{"id":17109,"date":"2019-09-05T05:35:50","date_gmt":"2019-09-05T03:35:50","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=17109"},"modified":"2019-09-05T10:52:48","modified_gmt":"2019-09-05T08:52:48","slug":"psychosoziale-notfallversorgung-juergen-hensel-wird-als-blaulicht-seelsorger-offiziell-eingefuehrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2019\/09\/05\/psychosoziale-notfallversorgung-juergen-hensel-wird-als-blaulicht-seelsorger-offiziell-eingefuehrt\/","title":{"rendered":"Psychosoziale Notfallversorgung: J\u00fcrgen Hensel wird als Blaulicht-Seelsorger offiziell eingef\u00fchrt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> Genau vor einem Jahr trat er seinen neuen Dienst als Seelsorger f\u00fcr den Rettungsdienst im Kreis Herzogtum Lauenburg an. Daf\u00fcr verlie\u00df er nach zwanzig Jahren seine Ratzeburger Gemeinde St. Georgsberg \u2013 mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Denn J\u00fcrgen Hensel ist der geborene Seelsorger f\u00fcr Extremsituationen. Am Sonntag, 8. September 2019, wird er in der St.-Petri-Kirche Ratzeburg offiziell durch Pr\u00f6pstin Frauke Eiben in sein Amt eingef\u00fchrt. Der Gottesdienst beginnt um 17 Uhr.<\/p>\n<p>Seit sechs Jahren ist Hensel bereits Notfall- und Feuerwehrseelsorger in der Propstei Lauenburg und widmet sich nun ganz der so genannten Psychosozialen Notfallversorgung f\u00fcr Betroffene und Einsatzkr\u00e4fte. Zu seinen Aufgabengebieten geh\u00f6ren die Vor- und Nachsorge bei Feuerwehr-Eins\u00e4tzen des Kreisfeuerwehrverbandes Herzogtum Lauenburg sowie des Rettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes. Auch Amtshandlungen wie Taufen, Trauungen und Beerdigungen t\u00e4tigt er in der \u201eBlaulicht-Fraktion\u201c, wie der 57-J\u00e4hrige seine neue \u201eGemeinde\u201c liebevoll nennt.<\/p>\n<p>Die bereits bestehenden Kontakte durch die Feuerwehr zum Rettungsdienst konnten im ersten Jahr deutlich ausgebaut werden: \u201eGerade die Kontaktpflege, das Kennenlernen spielt in diesem Bereich eine wesentliche Rolle\u201c, erkl\u00e4rt J\u00fcrgen Hensel. So konnten im ersten Jahr der neuen T\u00e4tigkeit bereits viele rettungsdienstliche Eins\u00e4tze begleitet werden, Personal wurde \u00fcber den Umgang mit belastenden Situationen geschult und lebensbegleitende Seelsorge wurde vielfach in Anspruch genommen. Auch wurden Feuerwehrleuten bei dem Brand im mecklenburgischen L\u00fcbtheen begleitet: \u201eEs waren sehr viele Ehrenamtliche durch die gef\u00e4hrlichen Begleitumst\u00e4nde gef\u00e4hrdet\u201c, erkl\u00e4rt der Seelsorger.<\/p>\n<p>Und auch die Kameraden sagen: \u201eWir haben jetzt einen Ansprechpartner, wenn wir ihn brauchen. J\u00fcrgen ist locker, wir reden auf Augenh\u00f6he in guter Atmosph\u00e4re\u201c. Hensel ist zufrieden mit Entwicklung in den ersten zw\u00f6lf Monaten. \u201eIch merke, dass das Thema Psychosoziale Notfallversorgung bei Mitarbeitern und F\u00fchrung angekommen ist\u201c, best\u00e4tigt er. Diese Entwicklung schlage sich auch in den Einsatzzahlen der Notfallseelsorge nieder: Durch die gesteigerte Akzeptanz bei den Einsatzkr\u00e4ften w\u00fcrden wesentlich mehr Angeh\u00f6rige und Betroffene nach belastenden Situationen von den jeweils diensthabenden Pastoren betreut. \u201eEine sehr erfreuliche Entwicklung\u201c, fasst der Blaulicht-Pastor zusammen.<\/p>\n<p>Eine Affinit\u00e4t zu seiner jetzigen Aufgabe hat der Pastor seit seinem Zivildienst beim Rettungsdienst und der weiteren T\u00e4tigkeit in diesem Bereich. Er trat in die \u00f6rtliche Feuerwehr ein, absolvierte die Grundausbildung und sp\u00e4ter weitere Zusatzausbildungen wie der als Fachwart f\u00fcr Feuerwehr-Seelsorge, die ihn bef\u00e4higen, Unfallopfer, deren Angeh\u00f6rigen sowie die Helfer seelsorgerlich zu betreuen. \u201eF\u00fcr alles, was die Seele betrifft, sind wir Seelsorger da\u201c. Insbesondere wird sein seelsorgerlicher Beistand bei schweren Unf\u00e4llen gebraucht. \u201eIch bin f\u00fcr die Betroffenen und ihre Angeh\u00f6rigen da, aber auch f\u00fcr die Kameraden. Denn so mancher Einsatz geht auch ihnen an die Nieren\u201c, so Hensel. Zusammen mit einem Team aus ehrenamtlichen kollegialen Begleitern \u2013 sog. Peers &#8211; sowohl bei der Feuerwehr als auch im Rettungsdienst, die ebenfalls auf der Landesfeuerwehrschule in Harrislee ausgebildet wurden, verteilen sich dann die Lasten und Aufgaben auf viele Schultern. So auch in der Notfallseelsorge, in die alle Pastores der Propstei mit zwei Bereitschaftswochen im Jahr eingebunden sind.<\/p>\n<p>\u201eAuch ein Seelsorger muss mal reden\u201c. Das tut J\u00fcrgen Hensel auch mit seinen Kameraden: \u201eNach jedem Einsatz kommen wir zusammen und besprechen die Ereignisse, um sie besser verarbeiten zu k\u00f6nnen\u201c. Er bietet den Kameraden bei Bedarf auch langfristige seelsorgerliche Begleitung nach extremen Situationen an. \u201eDas wird von vielen in Anspruch genommen.\u201c \u2013 Dazu kommt selbstverst\u00e4ndlich auch lebensbegleitende Seelsorge, die nicht einsatzbezogen ist.<\/p>\n<p>Seine Liebe f\u00fcr diesen Beruf merkt jeder, der den Seelsorger kennenlernt, an. Ihm geht es um die Menschlichkeit und die Seele der Betroffenen. \u201eWas ich pers\u00f6nlich sehr sch\u00e4tze, ist die gro\u00dfe Dankbarkeit, die mir entgegengebracht wird. Zeit zu haben und mit den Betroffenen zu reden, ist so wichtig, insbesondere in unserer schnelllebigen Zeit. Ihnen Sicherheit zu vermitteln und Ruhe auszustrahlen ist das, was sie brauchen. Und bei all meinem Tun f\u00fchle ich mich vom Glauben getragen \u2013 ohne dem w\u00e4re all dieses nicht m\u00f6glich.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). 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