{"id":11924,"date":"2019-02-19T06:01:50","date_gmt":"2019-02-19T05:01:50","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=11924"},"modified":"2019-02-21T12:21:42","modified_gmt":"2019-02-21T11:21:42","slug":"ratzeburg-wohnbauprojekt-seedorfer-strasse-passiert-bauausschuss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2019\/02\/19\/ratzeburg-wohnbauprojekt-seedorfer-strasse-passiert-bauausschuss\/","title":{"rendered":"Ratzeburg: Wohnbauprojekt \u201aSeedorfer Stra\u00dfe\u2018 passiert Bauausschuss"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ratzeburg (aa).<\/strong> Mit rund 60 Zuh\u00f6rern war die gestrige Bauauschusssitzung im Ratzeburger Ratssaal mehr als gut besucht. Grund war der Tagesordnungspunkt acht, die abschlie\u00dfende Beschlussfassung zum Bebauungsplan Nr. 81 an der Seedorfer Stra\u00dfe. Die zahlreich erschienenen Anwohner wollten ihre Chance f\u00fcr einen Appell nutzen, die Politiker zu einem Dialog abseits einer Sitzung zu bewegen.<\/p>\n<p>Dass Ausschussvorsitzender Werner R\u00fctz im Rahmen der Einwohnerfragestunde den Anwohnern der Seedorfer Stra\u00dfe viel Zeit und Raum f\u00fcr ihre Fragen und Anregungen lie\u00df, kann durchaus als weise Entscheidung gewertet werden. Sicher war es mit ein Garant daf\u00fcr, dass zu keiner Zeit das Gef\u00fchl aufkam, dass die Stimmung kippen k\u00f6nnte. Alle Beteiligten blieben sachlich, der Ton blieb auf einem \u00e4u\u00dferst respektvollen Niveau.<\/p>\n<figure id=\"attachment_11927\" aria-describedby=\"caption-attachment-11927\" style=\"width: 223px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Rz-Bauauschuss-Feb-2019-K\u00f6hler.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-11927\" src=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Rz-Bauauschuss-Feb-2019-K\u00f6hler-223x300.jpg\" alt=\"\" width=\"223\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Rz-Bauauschuss-Feb-2019-K\u00f6hler-223x300.jpg 223w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Rz-Bauauschuss-Feb-2019-K\u00f6hler-313x420.jpg 313w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Rz-Bauauschuss-Feb-2019-K\u00f6hler.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 223px) 100vw, 223px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-11927\" class=\"wp-caption-text\">Peter K\u00f6hler war einer von mehreren Anwohnern der Seedorfer Stra\u00dfe, die im Rahmen der Einwohnerfragestunde von ihrem Rederecht Gebrauch machten. Foto: Anders<\/figcaption><\/figure>\n<p>So bekamen die Anwohner insgesamt rund 45 Minuten Zeit, ihre Sorgen und Anregungen zum dem Wohnbauprojekt (<a href=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2019\/02\/17\/wohnbaugebiet-seedorfer-strasse-anwohner-fuehlen-sich-uebergangen\/\">Herzogtum direkt berichtete<\/a>) zu Geh\u00f6r zu bringen. Im Vordergrund standen die Kritikpunkte der Anwohner: zu hohe Geb\u00e4ude, ein fehlendes \u00d6PNV-Konzept, zu wenig Raum f\u00fcr soziale Begegnungen, zu wenig Parkpl\u00e4tze und die Frage, warum sich die Planungen von 70 bis 90 Wohneinheiten auf bis zu 150 vergr\u00f6\u00dfert habe. Zudem appellierten die Anwohner immer wieder an die Ausschussmitglieder, dem Projekt mehr Zeit einzur\u00e4umen. Dazu Anwohner Peter K\u00f6hler: \u201eEine Einwohnerfragestunde eignet sich nicht f\u00fcr einen Dialog.\u201c Kathrin Ro\u00dfberg erg\u00e4nzte: \u201eWir wollen ein gutes Miteinander. Wir wollen Teil des Projektes sein.\u201c Und Anwohner Arno Jester schlug vor, den Tagesordnungspunkt zu verschieben, um dann das gemeinsame Gespr\u00e4ch zu suchen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir haben \u00fcber Ihre Bedenken nachgedacht\u201c, meldete sich Ratsherr Professor Dr. Ralf R\u00f6ger (CDU) zu Wort, der zudem die Sachlichkeit der Anwohner lobte. R\u00f6ger wies daraufhin, dass die Anzahl der Wohnheiten variabel und daher nicht entscheidend sei, wenn die Grundfl\u00e4che gleich bliebe. Zudem erkl\u00e4rte er, dass er in der Kreisbaugenossenschaft einen sozialverantwortungsvollen Investor und Vermieter sehe. K\u00f6hler dankte R\u00f6ger f\u00fcr seine Antwort. \u201eWir k\u00f6nnen nicht ahnen, was hinter den T\u00fcren bei Fraktionssitzungen beraten wird.\u201c Er w\u00fcnsche sich daher mehr Dialoge dieser Art.<\/p>\n<p>\u201eWir hatten hierzu bislang wenig B\u00fcrgerbeteiligung\u201c, warf Sami El Basiouni (BfR) zum Ende der Einwohnerfragestunde ein, \u201ewir sollten den Spielball der Anwohner aufnehmen. Wir sollten sagen, wir wollen den Dialog und sollten, wenn n\u00f6tig, den Tagesordnungspunkt verschieben. Wir k\u00f6nnen die B\u00fcrger nicht so einfach ignorieren.