{"id":11858,"date":"2019-02-17T11:34:51","date_gmt":"2019-02-17T10:34:51","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=11858"},"modified":"2019-02-19T12:05:25","modified_gmt":"2019-02-19T11:05:25","slug":"wohnbaugebiet-seedorfer-strasse-anwohner-fuehlen-sich-uebergangen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2019\/02\/17\/wohnbaugebiet-seedorfer-strasse-anwohner-fuehlen-sich-uebergangen\/","title":{"rendered":"Wohnbaugebiet \u201aSeedorfer Stra\u00dfe\u2018: Anwohner f\u00fchlen sich \u00fcbergangen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ratzeburg (aa).<\/strong> Am 29. Januar erfolgte im Ratzeburger Rathaus die Unterzeichnung eines Erschlie\u00dfungsvertrages f\u00fcr ein neues Wohngebiet in der Seedorfer Stra\u00dfe (<a href=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2019\/01\/30\/ein-grosser-schritt-zur-daseinsvorsorge\/\">Herzogtum direkt berichtete<\/a>). Wenn Bauausschuss und Stadtvertretung zustimmen, werden dann bis 2022 rund 120 neue Wohnungen fertig gestellt. Nach Aussagen von Investoren und Stadtverwaltung seien aufgrund von Einspr\u00fcchen bei den Planungen schon deutliche Abstriche gemacht worden, Belange von Anwohnern seien beachtet und alle Einspr\u00fcche h\u00e4tte man sehr Ernst genommen. Das sieht eine Initiative von rund 90 Anwohnern rund um das Baugebiet g\u00e4nzlich anders.<\/p>\n<p>\u201eDas Bauvorhaben wird von den Anwohnern nicht abgelehnt\u201c, erkl\u00e4rt Peter K\u00f6hler, einer der Anwohner, \u201eWir w\u00fcnschen uns ausdr\u00fccklich eine gemischte Bebauung, und diese mit Sozial- und anderen Mietwohnungen, allerdings eine Zahl von 70 bis 90 Wohnungen sowie mit Begegnungsm\u00f6glichkeiten und nicht wie jetzt geplant 142 Wohnungen.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2015\/03\/17\/aufstellungsbeschluss-ratzeburg-plant-neues-wohngebiet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nach Bekanntwerden des Bauvorhabens in 2015<\/a> und ersten Protesten seitens der B\u00fcrger seien im Jahr 2016 im Rahmen einer Einwohnerversammlung <a href=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/RZ-B-Plan-81.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">drei Varianten<\/a> vorgestellt worden (<a href=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2016\/03\/01\/stadt-ratzeburg-informierte-ueber-die-aufstellung-eines-bebauungsplanes-in-der-vorstadt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Herzogtum direkt berichtete<\/a>). Nach Aussage der Anwohnerinitiative hatte man sich dann auf eine Variante mit 70 bis 90 Wohnungen geeinigt. \u201eDer Entwurf, der dann aber den Bauausschuss passierte, sah schon anders aus, war aber aus meiner Sicht von der Gr\u00f6\u00dfe her noch akzeptabel. Dann war der Entwurf aber pl\u00f6tzlich doppelt so gro\u00df und passierte trotzdem die Stadtvertretung. Man einigte sich mit den Anwohnern auf ein Konzept und pl\u00f6tzlich kam ein ganz anderes&#8220;, erinnert sich\u00a0Heinz Suhr, ebenfalls Anwohner und zudem Mitglied der FRW-Fraktion. Es folgten offene Briefe, Unterschriftenlisten, Bitten um Gespr\u00e4che sowie zahlreiche Einwendungen und Einspr\u00fcche, die bei Verwaltung und Politik eingereicht worden. Aus Sicht der Anwohner ohne Erfolg.<\/p>\n<p>Heinz Suhr erl\u00e4utert: \u201eIntensive Diskussionen mit den B\u00fcrgern haben (nach 2016) gar nicht mehr stattgefunden. Es sind in Wirklichkeit \u00fcberhaupt keine Einwendungen der Anlieger umgesetzt worden. \u201aDeutliche Ver\u00e4nderungen\u2018 waren lediglich die Nachberechnung der Geb\u00e4udeh\u00f6hen mit dem Ergebnis der marginalen Reduzierung. Das ist in den \u00f6ffentlich ausgelegten Abw\u00e4gungen zum Bebauungsplan nachlesbar. Es gibt eine Anwohnergemeinschaft (90 Leute haben unterschrieben), die diese Gespr\u00e4che immer angeboten hat, aber nie angeh\u00f6rt wurde.