern des Landesbetriebs Verkehr (LBV) als Vorhabentr\u00e4ger und den einwendenden Verb\u00e4nden Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Naturschutzbund Deutschland, Landesverband SH (NABU) und Allgemeiner Deutscher Fahrradclub (ADFC) sowie einigen privaten Einwendern die \u00fcber 140 Einwendungen gegen die geplante Ortsumgehung Geesthacht detailliert er\u00f6rtert. Die Liste der Kritikpunkte reichte von der fehlenden Rechtfertigung der Notwendigkeit des Vorhabens bis zu den baubedingten Auswirkungen der geplanten Ma\u00dfnahmen. Die Vertreter des NABU, BUND und des ADFC \u00e4u\u00dferten sich einhellig ablehnend gegen dieses Projekt, dessen Kosten bereits jetzt auf \u00fcber 120 Millionen Euro gesch\u00e4tzt werden.<\/p>\n<p>In der von allen Seiten fair und kompetent gef\u00fchrten Er\u00f6rterung wurden die unterschiedlichen Standpunkte klar und konnten kontr\u00e4rer nicht sein: Der LBV zog sich aus Sicht der Verb\u00e4nde auf seine &#8222;veralteten&#8220; Richtlinien zur\u00fcck, wollte die vorgehaltenen Planungsdefizite nicht eingestehen und seine Pl\u00e4ne nicht oder nur unma\u00dfgeblich \u00e4ndern. Die Verb\u00e4nde forderten einen Planungsstopp und beantragten, gem\u00e4\u00df dem von der Bundesumweltministerin als notwendig erachteten Paradigmenwechsel beim Klimaschutz, neue Verkehrsgutachten zu erstellen und ein nachhaltiges Mobilit\u00e4tskonzept gemeinsam mit den Umlandgemeinden und den Verb\u00e4nden zu erstellen, um unter anderem auch den Herausforderungen der Klimakrise und des Artenschutzes gerecht zu werden.<\/p>\n<p>Dietger Michaelis (BUND), Dr. Roland Doerffer (NABU), J\u00fcrgen Ziemer (ADFC) und weitere Mitstreiter begr\u00fcndeten die ablehnende Haltung: \u201eWir lehnen die geplante Ortsumgehung Geesthachts als Neubau der teilweise vierspurigen A25\/B5 grunds\u00e4tzlich ab, da sie in ihren vielf\u00e4ltig negativen Auswirkungen gegen die umweltpolitischen Ziele sowohl der Bundesregierung als auch des rechtsverbindlichen Pariser Abkommens zum Klima- und Ressourcenschutz verst\u00f6\u00dft. Das Vorhaben steht auch im krassen Widerspruch zu dem Ziel des Weltklimarates und der Vereinten Nationen, die Erderw\u00e4rmung auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen, um katastrophale Auswirkungen der Klimaver\u00e4nderung auf dem gesamten Planeten f\u00fcr Mensch und Natur noch zu verhindern.<\/p>\n<p>Das Vorhaben bedroht und zerst\u00f6rt h\u00f6chst sch\u00fctzenswerten Lebensraum von Fauna und Flora unwiederbringlich, insbesondere im Bereich des Elbhangs, und verst\u00e4rkt das Artensterben. Die geplanten Eingriffsminderungs-, Ausgleichs- und Ersatzma\u00dfnahmen, sind zu gering bemessen beziehungsweise nicht geeignet, die schweren Sch\u00e4den zu kompensieren.\u201c<\/p>\n<p>Die Verb\u00e4nde bem\u00e4ngelten zudem, dass die Ortsumgehung zu keiner erheblichen Entlastung des Verkehrs in Geesthacht f\u00fchren w\u00fcrde, da der Anteil des reinen Durchgangsverkehrs in Geesthacht gem\u00e4\u00df Gutachten PGT nur 10,7 Prozent betr\u00e4gt. \u201eNur um diesen Anteil und um diejenigen Fahrten, die die geplante Auffahrt Geesthacht Nord w\u00e4hlen, also durch die Oberstadt fahren, w\u00fcrden die Anwohner an der B5 entlastet. Dadurch sinkt der Verkehrsl\u00e4rm an der B 5 aber nur minimal&#8220;, so Michaelis, \u201eDurch den geplanten Autobahnabschnitt w\u00fcrde aber zus\u00e4tzlicher Verkehr angezogen, besonders auch durch Hohenhorn, so dass bisher wenig belastete Stra\u00dfen dann st\u00e4rker belastet w\u00fcrden.