\u201c Doch alle Bitten auf Dialog und Absetzung des Tagesordnungspunktes n\u00fctzten nichts. Ein entsprechender Antrag El Basiounis auf Verschiebung des Themas wurde zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt der Sitzung mit sieben zu vier Stimmen abgelehnt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_11928\" aria-describedby=\"caption-attachment-11928\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Rz-Bauauschuss-Feb-2019a.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-11928 size-full\" src=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Rz-Bauauschuss-Feb-2019a.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"667\" srcset=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Rz-Bauauschuss-Feb-2019a.jpg 1000w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Rz-Bauauschuss-Feb-2019a-300x200.jpg 300w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Rz-Bauauschuss-Feb-2019a-768x512.jpg 768w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Rz-Bauauschuss-Feb-2019a-696x464.jpg 696w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Rz-Bauauschuss-Feb-2019a-630x420.jpg 630w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-11928\" class=\"wp-caption-text\">Volles Haus: Mit rund 60 Zuh\u00f6rern stie\u00df die Bauausschusssitzung am 18. Februar 2019 auf reges Interesse. Foto: Anders<\/figcaption><\/figure>\n<p>Im Folgenden stellte Diplom Ingenieur Herrmann S. Feenders nochmals die Planungen vor und ging dabei auch auf die Einw\u00e4nde der Anwohner ein. \u201eSelbstverst\u00e4ndlich haben alle Planungsbeteiligten ihre Einw\u00e4nde sehr Ernst genommen. Wir haben unser Bestes getan\u201c, beteuerte Feenders, der insbesondere von Ratsherr Heinz Suhr (FRW) mit Fragen gel\u00f6chert wurde. \u201eMir ist nicht klar, wie die Geschossfl\u00e4chen berechnet werden?\u201c, lautete eine Frage Suhrs. Feenders antwortete, dass Staffelgeschosse nicht mit berechnet werden. Aus Sicht Suhrs entstehe so auf dem Papier ein falscher Eindruck, da ein dreist\u00f6ckiges Geb\u00e4ude genauso hoch wirke, wie ein zweist\u00f6ckiges Haus, das zus\u00e4tzlich ein Staffelgeschoss besitzt. Aus seiner Sicht sei dies eine \u201eMogelpackung\u201c.<\/p>\n<p>Die Gefahr der Entstehung eines sozialen Brennpunkts sieht Feenders nicht und wies auf den geplanten Mix an Wohnungen hin. Auch der L\u00e4rm werde keine unzumutbare Belastung darstellen.<\/p>\n<p>Laut Feenders werde es n\u00f6tig sein, f\u00fcnf B\u00e4ume f\u00fcr die Erschlie\u00dfung des Gel\u00e4ndes zu f\u00e4llen. Ratsherr Dr. Torsten Walther (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen) forderte, dass alles unternommen werde, um diese Anzahl nach M\u00f6glichkeit noch weiter zu reduzieren. Neuanpflanzungen k\u00f6nnten Jahrzehnte alte B\u00e4ume nicht ersetzen.<\/p>\n<p>Bauausschussmitglied Klaus-Peter Roggon (SPD) erkundigte sich bei der anwesenden D\u00e9sir\u00e9e Tummescheit (Kreisbaugenossenschaft), ob es m\u00f6glich sei, im Wohnbaugebiet einen sozialen Treffpunkt einzurichten. \u201eDas ist sehr kostenintensiv\u201c, entgegnete diese.<\/p>\n<p>Zum Schluss legte Heinz Suhr nochmals los: \u201eWir als FRW k\u00f6nnen dem Bebauungsplan so nicht zustimmen.\u201c Es g\u00e4be kein \u00fcberzeugendes Konzept f\u00fcr eine soziale Durchmischung. Suhr weiter: \u201eEs gab nach der B\u00fcrgerbeteiligung 2016 eine Einigung auf eine Variante. Die ist jetzt total vom Tisch\u201c, prangerte er an. Stattdessen sei die Wohnungsanzahl mehr als verdoppelt worden, die Aufenthaltsfl\u00e4chen extrem gering, f\u00fcr potentiell 300 Menschen sei es unzumutbar. Zum Umgang mit den Bedenken der Anwohner sagte er: \u201eDas ist keine B\u00fcrgern\u00e4he, das ist einfach ein \u201aAbwatschen\u2018.\u201c<\/p>\n<p>Ratsherr R\u00f6ger erkl\u00e4rte abschlie\u00dfend, dass die Beteiligung der Kreisbaugenossenschaft f\u00fcr ihn ein ganz wichtiges Kriterium f\u00fcr seine Zustimmung sei.<\/p>\n<p>Die Mitglieder des Bauauschusses stimmten am Ende mit sieben Ja-Stimmen, drei Nein-Stimmen und einer Enthaltung f\u00fcr den \u201eBebauungsplan Nr. 81 \u201a\u00f6stlich Seedorfer Stra\u00dfe, s\u00fcdlich Friedhof, n\u00f6rdlich K\u00f6nigsberger Stra\u00dfe\u2018 im Verfahren nach \u00a7 13 a BauGB\u201c. Die abschlie\u00dfende Entscheidung muss nun die Stadtvertretung f\u00e4llen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ratzeburg (aa). Mit rund 60 Zuh\u00f6rern war die gestrige Bauauschusssitzung im Ratzeburger Ratssaal mehr als gut besucht. 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