{"id":17609,"date":"2019-09-23T06:32:45","date_gmt":"2019-09-23T04:32:45","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=17609"},"modified":"2019-09-24T08:48:41","modified_gmt":"2019-09-24T06:48:41","slug":"in-schleswig-holstein-ist-jeder-siebte-haushalt-von-armut-bedroht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2019\/09\/23\/in-schleswig-holstein-ist-jeder-siebte-haushalt-von-armut-bedroht\/","title":{"rendered":"In Schleswig-Holstein ist jeder siebte Haushalt von Armut bedroht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> Arm trotz Arbeit: Ein gro\u00dfer Teil der 25.900 Menschen, die im Kreis Herzogtum Lauenburg nur einen Teilzeit- oder Minijob haben, ist nach Einsch\u00e4tzung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten (NGG) von Erwerbsarmut bedroht. \u201eInsbesondere Frauen, die halbtags oder nur einzelne Tage in der Woche arbeiten, fehlt am Monatsende das n\u00f6tige Geld. F\u00fcr viele Familien im Kreis ist ein Kinobesuch oder ein neuer Schulranzen l\u00e4ngst zum Luxus geworden\u201c, sagt Silke Kettner von der NGG Hamburg-Elmshorn mit Blick auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts. Danach ist jeder siebte Haushalt (15,3 Prozent) in Schleswig-Holstein armutsgef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>Als armutsgef\u00e4hrdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens zur Verf\u00fcgung hat. Gewerkschafterin Kettner warnt vor einer \u201eSchieflage in der Gesellschaft und am Arbeitsmarkt\u201c. Es k\u00f6nne nicht sein, dass sich Tausende n\u00f6tige Dinge des Alltags nicht mehr leisten k\u00f6nnten. \u201eDaf\u00fcr haben aber auch die Arbeitgeber eine Mitverantwortung. Wer sich um Tarifvertr\u00e4ge dr\u00fcckt und auf prek\u00e4re Jobs statt Vollzeitstellen setzt, der sorgt f\u00fcr magere Lohnzettel\u201c, kritisiert die NGG-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin. So kommt eine Teilzeitkraft, die 25 Wochenstunden in einer B\u00e4ckerei oder Fleischerei arbeitet, die nicht nach Tarif zahlt, auf einen Verdienst von etwa 970 Euro brutto im Monat. Die Armutsgrenze f\u00fcr eine Familie mit zwei Kindern liegt nach amtlicher Definition hingegen bei aktuell 2.174 Euro pro Monat \u2013 netto.<\/p>\n<p>\u201eL\u00e4ngst nicht nur Alleinerziehende, sondern zunehmend auch Doppelverdiener haben Schwierigkeiten, \u00fcber diese Grenze zu kommen. Die Leidtragenden sind oft die Kinder\u201c, so Kettner. Nach einer Studie des Parit\u00e4tischen Wohlfahrtsverbands stehen den \u00e4rmsten zehn Prozent der Paarhaushalte lediglich 44 Euro monatlich pro Kind f\u00fcr Freizeit, Sport und Kultur zur Verf\u00fcgung. Bei einer durchschnittlichen Familie sind es 123 Euro, bei den reichsten zehn Prozent 257 Euro.<\/p>\n<p>Die NGG Hamburg-Elmshorn ruft Betriebe in der Region dazu auf, sich zu armutsfesten Tarifstandards und vollwertigen Arbeitspl\u00e4tzen zu bekennen. Nur so k\u00f6nne Armut \u201ean der<br \/>\nWurzel gepackt\u201c werden. Aber auch die Politik sei viel st\u00e4rker gefordert. \u201eDas neue Bildungs- und Teilhabegesetz ist ein Schritt in die richtige Richtung, reicht aber nicht\u201c, betont Kettner. Nach dem Gesetz gibt es f\u00fcr Kinder in Hartz-IV-Familien und Geringverdiener-Haushalten seit August einen Zuschuss von 150 Euro pro Schuljahr \u2013 etwa f\u00fcr B\u00fccher oder Lernsoftware. Bisher waren es 100 Euro. Wer Wohngeld oder Kinderzuschlag bezieht, ist von Kita-Geb\u00fchren befreit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). 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