{"id":16897,"date":"2019-08-29T08:24:02","date_gmt":"2019-08-29T06:24:02","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=16897"},"modified":"2019-08-29T08:24:02","modified_gmt":"2019-08-29T06:24:02","slug":"umsonst-arbeit-beschaeftigte-im-kreis-herzogtum-lauenburg-machten-12-millionen-unbezahlte-ueberstunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2019\/08\/29\/umsonst-arbeit-beschaeftigte-im-kreis-herzogtum-lauenburg-machten-12-millionen-unbezahlte-ueberstunden\/","title":{"rendered":"Umsonst-Arbeit: Besch\u00e4ftigte im Kreis Herzogtum Lauenburg machten 1,2 Millionen unbezahlte \u00dcberstunden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> Wenn der Kreis Herzogtum Lauenburg richtig schuftet, kommt ein \u00dcberstunden-Berg heraus: Rund 2,2 Millionen Arbeitsstunden haben die Besch\u00e4ftigten hier im vergangenen Jahr zus\u00e4tzlich geleistet. Davon 1,2 Millionen \u00dcberstunden zum Nulltarif \u2013 ohne Bezahlung. Das geht aus dem \u201e\u00dcberstunden-Monitor\u201c hervor, den das Pestel-Institut im Auftrag der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten (NGG) erstellt hat. Danach haben alle Besch\u00e4ftigten den Unternehmen im Kreis Herzogtum Lauenburg 29 Millionen Euro \u201egeschenkt\u201c.<\/p>\n<p>Allein in Hotels und Gastst\u00e4tten leisteten die Besch\u00e4ftigten hier im vergangenen Jahr rund 57.000 \u00dcberstunden. Das hat das Pestel-Institut auf Basis des Mikrozensus berechnet. Die Wissenschaftler sind von bundesweiten Durchschnittswerten ausgegangen. Demnach waren 44 Prozent aller im Kreis Herzogtum Lauenburg geleisteten \u00dcberstunden im Gastgewerbe unbezahlt. F\u00fcr 2018 bedeutet dies \u2013 bei 12 Euro Lohnkosten pro Stunde f\u00fcr den Arbeitgeber \u2013 ein \u201eLohn-Geschenk\u201c von 303.000 Euro.<\/p>\n<p>\u201eVon der K\u00fcchenhilfe im Hotel bis zum Kellner im Biergarten: Wer im Gastgewerbe arbeitet, ist auf jeden Euro angewiesen. Dabei sind 47 Prozent dieser Arbeitspl\u00e4tze im Kreis Herzogtum Lauenburg Minijobs\u201c, sagt NGG-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Silke Kettner. Das Problem der 450-Euro-Kr\u00e4fte: Sie d\u00fcrfen keinen Euro hinzuverdienen. \u201eAlso werden die \u00dcberstunden entweder gar nicht oder schwarz bezahlt \u2013 bar auf die Hand. Statt Minijobber mit 450 Euro abzuspeisen, sollte das Gastgewerbe endlich mehr Menschen regul\u00e4r besch\u00e4ftigen und ordentlich bezahlen\u201c, fordert Kettner.<\/p>\n<p>Die NGG geht in Sachen Arbeitszeit jetzt in die Offensive: Sie stellt sich mit der Gastgewerbe-Kampagne \u201e#fairdient\u201c hinter die rund 2.800 Besch\u00e4ftigten in den Hotels, Restaurants und Gastst\u00e4tten im Kreis Herzogtum Lauenburg. Denn ihnen drohe \u2013 \u00fcber den verlorenen Lohn bei Umsonst-\u00dcberstunden hinaus \u2013 noch ein anderes Problem: Der Deutsche Hotel- und Gastst\u00e4ttenverband (Dehoga) dr\u00e4nge die Bundesregierung, die Arbeitszeiten noch flexibler zu machen. \u201eEs geht darum, das Arbeitszeitgesetz zu durchl\u00f6chern. Ziel der Arbeitgeber ist es, die H\u00f6chstarbeitszeit auf bis zu dreizehn Stunden pro Tag auszuweiten\u201c, kritisiert Kettner.<\/p>\n<p>Der Dehoga werde sich mit seinem Vorsto\u00df \u201eein Eigentor schie\u00dfen\u201c, so die NGG. Denn das Hotel- und Gastst\u00e4ttengewerbe k\u00f6nnte durch eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit an Attraktivit\u00e4t einb\u00fc\u00dfen. \u201eGerade junge Menschen werden dadurch verschreckt. Und das bei der \u2013 im Branchenvergleich \u2013 ohnehin schon besonders niedrigen Ausbildungsquote\u201c, sagt Kettner.<\/p>\n<p>Die Gewerkschafterin warnt: Mehr arbeiten zu m\u00fcssen, bedeute immer auch ein h\u00f6heres Gesundheitsrisiko. \u201eSchlafst\u00f6rungen, Ersch\u00f6pfung, R\u00fcckenschmerzen und sogar Arbeitsunf\u00e4lle k\u00f6nnen die Folge sein.\u201c Die bestehende Regelung der Arbeitszeit sei deshalb ein wichtiger Schutz der Besch\u00e4ftigten.<\/p>\n<p>Im Gastgewerbe sei es bereits heute gang und g\u00e4be, \u00fcberdurchschnittlich oft an Wochenenden und Feiertagen, sp\u00e4tabends und auf Abruf zu arbeiten. \u201eDazu kommt ein guter \u201aFlex-Faktor\u2018 durch Arbeitszeitkonten. In Tarifvertr\u00e4gen hat die NGG mit dem Dehoga vielf\u00e4ltige Arbeitszeitmodelle vereinbart. Zu viele Betriebe setzen diese aber gar nicht in der Praxis um, sondern wollen einen Freifahrtschein. Wir fordern die Unternehmen auf, sich an diese Regelungen zu halten und die Dienstpl\u00e4ne fr\u00fchzeitig und verl\u00e4sslich zu schreiben\u201c, so Gewerkschafterin Kettner.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). Wenn der Kreis Herzogtum Lauenburg richtig schuftet, kommt ein \u00dcberstunden-Berg heraus: Rund 2,2 Millionen Arbeitsstunden haben die Besch\u00e4ftigten hier im vergangenen Jahr zus\u00e4tzlich geleistet. Davon 1,2 Millionen \u00dcberstunden zum Nulltarif \u2013 ohne Bezahlung. Das geht aus dem \u201e\u00dcberstunden-Monitor\u201c hervor, den das Pestel-Institut im Auftrag der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten (NGG) erstellt hat. Danach haben [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":16898,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jnews-multi-image_gallery":[],"jnews_single_post":[],"jnews_primary_category":[],"jnews_social_meta":[],"jnews_override_counter":[],"jnews_post_split":[],"footnotes":""},"categories":[95,2,72],"tags":[2441,454,2331,1582],"class_list":["post-16897","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aus-der-region","category-startseite","category-wirtschaft","tag-arbeit","tag-arbeitsmarkt","tag-gastronomie","tag-ngg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16897","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16897"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16897\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16899,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16897\/revisions\/16899"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16898"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16897"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16897"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16897"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}