{"id":17531,"date":"2019-09-20T09:22:13","date_gmt":"2019-09-20T07:22:13","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=17531"},"modified":"2019-09-20T09:22:13","modified_gmt":"2019-09-20T07:22:13","slug":"warumallein-ratzeburger-dialogprojekt-zum-thema-einsamkeit-zieht-eine-erste-bilanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2019\/09\/20\/warumallein-ratzeburger-dialogprojekt-zum-thema-einsamkeit-zieht-eine-erste-bilanz\/","title":{"rendered":"&#8218;warumAllein?&#8216; &#8211; Ratzeburger Dialogprojekt zum Thema &#8222;Einsamkeit&#8220; zieht eine erste Bilanz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ratzeburg (pm).<\/strong> Die erste Runde des Ratzeburger Dialogprojektes &#8222;<a href=\"https:\/\/2021.herzogtum-direkt.de\/index.php\/2019\/08\/16\/warum-allein\/\">warum Allein?<\/a>&#8220; hat in der vergangene Woche Menschen in den verschiedenen Stadtteilen zusammengef\u00fchrt, um \u00fcber das Thema &#8222;Einsamkeit&#8220; zu diskutieren. Moderator Lars Hartwig aus L\u00fcbeck erarbeitete mit den jeweiligen Gruppen in der Ansveruskirche, im Rathaus und in der Lauenburgischen Gelehrtenschule an drei Tagen jeweils eine subjektive Stadtteilbeschreibung, in der Faktoren, die Einsamkeit vor Ort beg\u00fcnstigen oder lindern k\u00f6nnten, zusammengetragen wurden. Es galt dabei vor allem \u00f6ffentliche Begegnungs- wie Veranstaltungsr\u00e4ume zu benennen, an denen Menschen in den Stadteilen zusammen finden k\u00f6nnen, und deren Erreichbarkeit zu beschreiben. Aber auch die nachbarschaftlichen Entwicklungen in den Wohnquartieren wurden hinterfragt, im Sinne von Zusammenhalt oder Anonymit\u00e4t.<\/p>\n<p>Auf gro\u00dfen Stadteilkarten entstanden so visualisierte Lagebeschreibungen, erg\u00e4nzt durch eine beschreibende Charakterisierung des jeweiligen Stadtteils. Diese zeigte sich f\u00fcr die Vorstadt und den St. Georgsberg sehr unterschiedlich und vielf\u00e4ltig, von &#8222;kleinst\u00e4dtisch und langweilig&#8220; \u00fcber &#8222;idyllisch, erholsam und naturnah&#8220; bis &#8222;schrecklich laut und angenehm ruhig&#8220;. Diese Beschreibungen \u00e4nderten sich durchaus, wenn man einzelne Wohnquartiere in den Blick nahm. So gab es einen deutlichen Unterschied in den Beschreibungen zwischen &#8222;alten Wohnblocks&#8220; und den &#8222;Neubaugebieten&#8220;, der sich ebenso in der Zuordnung von &#8222;Anonymit\u00e4t&#8220;, eher in den \u00e4lteren Wohnquartieren und &#8222;Gemeinschaft&#8220; , eher in den Neubaugebieten, ausdr\u00fcckte. Als Mangel wurde in beiden Stadtteilen vor allem das geringe Angebot von Gastronomie und Einzelhandel sowie die fehlenden Veranstaltungs- und Begegnungsr\u00e4ume und Veranstaltungsangebote genannt. Nur wenige Begegnungsinseln konnten jeweils beschrieben werden, an denen Menschen einfach, kostenfrei und ohne Zugeh\u00f6rigkeit in einen Verein oder Organisation zusammenkommen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Eine ganze andere Beschreibung zeigte sich auf der Insel. Hier wurde ein lebendiges Stadtzentrum einer Kleinstadt beschrieben, mit einer immer noch funktionierender Einzelhandelsstruktur sowie vielen gastronomischen, kulturellen und freizeitorientierten Angeboten und \u00f6ffentlichen Begegnungsr\u00e4umen. Im Gegensatz zu den au\u00dfenliegenden Stadtteilen zeigten sich diese Angebote in der Bewertung auch deutlich barriere\u00e4rmer, beispielsweise im Sinne von Kostenfreiheit. So wurden belebte R\u00e4ume wie der Kurpark und der Marktplatz oder auch wiederkehrende kostenfreie Ausstellungen, Vortr\u00e4ge, selbst musikalische Darbietungen in dieser Stadtteilbeschreibung benannt.<\/p>\n<p>Dies wurde auch in den Dialogrunden in der Vorstadt und dem St. Georgsberg so gesehen, allerdings verbunden mit der deutlichen Kritik, dass gerade die kulturellen Angebote auf der Insel, oftmals in den Abendstunden gelegen, mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreichbar seien. Man k\u00e4me noch hin, aber nach 20 Uhr nur selten zur\u00fcck. Aus Sicht des Moderators Lars Hartwig eine \u00fcberraschende Beschreibung: &#8222;Es scheint, dass das Stadtzentrum von Ratzeburg sich mit seinen zahlreichen Angeboten in den Abendstunden von den anderen Stadtteilen gewisserma\u00dfen entkoppelt.&#8220;<\/p>\n<p>Die gewonnenen Stadtteilbeschreibungen werden nun vom Organisationsteam des Dialogprojektes, das im Rahmen des Programms &#8222;miteinander reden&#8220; der Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung gef\u00f6rdert wird, ausgewertet. Auf ihrer Grundlage soll am Montag, 21. Oktober 2019, in der Ansveruskirche in der Vorstadt und am Mittwoch, 23. Oktober 2019, in der Grundschule St. Georgsberg jeweils von 15 bis 18 Uhr weiter mit B\u00fcrgern \u00fcber L\u00f6sungsans\u00e4tze und Ideen diskutiert werden, um gerade alleinstehenden Menschen die Teilhabe am stadtgesellschaftlichen Leben zu erleichtern oder zu erm\u00f6glichen. Dazu beitragen soll auch eine Umfrageaktion, die bis in den Oktober \u00fcber einen \u00f6ffentlichen Aktionsbriefkasten erfolgt. Dieser hat, vollausgestattet mit Stift und Frageb\u00f6gen, seine erste Station in der Stadtb\u00fccherei bezogen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ratzeburg (pm). Die erste Runde des Ratzeburger Dialogprojektes &#8222;warum Allein?&#8220; hat in der vergangene Woche Menschen in den verschiedenen Stadtteilen zusammengef\u00fchrt, um \u00fcber das Thema &#8222;Einsamkeit&#8220; zu diskutieren. 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