{"id":15751,"date":"2019-07-14T09:29:40","date_gmt":"2019-07-14T07:29:40","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=15751"},"modified":"2019-07-14T09:29:40","modified_gmt":"2019-07-14T07:29:40","slug":"die-europawahl-2019-eine-pro-europaeische-und-junge-waehlerschaft-mit-klaren-erwartungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2019\/07\/14\/die-europawahl-2019-eine-pro-europaeische-und-junge-waehlerschaft-mit-klaren-erwartungen\/","title":{"rendered":"Die Europawahl 2019: Eine pro-europ\u00e4ische und junge W\u00e4hlerschaft mit klaren Erwartungen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Br\u00fcssel (pm).<\/strong> Deutlich mehr junge Menschen mit einer pro-europ\u00e4ischen Einstellung haben bei der Europawahl 2019 ihre Stimme abgegeben. Das zeigt eine detaillierte Eurobarometer-Umfrage, die in den Wochen nach der Wahl in allen 28 EU-Staaten durchgef\u00fchrt wurde. Rund 28.000 B\u00fcrger in der ganzen EU haben Fragen zu ihrer Teilnahme an der Europawahl und zu den Themen beantwortet, die sie zur Stimmabgabe motiviert haben.<\/p>\n<p>Die Unterst\u00fctzung der B\u00fcrger f\u00fcr die Europ\u00e4ische Union bleibt auf dem h\u00f6chsten Niveau seit 1983. Das zeigen die ersten Ergebnisse der Eurobarometer-Umfrage, die das Europ\u00e4ische Parlament am 12. Juli ver\u00f6ffentlicht hat. 68 Prozent der Befragten geben an, dass ihr Land von der Mitgliedschaft in der EU profitiert hat (+1 Prozentpunkt gegen\u00fcber Februar\/M\u00e4rz 2019).<\/p>\n<p><strong>Meine Stimme z\u00e4hlt<\/strong><\/p>\n<p>Noch bedeutsamer f\u00fcr die demokratische Legitimit\u00e4t der EU ist der starke Zuwachs an B\u00fcrgern, die sagen, dass &#8222;ihre Stimme in der EU z\u00e4hlt&#8220;: 56 Prozent der Befragten teilen diese Ansicht, ein Anstieg von sieben Prozentunkten seit M\u00e4rz 2019 und der h\u00f6chste Wert seit der ersten Befragung im Jahr 2002.<\/p>\n<p>\u201cBei dieser Europawahl haben die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ihre Stimme auf Grundlage einer starken Unterst\u00fctzung f\u00fcr die EU abgegeben, und mit einer viel st\u00e4rkeren \u00dcberzeugung, dass ihre Stimme in der EU z\u00e4hlt\u201c, sagte David Sassoli, Pr\u00e4sident des Europ\u00e4ischen Parlaments.<\/p>\n<p>Die Beteiligung an der Europawahl 2019 stieg insgesamt um acht Prozentpunkte auf 50,6 Prozent EU-weit. Das ist die h\u00f6chste Beteiligung seit 1994 und EU-weit der erste Anstieg der Beteiligung an einer Europawahl seit 1979. Die st\u00e4rksten Zuw\u00e4chse gab es in Polen (+22 PP), Rum\u00e4nien (+19 PP), Spanien (+17 PP), \u00d6sterreich (+15 PP) und Ungarn (+14 PP).<\/p>\n<p><strong>Wahlbeteiligung junger Menschen um 50 Prozent gestiegen<\/strong><\/p>\n<p>Die Umfrageergebnisse deuten darauf hin, dass es die Jung- und Erstw\u00e4hler waren, die die Wahlbeteiligung nach oben getrieben haben: 42 Prozent der 16\/18- bis 24-J\u00e4hrigen geben an, an der Europawahl teilgenommen zu haben. Damit ist die Jugendbeteiligung um 50 Prozent gestiegen, verglichen mit 28 Prozent im Jahr 2014. Ebenso stark war die Wahlbeteiligung in der Altersgruppe der 25- bis 39-J\u00e4hrigen, die um zw\u00f6lf Punkte von 35 auf 47 Prozent gestiegen ist. Die Wahlbeteiligung der Jung- und Erstw\u00e4hlerinnen und -w\u00e4hler \u00fcbertrifft alle f\u00fcr andere Altersgruppen registrierten Anstiege.