{"id":12309,"date":"2019-03-05T10:02:25","date_gmt":"2019-03-05T09:02:25","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=12309"},"modified":"2019-03-06T08:59:15","modified_gmt":"2019-03-06T07:59:15","slug":"verkehrssicherheitsbericht-2018-unfallzahlen-leicht-gestiegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2019\/03\/05\/verkehrssicherheitsbericht-2018-unfallzahlen-leicht-gestiegen\/","title":{"rendered":"Verkehrssicherheitsbericht 2018: Unfallzahlen leicht gestiegen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kiel\/Herzogtum Lauenburg (pm\/aa).<\/strong> Im Jahr 2018 hat es insgesamt in Schleswig-Holstein 90.711 Verkehrsunf\u00e4lle gegeben und damit 0,7 Prozent mehr, als im Jahr zuvor. Das geht aus dem Verkehrssicherheitsbericht hervor, den Innenminister Hans-Joachim Grote gestern (04. M\u00e4rz) in Kiel vorgestellt hat. Auf den Kreis Herzogtum Lauenburg heruntergebrochen war sogar ein Anstieg um 1,4 Prozent zu verzeichnen.<\/p>\n<p>Die Zahl der bei den Unf\u00e4llen Verletzten ist um 1,6 Prozent auf 15.903 zur\u00fcckgegangen. Einen deutlichen Anstieg gab es laut Grote allerdings bei den Verkehrstoten: &#8222;Bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik im vergangenen Jahr konnte ich eine erfreuliche Mitteilung machen: Mit 100 Verkehrstoten hatten wir die niedrigste Zahl an Verkehrstoten seit der Einf\u00fchrung dieser Statistik. In diesem Jahr haben wir mit 122 Verkehrstoten leider wieder etwa die Zahl an Opfern zu beklagen wie in den Jahren seit 2010. Zum Vergleich: 1999 kamen noch 265 Menschen im Stra\u00dfenverkehr ums Leben.&#8220; Etwas anders verh\u00e4lt es sich im Kreis Herzogtum Lauenburg. Hier stieg die Zahl der Verletzten auf 844, das sind 35 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Unfalltoten nahm hingegen um drei Personen ab, so verloren in 2018 noch vier Personen bei Verkehrsunf\u00e4llen ihr Leben.<\/p>\n<p>Immer mehr schwere Unf\u00e4lle seien in den St\u00e4dten zu verzeichnen. Ein Grund daf\u00fcr k\u00f6nne die Zunahme des Fahrradverkehrs sein: &#8222;Jeder vierte Verungl\u00fcckte im Stra\u00dfenverkehr war 2018 ein Radfahrer. Wir haben hier den h\u00f6chsten Wert seit Auswertung dieser Verkehrsteilnehmer. Die Anzahl der Verkehrsunf\u00e4lle unter Beteiligung von Pedelec-Fahrern ist um mehr als 50 Prozent auf 584 angestiegen. Deshalb fordere ich alle Verkehrsteilnehmer zur Beachtung der Verkehrsregeln auf und appelliere an die gegenseitige R\u00fccksichtnahme.&#8220; Sehr erfreulich ist nach Angaben des Innenministers die Entwicklung der Unfallzahlen, an denen junge Fahrer beteiligt waren: &#8222;Die Zahl der Verkehrsunf\u00e4lle unter Beteiligung Junger Fahrer und auch die Zahl der Verungl\u00fcckten sind im vergangenen Jahr deutlich zur\u00fcckgegangen. Insgesamt sind junge Fahrer, gemessen an ihrem Bev\u00f6lkerungsanteil, immer noch \u00fcberdurchschnittlich h\u00e4ufig am Unfallgeschehen beteiligt, aber das begleitete Fahren hat hier in den vergangenen Jahren doch deutliche Erfolge gebracht.&#8220; Im Herzogtum Lauenburg waren es 1,3 Prozent weniger als im Vorjahr.<\/p>\n<p>Wichtig ist f\u00fcr Grote im Einsatz f\u00fcr mehr Sicherheit im Stra\u00dfenverkehr eine verst\u00e4rkte Pr\u00e4vention. Vor allem die j\u00fcngsten Verkehrsteilnehmer, die Kinder m\u00fcssten besonders gesch\u00fctzt und vorbereitet werden: &#8222;Die Landespolizei hat im vergangenen Jahr den Aspekt der Verkehrsunfallpr\u00e4vention deutlich st\u00e4rken k\u00f6nnen. Seit einem Jahr sind alle drei Handpuppenb\u00fchnen der Landespolizei wieder spielf\u00e4hig. Damit k\u00f6nnen wir den Kindern wieder \u00fcberall im Land das richtige Verhalten im Stra\u00dfenverkehr spielerisch beibringen. Zus\u00e4tzlich setzt die Polizei vor sensiblen Orten wie Kinderg\u00e4rten und Schulen auf konsequente Geschwindigkeits\u00fcberwachung in den 30er-Zonen.