\u201c<\/p>\n<p>\u201eVon Escheburg bis Gr\u00fcnhof, auch im Neubaugebiet Finkenweg Nord, in Hohenhorn, Hamwarde, Gut Hasenthal und der Heinrich Jebens Siedlung w\u00fcrde es zu einer sehr erheblichen Verl\u00e4rmung kommen, weil die Umgehungsstra\u00dfe weit \u00fcberwiegend auf einem Damm geplant ist. Der Erholungswert insbesondere des Geesthangs, des Gr\u00fcng\u00fcrtels der Oberstadt und des Hasenthals wird bei dem zu erwartenden Verkehrsl\u00e4rm mit Dauerrauschen und heulenden Reifen praktisch zerst\u00f6rt. Fl\u00fcsterasphalt ist nicht geplant,\u201c so Dr. Doerffer und erg\u00e4nzt: \u201eIm Ortsteil Gr\u00fcnhof sind keine L\u00e4rmschutzma\u00dfnahmen vorgesehen, obwohl die B5 bis auf wenige Meter an die H\u00e4user heran reicht. Die zus\u00e4tzliche Belastung durch Abgase wurde nicht untersucht und es fehlt eine umfassende CO2-Bilanz, die den Verkehr und die Bauma\u00dfnahmen mit ber\u00fccksichtigt.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_18688\" aria-describedby=\"caption-attachment-18688\" style=\"width: 236px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/2021.herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Kerbtal-Fahrendorf-Gammer-Weg.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-18688\" src=\"https:\/\/2021.herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Kerbtal-Fahrendorf-Gammer-Weg-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"236\" height=\"419\" srcset=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Kerbtal-Fahrendorf-Gammer-Weg-169x300.jpg 169w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Kerbtal-Fahrendorf-Gammer-Weg-236x420.jpg 236w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Kerbtal-Fahrendorf-Gammer-Weg.jpg 340w\" sizes=\"(max-width: 236px) 100vw, 236px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-18688\" class=\"wp-caption-text\">Das Kerbtal Gammer Weg in der Gemeinde Fahrendorf ginge durch die Ortsumgehung verloren. Foto: hfr<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das \u00fcber 30 Meter hohe Br\u00fcckenbauwerk zur Querung des Elbhangs westlich von Geesthacht w\u00fcrde das Landschaftsbild erheblichst beeintr\u00e4chtigen, \u00e4u\u00dferst wertvolle, nicht ersetzbare Biotope zerst\u00f6ren und den Biotopverbund zerschneiden. Der in Planung befindliche Radschnellweg und ein zweites Gleis f\u00fcr den zuk\u00fcnftigen Bahnverkehr nach Hamburg werden nach wie vor nicht ber\u00fccksichtigt. Die Br\u00fcckenunterf\u00fchrung ist f\u00fcr die Bahn zu klein geplant. J\u00fcrgen Ziemer vom ADFC bem\u00e4ngelt, dass durch die Zerschneidung der Landschaft mit Barrieren und die Zerst\u00f6rung von Naherholungsgebieten durch die geplante Ortsumgehung die Lebensqualit\u00e4t der Bev\u00f6lkerung stark beeintr\u00e4chtigt w\u00fcrde: \u201eWie sollen denn behinderte Menschen die 6,5 Prozent Steigungen bei den \u00dcberf\u00fchrungen \u00fcberwinden?\u201c<\/p>\n<p>Die Umweltverb\u00e4nde forderten die Planfeststellungsbeh\u00f6rde abschlie\u00dfend auf, sich ihren Argumenten anzuschlie\u00dfen und das Verfahren einzustellen: \u201ePolitik und Verwaltung m\u00fcssen dieses gegen Klimaschutz, Menschen, Umwelt und Natur r\u00fccksichtslose Projekt stoppen zugunsten einer \u00f6kologisch nachhaltigen Verkehrsinfrastruktur!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geesthacht (pm). 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