{"id":16154,"date":"2019-07-31T10:09:46","date_gmt":"2019-07-31T08:09:46","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=16154"},"modified":"2019-07-31T10:09:46","modified_gmt":"2019-07-31T08:09:46","slug":"saisonbedingt-mehr-arbeitslose-im-juli","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2019\/07\/31\/saisonbedingt-mehr-arbeitslose-im-juli\/","title":{"rendered":"Saisonbedingt mehr Arbeitslose im Juli"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> Die Zahl arbeitsloser Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg hat im Juli zugenommen und betr\u00e4gt jetzt 5.040. Dies sind 253 mehr als im Vormonat. In der Folge ist die Arbeitslosenquote gegen\u00fcber Juni um 0,3 Prozentpunkte auf jetzt 4,8 Prozent gestiegen. Das ist die niedrigste Quote in einem Monat Juli seit Erhebung der Arbeitslosendaten auf Kreisebene 1997.<\/p>\n<p>Im Vorjahr waren 5.244 und damit 204 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag seinerzeit bei 5,0 Prozent. \u201eDer Anstieg der Arbeitslosigkeit im Kreis Herzogtum Lauenburg entspricht der \u00fcblichen Entwicklung im Ferienmonat Juli. Die Arbeitslosenquote liegt mit aktuell 4,8 Prozent auf dem niedrigsten Juli &#8211; Wert im Herzogtum Lauenburg seit Erhebung der Arbeitslosendaten auf Kreisebene\u201c, sagt Grit Behrens, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Operativ der Agentur f\u00fcr Arbeit Bad Oldesloe zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten. \u201eMit Beginn der Sommerferien nimmt saisonal \u00fcblich die Zahl arbeitsloser Menschen zu. Insbesondere bei den jungen Menschen ist die Zahl gestiegen. Bei ihnen waren es 122 mehr zum Vormonat, was fast die H\u00e4lfte des Anstiegs ausmacht. Sie melden sich jetzt \u00fcblicherweise nach Ende ihrer Schulzeit oder ihrer Ausbildung arbeitslos, bevor sie dann nach den Ferien eine Ausbildung, ein Studium oder Arbeit aufnehmen. Zum anderen macht sich auch das Quartalsende zum 30. Juni bemerkbar. Hier enden erfahrungsgem\u00e4\u00df vermehrt befristete Arbeitsvertr\u00e4ge.\u201c<\/p>\n<p><strong>Sozialversicherungspflichtige Stellen<\/strong><\/p>\n<p>Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter sind im Juli 285 neue Stellen gemeldet worden. Damit sind aktuell 1.460 sozialversicherungspflichtige Stellen im Kreis Herzogtum Lauenburg zu besetzen, 11,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Unver\u00e4ndert werden die meisten neuen Mitarbeiter von Unternehmen im Bereich Handel, Gesundheits- und Sozialwesen, Bau- und verarbeitendes Gewerbe sowie der Arbeitnehmer\u00fcberlassung gesucht.<\/p>\n<p><strong>Unterbesch\u00e4ftigung<\/strong><\/p>\n<p>Von den derzeit 5.040 arbeitslosen Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg sind 556 Schutzsuchende, 19 mehr als im Vormonat. Insgesamt werden von der Agentur f\u00fcr Arbeit und dem Jobcenter Herzogtum Lauenburg aktuell 1.230 gefl\u00fcchtete Menschen betreut. Die Mehrzahl von ihnen besucht einen Sprach- oder Integrationskurs oder eine der berufsvorbereitenden Ma\u00dfnahmen der Arbeitsagentur oder des Jobcenters und gilt damit nicht als arbeitslos.