{"id":15473,"date":"2019-07-02T09:42:40","date_gmt":"2019-07-02T07:42:40","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=15473"},"modified":"2019-07-03T11:43:51","modified_gmt":"2019-07-03T09:43:51","slug":"pimp-you-town-ratzeburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2019\/07\/02\/pimp-you-town-ratzeburg\/","title":{"rendered":"&#8218;PIMP YOUR TOWN! Ratzeburg&#8216;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ratzeburg (pm).<\/strong> Eigene Ideen diskutieren. Die Stadt ver\u00e4ndern. Und dabei ganz viel \u00fcber Kommunalpolitik erfahren. Rund 90 Sch\u00fcler der Gemeinschaftsschule Lauenburgische Seen schl\u00fcpften Anfang Juni im Planspiel \u201ePimp Your Town! Ratzeburg\u201c f\u00fcr drei Tage in die Rolle von Kommunalpolitikern, das auf Einladung der &#8222;Partnerschaft f\u00fcr Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen&#8220; im Rahmen des Bundesprogramms &#8222;Demokratie leben!&#8220; in der Ernst-Barlach-Schule vom Verein \u201ePolitik zum Anfassen e.V.\u201c aus Niedersachsen durchgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p>Angeleitet durch die durchweg jungen Teamer des Vereins bildeten die Neunt- und Zehntkl\u00e4ssler nach einem einf\u00fchrenden Crashkurs zur Kommunalpolitik eigene Fraktionen und sammelten zun\u00e4chst in einer Traumwolke ganz unstrukturiert ihre W\u00fcnsche, Ideen und Vorstellungen f\u00fcr eine aus ihrer Sicht lebenswerten Stadt. Anschlie\u00dfend wurde diese Sammlung in Themenfeldern strukturiert und so ganz analog zur echten Ratsarbeit f\u00fcr eine Beratung in den gebildeten Aussch\u00fcssen \u201eSchule, Jugend und Sport\u201c, \u201ePlanen, Bau und Umwelt\u201c sowie \u201eTourismus und Stadtmarketing\u201c vorbereitet. Dabei galt es zu lernen, dass nicht alles, was W\u00fcnschenswert ist, auch in der Stadt entschieden werden kann. Manchmal m\u00fcssen andere Ebene dar\u00fcber entscheiden, manches kann nicht so ohne weiteres finanziert werden.<\/p>\n<p>Ebenso wichtig zu verstehen war, dass man sich auch immer wieder in der eigenen Fraktion \u00fcberlegen muss, wie man zu Ideen steht, um dann in den Ausschussdiskussionen eine gemeinsame Haltung zu finden. Hierbei unterst\u00fctzten Kommunalpolitiker*innen aus Ratzeburg und dem Amt Lauenburgische Seen nach Kr\u00e4ften und brachten ihre Erfahrung strukturgebend in die Ausschussarbeit ein. Entsprechend lichtete sich auf diese Weise das Themenfeld f\u00fcr die abschlie\u00dfende Stadtvertretersitzung am dritten Tag des Planspiels. Unter dem Vorsitz des Ersten Stadtrates Martin Bruns wurden in einer \u00fcber dreist\u00fcndigen Sitzung 45 Tagesordnungspunkte beraten und einem Beschluss zu gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Dabei zeigte sich, dass die von den Jugendlichen eingebrachten Themen ganz h\u00e4ufig auch in der realen Stadtvertretung zur Diskussion stehen und die Lebenswirklichkeit junger Menschen sich immer auch in der Kommunalpolitik wiederfindet. Beispielsweise wenn es um die Verbesserung des Marktplatzes ging, um bessere Radwege, saubere Toiletten, mehr Kotbeutel f\u00fcr Hunde oder mehr M\u00fclleimer in der Stadt, die \u00dcberarbeitung der Buslinien, die Umgestaltung des Schwimmbades &#8222;Aqua Siwa&#8220; oder die Investition in Schulen und deren Ausstattung. Aber es wurden auch zu Themen diskutiert, die im Alltag der Jugendlichen besonders bedeutsam sind, wie \u00fcber freies WLAN an \u00f6ffentlichen Orten, Klimaanlagen in Schulen, mehr Freizeitangebote und Freizeitfl\u00e4chen f\u00fcr Jugendliche, wie Parkour oder Skatebahn, die Aufstockung der Badeattraktionen oder mehr attraktive Ausbildungsangebote.