&#8220;<\/p>\n<p>Um die Verkehrssicherheitsarbeit weiter ausbauen zu k\u00f6nnen, w\u00fcrden im Rahmen der Verst\u00e4rkung der Landespolizei in den kommenden Jahren 20 zus\u00e4tzliche Planstellen der spezialisierten Verkehrs\u00fcberwachung zugutekommen, erkl\u00e4rte der Innenminister: &#8222;Wir setzen damit ein Zeichen und machen deutlich, wie wichtig diese Aufgabe f\u00fcr uns ist. Sicherheit im Stra\u00dfenverkehr geht uns alle an. Wir alle sind auf sichere Stra\u00dfen angewiesen. Die Landespolizei wird auch in der Zukunft ihren Anteil dazu beitragen.&#8220;<br \/>\nWeitere wesentliche Feststellungen 2018<\/p>\n<p><strong>Gesamt\u00fcberblick<\/strong><\/p>\n<p>Die Gesamtzahl der Verkehrsunf\u00e4lle in SH ist im letzten Jahr auf 90.711 gestiegen (+0,7 %), die Zahl der Verletzten ging zur\u00fcck (15.903; -1,6 %).<br \/>\nAuf den Bundesautobahnen: Die Verkehrsunfallzahlen auf den Bundesautobahnen sind das erste Mal seit f\u00fcnf Jahren wieder gesunken. Im vergangenen Jahr wurden noch 5.077 (-8,7%) Verkehrsunf\u00e4lle registriert. Insgesamt verungl\u00fcckten 1.198 (-1,8%) Unfallbeteiligte, davon wurden 13 get\u00f6tet. Damit verstarb im vergangenen Jahr ein Verkehrsteilnehmer mehr auf den Bundeautobahnen als das Jahr zuvor. Autobahnunf\u00e4lle haben einen Anteil von 5,6% am Gesamtunfallgeschehen. Nichtangepasste Geschwindigkeit ist nach wie vor die Unfallursache Nr. 1 auf den Autobahnen.<br \/>\nAu\u00dferhalb der Bundesautobahnen: Die meisten Unf\u00e4lle geschehen innerorts (73,5% der Verkehrsunf\u00e4lle au\u00dferhalb der Bundesautobahnen). Hier verungl\u00fcckten 70,6% der Unfallbeteiligten leicht und 52,3% schwer. Lediglich 26,6% der Unfalltoten wurden innerhalb geschlossener Ortschaften get\u00f6tet.<\/p>\n<p>Au\u00dferhalb geschlossener Ortschaften ereigneten sich 26,5% aller Verkehrsunf\u00e4lle (au\u00dferhalb BAB). Hier wurden 29,4% der Menschen leicht und 47,7% schwer verletzt. Hier ist auch das Risiko, bei einem Unfall get\u00f6tet zu werden, am h\u00f6chsten.<\/p>\n<p>Hauptunfallursachen: Die drei Hauptunfallursachen auf dem gesamten Stra\u00dfennetz bleiben wie in den Jahren zuvor unver\u00e4ndert. Vorfahrtsmissachtungen wurden bei 17% und Fehler beim Abbiegen bei 17% der Verkehrsunf\u00e4lle am h\u00e4ufigsten als Unfallursachen festgestellt. Danach wurde die nicht angepasste Geschwindigkeit bei 12% der aufgenommenen Verkehrsunf\u00e4lle ermittelt.<\/p>\n<p><strong>Ausblick<\/strong><\/p>\n<p>2018 hat die Landespolizei Schleswig-Holstein unter dem Motto &#8222;Runter vom Gas \u2013 Finger vom Handy&#8220; einen \u00dcberwachungs- und Aufkl\u00e4rungsschwerpunkt gelegt und sich an bundes- und europaweiten Kontrollen beteiligt. &#8222;Ziel ist nach wie vor die Bek\u00e4mpfung von Ablenkung im Stra\u00dfenverkehr, beispielsweise durch Handy, Smartphone oder Tablet. Der Abschreckungseffekt durch die deutlich versch\u00e4rften Geldbu\u00dfen wird mit hohem Kontrolldruck wirksam gemacht. Dazu sind die folgenden Zahlen beeindruckend und erschreckend: Die Landespolizei hat im letzten Jahr 16.509 Verst\u00f6\u00dfe aufgedeckt, das ist eine Steigerung von 31 % gegen\u00fcber dem Vorjahr. Ablenkung ist nach wie vor eine zunehmende und oft untersch\u00e4tzte Gefahr im Stra\u00dfenverkehr&#8220;, erkl\u00e4rte Landespolizeidirektor Michael Wilksen.