<\/p>\n<p>Ebenfalls nicht als arbeitslos gez\u00e4hlt werden auch Teilnehmer an Weiterbildungsma\u00dfnahmen, Arbeitsgelegenheiten oder Arbeitsuchende, die derzeit arbeitsunf\u00e4hig erkrankt sind. Sie alle finden sich zus\u00e4tzlich zu den arbeitslos gemeldeten Menschen in der Statistik zur Unterbesch\u00e4ftigung wieder, die die Agentur f\u00fcr Arbeit ebenfalls monatlich ver\u00f6ffentlicht. \u201eDie Unterbesch\u00e4ftigung zeigt, wie viele Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg insgesamt auf der Suche nach einer neuen Besch\u00e4ftigung sind\u201c, erl\u00e4utert Behrens. Aktuell betr\u00e4gt ihre Zahl im Kreis Herzogtum Lauenburg 6.862. Dies sind 207 oder 2,9 Prozent weniger als im Juli des vergangenen Jahres.<\/p>\n<p><strong>Agentur f\u00fcr Arbeit setzt auf Qualifizierung Ungelernter und unterst\u00fctzt Einstieg in Wunschberuf<\/strong><\/p>\n<p>Seit vier Monaten ist Maximilian Witt jetzt bei der Firma IDL in Ahrensburg als System-Administrator t\u00e4tig und k\u00fcmmert sich um die interne Informationstechnik (IT) sowie das Schulungsnetzwerk des Unternehmens. Den Einstieg in seinen Wunschberuf erm\u00f6glicht hat ihm die durch die Agentur f\u00fcr Arbeit gef\u00f6rderte Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration, die er im Januar erfolgreich mit der Gesamtnote \u201egut\u201c abschloss.<\/p>\n<p>Als er im Herbst 2016 arbeitslos wurde, \u00e4u\u00dferte der heute 26-j\u00e4hrige Ahrensburger im Gespr\u00e4ch mit seiner Arbeitsvermittlerin Rosi Wittenhagen den Wunsch, sich im Bereich IT weiterbilden zu wollen. Witt hatte schon einmal eine Ausbildung als Informationselektroniker begonnen, aber gleichzeitig auch einen Nebenjob ausge\u00fcbt, um seine Wohnung zu finanzieren. Diese Doppelbelastung wurde auf Dauer einfach zu gro\u00df.<\/p>\n<p>Der damals 19-j\u00e4hrige arbeitete dann gut vier Jahre bei verschiedenen Unternehmen in der Gastronomie. Er schaffte es, sich \u00fcber die Zeit von der Servicehilfe zum Teamleiter hochzuarbeiten und trug schlie\u00dflich die Verantwortung f\u00fcr die Organisation von Hochzeiten und anderen Veranstaltungen, bevor er im Herbst 2016 arbeitslos wurde. \u201eIch habe in den Jahren gutes Geld verdient\u201c, sagt Witt. \u201eAber die Jobs boten mir letztendlich zu wenig Sicherheit und Best\u00e4ndigkeit.\u201c Bereits seit sieben Jahren mit seiner Freundin zusammen, wollte er jetzt \u00fcber eine Ausbildung mehr Kontinuit\u00e4t f\u00fcr seine weitere Lebens- und Berufsplanung.<\/p>\n<p>Aufgrund seines Ausbildungswunsches empfahl Wittenhagen ihm seinerzeit den Besuch der Weiterbildungsmesse in der Arbeitsagentur in Bad Oldesloe. Hier kam der junge Ahrensburger mit einem Bildungstr\u00e4ger, der im Bereich IT qualifiziert, ins Gespr\u00e4ch. Sein Interesse galt daraufhin der Ausbildung zum Fachinformatiker. Ber\u00fchrung mit Informationstechnik hatte Witt schon fr\u00fch gehabt, da sein Vater in dem Bereich arbeitet und er so schon fr\u00fch Interesse daran fand zum Beispiel eigene Datenbankanwendungen f\u00fcr Spiele zu erstellen.<\/p>\n<p>Es folgten eine Eignungsuntersuchung beim Berufspsychologischen Service der Arbeitsagentur und ein Aufnahmetest bei dem Bildungstr\u00e4ger. In beiden unterstrich Witt sein Potential f\u00fcr die angestrebte Ausbildung. \u201eDie Erfahrung zeigt, dass es ohne Berufsabschluss schwierig ist, jemanden dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu integrieren\u201c, erkl\u00e4rt Wittenhagen. \u201eEin qualifizierter Abschluss ist hierf\u00fcr die beste Voraussetzung. Da der IT-Bereich au\u00dferdem hohen Personalbedarf hat, konnte ich Herrn Witt die F\u00f6rderung seiner beabsichtigten Ausbildung erm\u00f6glichen.