<\/p>\n<p>Dazu kamen aber auch konkrete Verbesserungsvorschl\u00e4ge f\u00fcr die Stadt, die oftmals sehr durchdacht, zuweilen auch \u00fcberraschend waren, wie das Aufstellung von Liegen im Kurpark, mehr Solaranlagen in der Stadt, eine Schwimmlernpflicht, Displayspiele an Ampel\u00fcberg\u00e4ngen, eine Wasserskianlage oder gar der Bau einer st\u00e4dtischen Stra\u00dfenbahn. Alle Antr\u00e4ge wurden ernsthaft und auf hohem Niveau diskutiert und abgewogen und schlie\u00dflich gut begr\u00fcndet angenommen oder abgelehnt.<\/p>\n<p>Im Ergebnis aber wurden mit \u201ePimp Your Town! Ratzeburg\u201c nicht nur viele Ideen beraten, sondern vor allem eines vermittelt, was gerade im Tagesordnungspunkt &#8222;Politische F\u00f6rderung f\u00fcr Jugendliche&#8220; besonders zum Ausdruck kamen. So f\u00fchrte ein Sch\u00fcler hierzu aus: &#8222;Seit zweieinhalb Tagen wei\u00df ich, was Kommunalpolitik mit meinem Alltag wirklich zu tun hat.&#8220; Einstimmig votierte die jugendliche Stadtvertretung daf\u00fcr, dass es mehr solcher Begegnungsm\u00f6glichkeiten zwischen Schule und Stadtpolitik geben m\u00fcsste. \u00dcberdies zeigte sich auch, dass eine Besch\u00e4ftigung mit kommunalen Themen unvermittelt zu einem Blick f\u00fcr \u00f6ffentliche Belange f\u00fchrt. So wies beispielswiese ein Sch\u00fcler bei der Beratung des Tagesordnungspunktes &#8222;Weniger Ampeln und mehr Zebrastreifen&#8220; darauf hin, dass er am Vortage eine gef\u00e4hrliche Situation auf der Bundestra\u00dfe 208 beobachtet habe, die doch mit einem Zebrastreifen entsch\u00e4rft werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_15474\" aria-describedby=\"caption-attachment-15474\" style=\"width: 2048px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/2021.herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/pimp-your-town-02.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-15474\" src=\"https:\/\/2021.herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/pimp-your-town-02.jpg\" alt=\"\" width=\"2048\" height=\"1365\" srcset=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/pimp-your-town-02.jpg 2048w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/pimp-your-town-02-300x200.jpg 300w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/pimp-your-town-02-768x512.jpg 768w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/pimp-your-town-02-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/pimp-your-town-02-696x464.jpg 696w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/pimp-your-town-02-1068x712.jpg 1068w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/pimp-your-town-02-630x420.jpg 630w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15474\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;PIMP YOU TOWN! Ratzeburg&#8220; bedeutete &#8230; Kommunalpolitik verstehen&#8230; Ideen sammeln \u2026 gemeinsam beraten &#8230; einen Standpunkt finden &#8230; in Sitzungen beraten &#8230; und Entscheidungen treffen. Foto: \u201ePIMP your town! Ratzeburg\u201c \u2013 Verein Politik zum Anfassen e.V.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Seitens der beteiligten Stadtvertreter*innen und der Gemeinschaftsschule kamen durchweg lobende Worte f\u00fcr den Verlauf des Planspiels, f\u00fcr die gute Organisation des Teams von \u201ePolitik zum Anfassen e.V.