{"id":13958,"date":"2019-05-09T07:38:51","date_gmt":"2019-05-09T06:38:51","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=13958"},"modified":"2019-05-09T07:38:51","modified_gmt":"2019-05-09T06:38:51","slug":"neue-wissenschaftliche-erkenntnisse-in-der-waldwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2019\/05\/09\/neue-wissenschaftliche-erkenntnisse-in-der-waldwirtschaft\/","title":{"rendered":"Neue wissenschaftliche Erkenntnisse in der Waldwirtschaft"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_13959\" aria-describedby=\"caption-attachment-13959\" style=\"width: 216px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/H\u00e4rdtle.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-13959\" src=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/H\u00e4rdtle-216x300.jpg\" alt=\"\" width=\"216\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/H\u00e4rdtle-216x300.jpg 216w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/H\u00e4rdtle-768x1066.jpg 768w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/H\u00e4rdtle-738x1024.jpg 738w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/H\u00e4rdtle-696x966.jpg 696w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/H\u00e4rdtle-303x420.jpg 303w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/H\u00e4rdtle.jpg 787w\" sizes=\"(max-width: 216px) 100vw, 216px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-13959\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Werner H\u00e4rdtle, Professor f\u00fcr \u00d6kologie an der Leuphana-Universit\u00e4t L\u00fcneburg. Foto: hfr<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Ratzeburg (pm).<\/strong> Der kleine Sitzungssaal im Kreishaus war mit 50 Personen gerammelt voll. Dies spiegelte das hohe Interesse an Fragen zur Waldwirtschaft in den Lauenburgischen Forsten. Die Ausschussvorsitzende Kornelia Mrowitzky hatte \u2013 zeitlich vorgeschaltet vor die Sitzung des Kreisausschusses f\u00fcr Forsten, Energie, Umwelt- und Klimaschutz \u2013 Dr. Werner H\u00e4rdtle, Professor f\u00fcr \u00d6kologie an der Leuphana-Universit\u00e4t L\u00fcneburg, zu einem Fachvortrag \u00fcber die \u201eFunktionale Bedeutung der Artenvielfalt in Wald\u00f6kosystemen\u201c gewinnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In einer faszinierenden Darstellung machte H\u00e4rdtle auch Laien klar, wohin sich moderne Waldwirtschaft orientieren m\u00fcsse, gerade auch wenn es um die Verbesserung des Holzertrags gehen solle, n\u00e4mlich zu einer Durchmischung des Waldes mit unterschiedlichen Baumarten. J\u00fcngste Forschungen h\u00e4tten gezeigt, dass sich verschiedene heimische Baumarten gegenseitig bef\u00f6rdern. Dies geschehe unter anderem \u00fcber ein vielfach verzweigtes Geflecht von Wurzelpilzen im Boden, der Mykorrhiza. Hier\u00fcber werden N\u00e4hrstoffe, aber auch Kohlenstoff, gegenseitig ausgetauscht, sowohl zwischen derselben, als auch zwischen verschiedenen Baumarten, was \u00fcberwiegend zu einer F\u00f6rderung von Wachstum sowie zu Stabilit\u00e4t gegen\u00fcber Stress f\u00fchre. In Monokulturen sei dieser positive Effekt wesentlich geringer.<\/p>\n<p>Als wichtige Konsequenz f\u00fcr die Forstwirtschaft folgerte H\u00e4rdtle, dass das Pilzgeflecht im Boden nicht zerst\u00f6rt werden d\u00fcrfe. Wenn einmal eine moderne Erntemaschine (Harvester) durch den Wald gefahren sei, dann sei an dieser Stelle das Geflecht erheblich und f\u00fcr Jahrzehnte gest\u00f6rt. Der Austausch komme zum Erliegen und die B\u00e4ume k\u00fcmmerten. Wichtig sei auch der Verzicht auf Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben und eine Minimierung von strukturierenden Eingriffen, um Sch\u00e4den im Wald und an dessen Boden zu vermeiden. Auch das Ausbringen von Giften sei zu unterlassen, weil diese Bodenlebewesen und Baumwurzeln sch\u00e4digten.<\/p>\n<p>H\u00e4rdtle stellte \u00fcberzeugend dar, dass ein Optimum an Holzertrag erreicht werden k\u00f6nne, wenn die F\u00f6rster die nat\u00fcrliche Dynamik weitgehend walten lie\u00dfen. Dazu geh\u00f6re die eigenst\u00e4ndige nat\u00fcrliche Verbreitung der heimischen Baumarten und ein deutlich dichterer Baumbestand als bisher. In Anbetracht des Klimawandels und drastisch eingebrochener Biodiversit\u00e4t trage Waldwirtschaft hierf\u00fcr eine besondere Verantwortung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ratzeburg (pm). Der kleine Sitzungssaal im Kreishaus war mit 50 Personen gerammelt voll. 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