\u201c<\/p>\n<p>Die rund 24-monatige Ausbildungszeit war anspruchsvoll, empfand Witt. Immerhin musste er die Inhalte, die beim Fachinformatiker sonst in einer Ausbildungszeit von drei Jahren vermittelt werden, in deutlich k\u00fcrzerer Zeit erlernen. Trotzdem gelang es ihm, den Abschluss im Januar dieses Jahres nicht nur mit der Note \u201egut\u201c zu absolvieren, sondern in der Ausbildungszeit zus\u00e4tzlich noch mehrere Software-Zertifikate zu erwerben. Diese erm\u00f6glichten ihm auch seinen Berufseinstieg bei der Firma IDL im April. \u201eMit seinen Zusatzzertifikaten hat Maximilian in seiner Bewerbung gepunktet. Er hat so in der Summe die Qualifikationen mitgebracht, die wir ben\u00f6tigen\u201c, erkl\u00e4rt Matthias Hoppe, Standortleiter bei IDL in Ahrensburg.<\/p>\n<p>Das Unternehmen entwickelt Software f\u00fcr Konzerne, die Bilanzen konsolidieren m\u00fcssen. Bundesweit hat IDL 120 Mitarbeiter, 40 davon sind in Ahrensburg t\u00e4tig. \u201eWir befinden uns in einem Wachstumsmarkt und suchen IT-Fachleute\u201c, sagt Hoppe. \u201eDiese zu finden, war schon immer schwierig und die Suche hat sich in den letzten f\u00fcnf Jahren weiter versch\u00e4rft. Wir bilden selber Informatiker und Wirtschaftsinformatiker im dualen Studium aus, sind aber froh, wenn erg\u00e4nzend auch Ausbildungen in diesem Bereich durch die Agentur f\u00fcr Arbeit gef\u00f6rdert werden. Der Bedarf f\u00fcr qualifiziertes Personal im IT-Bereich ist da.\u201c<\/p>\n<p>Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung sind nach Erfahrungen der Agentur f\u00fcr Arbeit Bad Oldesloe h\u00e4ufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als die mit Berufsabschluss und sie ben\u00f6tigen meistens auch l\u00e4nger, einen neuen Job zu finden. So betrug 2018 die Arbeitslosenquote im Lauenburgischen bei gelernten Fachkr\u00e4ften lediglich 2,7 Prozent (minus 0,5 Prozentpunkte zum Vorjahr), bei Ungelernten hingegen 21,1 Prozent (minus 0,4 Prozentpunkte zum Vorjahr).<\/p>\n<p>\u201eInsgesamt liegt der Anteil Ungelernter an allen arbeitslosen Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg bei knapp 55 Prozent. Damit fehlt mehr als jedem zweiten Jobsuchenden ein Berufsabschluss\u201c, sagt die Operative Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Arbeitsagentur. \u201eVor dem Hintergrund des sich wandelnden Arbeitsmarktes, der zunehmend ausgebildete Fachkr\u00e4fte ben\u00f6tigt, setzen wir unver\u00e4ndert auf die Qualifizierung derer, die keinen Abschluss haben.\u201c Auch f\u00fcr Erwachsene ohne abgeschlossene Berufsausbildung lohne es sich, einen Berufsabschluss nachzuholen, so Behrens. \u201eDie Vorteile eines Berufsabschlusses liegen auf der Hand: die Nachhaltigkeit von Besch\u00e4ftigung ist deutlich h\u00f6her, die Bezahlung besser und die Aufstiegschancen gr\u00f6\u00dfer. Wer ohne abgeschlossene Ausbildung ist, sollte seinen Vermittler oder seine Vermittlerin in der Arbeitsagentur oder im Jobcenter ansprechen\u201c, wirbt Behrens.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). 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