<\/p>\n<p><strong>W\u00e4hlen: B\u00fcrgerpflicht, pro-europ\u00e4isches Zeichen und Mittel zur Ver\u00e4nderung<\/strong><\/p>\n<p>Auf die Frage, warum die Menschen bei der Europawahl 2019 abgestimmt haben, wird die B\u00fcrgerpflicht am h\u00e4ufigsten genannt. F\u00fcr 52 Prozent war dies der Hauptgrund, das entspricht einem Anstieg von elf Punkten gegen\u00fcber 2014. Im Vergleich zur letzten Europawahl 2014 haben deutlich mehr Menschen gew\u00e4hlt, weil sie die EU unterst\u00fctzen (25 Prozent, +11 PP) oder weil sie der Meinung sind, dass sie die Dinge mit ihrer Stimme ver\u00e4ndern k\u00f6nnen (18 Prozent, +6 PP).<\/p>\n<p>&#8222;Das Europ\u00e4ische Parlament und seine Wahlen sind Teil des normalen demokratischen Lebens der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger geworden. Doch diese Wahl war mehr als nur Ausdruck der B\u00fcrgerpflicht. Die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger haben gew\u00e4hlt, weil sie f\u00fcr die EU sind, weil sie glauben, dass sie die Dinge mit ihrer Stimme ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Das Europ\u00e4ische Parlament muss nun diesen Erwartungen gerecht werden&#8220;, betonte Parlamentspr\u00e4sident David Sassoli.<\/p>\n<p>In 27 Mitgliedstaaten haben die Menschen vor allem deshalb abgestimmt, weil sie es als ihre Pflicht als B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger gesehen haben. In allen 28 Mitgliedstaaten gingen mehr Befragte als 2014 aufgrund ihrer pro-europ\u00e4ischen Einstellung zur Wahl und erkl\u00e4rten diese zu ihrer wichtigsten Motivation. Die gr\u00f6\u00dften Anstiege gab es hierbei in Deutschland (39 Prozent, +14 PP), Irland (27 Prozent, +15 PP), Italien (23 Prozent, +14 PP) und Spanien (23 Prozent, +15 PP).<\/p>\n<p>Die B\u00fcrger wurden auch nach den Themen gefragt, die sie zur Teilnahme an der Wahl bewegten. Die wichtigsten Themen waren Wirtschaft und Wachstum (44 Prozent), Klimawandel (37 Prozent) sowie Menschenrechte und Demokratie (37 Prozent). Mit 36 Prozent der Erw\u00e4hnungen war auch &#8222;die Art und Weise, wie die EU in Zukunft funktionieren sollte&#8220; ein bedeutender Beweggrund. In 16 L\u00e4ndern nannten die Befragten Wirtschaft und Wachstum als wichtigste Angelegenheit, w\u00e4hrend der Klimawandel in acht L\u00e4ndern das Top-Thema war.<\/p>\n<p>&#8222;Wirtschaftsreformen, Klimawandel, die Zukunft der EU und die Verteidigung der Menschenrechte: All das sind Schl\u00fcsselfragen f\u00fcr das Europ\u00e4ische Parlament. Hier haben wir in den vergangenen Jahren unsere Spuren hinterlassen, und hier werden wir auch weiterhin die Anliegen unserer B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger stark vertreten&#8220;, sagte David Sassoli.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><\/p>\n<p>Die Nachwahlbefragung des Europ\u00e4ischen Parlaments wurde als Eurobarometer-Umfrage 91.5 durchgef\u00fchrt. 27.464 Menschen aus der allgemeinen Bev\u00f6lkerung ab f\u00fcnfzehn Jahren wurden von Kantar f\u00fcr das Europ\u00e4ische Parlament in allen 28 EU-Mitgliedstaaten pers\u00f6nlich befragt. Wahlbezogene Fragen wurden nur Teilnehmern im wahlf\u00e4higen Alter von 18 Jahren und \u00e4lter gestellt (au\u00dfer 16+ in \u00d6sterreich und Malta, 17+ in Griechenland). Die Feldarbeit fand vom 7. bis 26. Juni 2019 statt. Ein vollst\u00e4ndiger Bericht sowie alle Ergebnisse und Daten werden vom Europ\u00e4ischen Parlament im September 2019 ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Br\u00fcssel (pm). 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