<\/p>\n<p>Zur Verbesserung des Lagebildes wird die Unfallursache Ablenkung in die offizielle bundeseinheitliche Unfallstatistik aufgenommen. Dies ist ma\u00dfgeblich durch die Landespolizei Schleswig-Holstein forciert worden und wird 2020 umgesetzt sein.<\/p>\n<p>Die Landespolizei erprobt neue Technik zur Verkehrs\u00fcberwachung: Im Februar, M\u00e4rz und April dieses Jahres wird der &#8222;Enforcement Trailer&#8220; auf den Autobahnen im Land in Baustellen und an Unfallschwerpunkten getestet. \u201eWir erhoffen uns dadurch, eine Senkung der Unfallbelastung und ein insgesamt moderateres Geschwindigkeitsniveau. Die ersten Ergebnisse in Hinblick auf den Messbetrieb waren sehr vielversprechend. Die Zahl der festgestellten Verst\u00f6\u00dfe war hoch, wir werden die Erprobung fortsetzen, um weitere Erkenntnisse zur Wirksamkeit und den notwendigen Ma\u00dfnahmen zur Abarbeitung der Verst\u00f6\u00dfe zu sammeln\u201c, so Polizeidirektor Axel Behrends, der im Landespolizeiamt f\u00fcr Verkehrssicherheitsabriet zust\u00e4ndig ist.<\/p>\n<p>Seit Sommer 2018 besteht f\u00fcr Betroffene im Bu\u00dfgeld- und Verwarngeldverfahren die M\u00f6glichkeit, sich \u00fcber das Internet online zu den Vorw\u00fcrfen zu \u00e4u\u00dfern und Beweisfotos einzusehen. Das entlastet die Verwaltung und erspart den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern Zeit und Porto. Mittlerweile werden 25 Prozent der Anh\u00f6rungen (200 Briefe t\u00e4glich) auf diese Weise abgewickelt. Dies ist ein wichtiger Schritt zum E-Government und effizienten Verwaltungsverfahren. Ziel wird es sein, zuk\u00fcnftig auch online das Verwarngeld bezahlen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Landespolizei wird das gesamte Jahr \u00fcber einen besonderen Schwerpunkt auf die \u00dcberwachung des G\u00fcterkraftverkehrs legen. Von zehn europaweiten Kontrollwochen werden vier den Schwerpunkt gewerblicher G\u00fcter- und Personenverkehr haben. Wie kommt es zu dieser Schwerpunktsetzung? Die Zahl der Verkehrsunf\u00e4lle unter Beteiligung von G\u00fcterkraftfahrzeugen ist im Jahr 2018 zwar leicht zur\u00fcckgegangen, dennoch wurden mehr Menschen bei diesen Unf\u00e4llen verletzt (+2,7 %). LKW-Unf\u00e4lle sind besonders schwere Unf\u00e4lle. Deshalb wird die Landespolizei diesen Kontrollbereich intensivieren und personell verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus wird Schleswig-Holstein 2020 die Federf\u00fchrung f\u00fcr die bundesweite Verkehrssicherheitsaktion &#8222;sicher.mobil.leben&#8220; \u00fcbernehmen und hier einen Schwerpunkt setzen.<\/p>\n<p>Den Verkehrssicherheitsbericht finden Sie im Internet unter <a href=\"https:\/\/www.schleswig-holstein.de\/DE\/Landesregierung\/POLIZEI\/Polizei_node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.schleswig-holstein.de\/DE\/Landesregierung\/POLIZEI\/Polizei_node.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiel\/Herzogtum Lauenburg (pm\/aa). Im Jahr 2018 hat es insgesamt in Schleswig-Holstein 90.711 Verkehrsunf\u00e4lle gegeben und damit 0,7 Prozent mehr, als im Jahr zuvor. Das geht aus dem Verkehrssicherheitsbericht hervor, den Innenminister Hans-Joachim Grote gestern (04. M\u00e4rz) in Kiel vorgestellt hat. 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