\u201c und vor allem f\u00fcr die engagierte Beteiligung der Sch\u00fcler*innen. &#8222;Unsere Aufgabe als Stadtvertreter ist es immer auch, junge Menschen an die die Kommunalpolitik heranzuf\u00fchren. Daf\u00fcr war dieses Planspiel bestens geeignet und im Ergebnis sehr erfolgreich&#8220;, sagte B\u00fcrgervorsteher Ottfried Feu\u00dfner. Dies best\u00e4tigte Heinz Dohrendorf, Amtsvorsteher des Amtes Lauenburgische Seen, der das Planspiel aktiv begleitete: \u201eEin tolles Projekt mit sehr erfrischender und engagierter Beteiligung aller Teilnehmer\/innen, das Mut macht und hoffnungsvoll in die Zukunft schauen l\u00e4sst\u201c. Stadtvertreter und Erster Stadtrat Martin Bruns sagte: \u201eDie Stadtvertretersitzung des Planspiels zu leiten war sehr beeindruckend. Die Sch\u00fcler diskutierten alle samt engagiert, \u00e4u\u00dferst diszipliniert und kamen so zu abgewogenen Entscheidungen.\u201c Ganz \u00e4hnlich fasste Ratzeburgs Stadtvertreter Andreas von Gropper seine Eindr\u00fccke zusammen: \u201eEs war erfreulich und f\u00fcr mich \u00fcberraschend, wie lange die Jugendlichen konzentriert bei der Sache waren. Sowohl die Ausschuss- aber besonders die Stadtvertretersitzung hatten umfangreiche Tagesordnungen, wo wir Erwachsene schon an unsere Aufmerksamkeitsgrenzen kommen. Das lag nat\u00fcrlich auch an den wirklich gut geschulten Trainern des Veranstalters \u2013 die ja aber auch noch alle ziemlich jung sind.\u201c<\/p>\n<p>Auch Schulleiter Henning Nitz lobte das Planspiel: &#8222;Das Projekt &#8222;PIMP YOUR TOWN! Ratzeburg&#8220; stellt ein hervorragendes Mittel dar, Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern die wichtige Demokratiebildung konkret und vor Ort erlebbar zu machen. Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler r\u00fccken ab von Aufgabenkonstruktionen in Schulb\u00fcchern und streben hin zu Einflussm\u00f6glichkeiten in die unmittelbare Umgebung ihres t\u00e4glichen Lebens. Sie erfahren auch, dass hierzu Regeln einzuhalten sind, Mehrheiten gefunden werden m\u00fcssen, aber auch Kompromissbereitschaft vorhanden sein muss, alles Grundqualifikationen f\u00fcr den Umgang miteinander in unserer Gesellschaft. Durch dieses &#8222;Lernen am anderen Ort&#8220; findet der Unterricht in der Schule eine wichtige Erg\u00e4nzung und macht zus\u00e4tzlich auch noch Spa\u00df.&#8220; Barbara Stellingwerf, Schulsozialarbeiterin an der Gemeinschaftsschule Lauenburgische Seen, zeigte sich &#8222;sehr ber\u00fchrt und beeindruckt, mit welcher hohen Motivation die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler an den demokratischen Prozessen beteiligt werden wollen&#8220;.<\/p>\n<p>Positiv res\u00fcmierte auch Gesine Biller, Gemeindevertreterin in Mustin und Begleitausschussvorsitzende der &#8222;Partnerschaft f\u00fcr Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen&#8220; den Verlauf des Planspiels: &#8222;Es wirkt so, als w\u00e4re hier ein gro\u00dfes Interesse an kommunaler Politik geweckt. Bei so demokratischen, engagierten und b\u00fcrgernahen politischen Nachwuchs freue ich mich auf die Zukunft in Ratzeburg und dem Umland.&#8220;<\/p>\n<p>Der Ratzeburger Jugendbeirat, der das Planspiel in den Wochen zuvor mit Stadteilbegehungen aus den Jugendzentren heraus vorbereitet hatte, wird sich in den kommenden Wochen eingehend mit den Ideen der Gemeinschaftssch\u00fcler auseinandersetzen und entsprechend der protokollierten Beschlusslagen Vorschl\u00e4ge f\u00fcr eine weitere Beratung in den echten kommunalpolitischen Gremien machen. \u201eDie Protokolle der Sitzungen sind f\u00fcr uns eine wahre Ideenfundgrube von jungen Menschen\u201c, sagte Marten Koch, Jugendbeiratsvorsitzender.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ratzeburg (pm). Eigene Ideen diskutieren. Die Stadt ver\u00e4ndern. Und dabei ganz viel \u00fcber Kommunalpolitik erfahren. 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