<\/p>\n<p>Es werden gem\u00e4\u00df Entwurf des Bebauungsplanes 142 Wohneinheiten zugelassen &#8211; nicht nur 120 &#8211; es werden nicht nur dreigeschossige Geb\u00e4ude vorgesehen, sondern mehrere Geb\u00e4ude mit einem sogenannten \u201aStaffelgeschoss\u2018, das genau so hoch ist wie ein normales Geschoss, diese H\u00e4user werden also viergeschossig gebaut.\u201c Die Anwohner f\u00fchlen sich mit ihren Einwendungen &#8222;abgeb\u00fcgelt&#8220;, ihnen fehle die fachliche Begr\u00fcndung. Zudem monieren sie eine mangelnde Gespr\u00e4chsbereitschaft seitens der Fraktionen. Dazu K\u00f6hler: \u201eDer Dialog mit den Politikern, wir hatten um ein Treffen mit Vertretern der Fraktionen, der Verwaltung und der Anwohner gebeten, um au\u00dferhalb der Stadtvertretersitzungen im Rathaus einmal miteinander zu diskutieren, wurde von diesen abgelehnt. Auf konstruktive E-Mails und Briefe von uns an die Politiker kam bis auf von den \u201aB\u00fcrgern f\u00fcr Ratzeburg\u2018 und den Freien W\u00e4hlern keine Resonanz. Zwei Politiker der SPD waren sp\u00e4ter zu k\u00fcrzeren Gespr\u00e4chen bereit, der eine von beiden verwies aber auf den \u2018Fraktionszwang\u2018 bez\u00fcglich seines Abstimmungsverhaltens.\u201c<\/p>\n<p>Doch die Anwohner geben die Hoffnung nicht auf. Ihr Wunsch ist es, dass sich doch noch ein Dialog mit der Politik ergibt, bevor die endg\u00fcltigen Beschl\u00fcsse gef\u00e4llt werden. Sie wollen ihre Argumente einmal in aller Ruhe vorbringen k\u00f6nnen und dass ihnen zugeh\u00f6rt wird. Es geht ihnen um \u201eH\u00f6he, L\u00e4nge und Menge\u201c der geplanten Wohnungen beziehungsweise Geb\u00e4ude, und dass kein Raum f\u00fcr soziale Begegnungen mit eingeplant ist. Dazu Anwohnerin Kathrin Ro\u00dfberg: \u201eEine zentrale Forderung der Anwohnenden, die in keiner Weise ber\u00fccksichtigt wurde, ist der Wunsch nach r\u00e4umlichen Strukturen innerhalb des Bauvorhabens, die Fl\u00e4chen und R\u00e4ume der Begegnung und zur Entwicklung ehrenamtlicher, sozialer Strukturen erm\u00f6glicht. Diese strukturelle \u2018Ausstattung\u2018 wird sogar umfassend aus Landesmitteln gef\u00f6rdert, da es sich um einen bedeutsamen Aspekt zeitgem\u00e4\u00dfen Bauens handelt. Hieran sollte eine Stadt Interesse haben.\u201c<\/p>\n<p>Am Ende steht die Hoffnung der Anwohner, dass die Pl\u00e4ne doch noch einmal \u00fcberarbeitet werden und am Ende eine L\u00f6sung gefunden wird, mit der alle leben k\u00f6nnen. \u201eEs geht uns nicht um Verhinderung, es geht uns um Minimierung\u201c, macht K\u00f6hler noch einmal deutlich, \u201eWir wollen etwas f\u00fcr unseren Stadtteil tun.\u201c Sollten die Anwohner weiter kein Geh\u00f6r finden, h\u00e4tten sie auch bereits genug \u201aMunition\u2018, um rechtliche Schritte gegen das Bauvorhaben einzuleiten. \u201eAber unser Anliegen ist es, das zu vermeiden\u201c, sagt K\u00f6hler abschlie\u00dfend.<\/p>\n<p><strong>Einige Forderungen der Anwohnergemeinschaft (zirka 100 Haushalte) f\u00fcr eine Anpassung des Bebauungsplans 81 in der Zusammenfassung:<\/strong><\/p>\n<p>1. Begrenzung der Geb\u00e4udeh\u00f6he auf maximal 10 Meter und zwei Vollgeschosse<br \/>\n2. Bedachung als Satteldach vorsehen, wie im \u00fcbrigen Ortsgebiet \u00fcblich<br \/>\n3. Anzahl zus\u00e4tzlicher Wohneinheiten im Baugebiet WA1 und WA2 auf insgesamt 70 begrenzen und somit inklusive der Umsiedlung von 20 Wohneinheiten in das Geb\u00e4ude 8 auf eine maximale Anzahl von 90 Wohnungen kommen<br \/>\n4. Anzahl der Parkpl\u00e4tze nach aktuellem und k\u00fcnftigem Bedarf auszurichten. Unserer Ansicht nach w\u00e4ren somit 1,5 Parkpl\u00e4tze je Wohnung vorzusehen. Das w\u00fcrde bei 90 Wohneinheiten ein Bedarf an 135 Parkpl\u00e4tze erfordern.<br \/>\n5. Erh\u00f6hung der Freifl\u00e4chen und eine sozial vertr\u00e4gliche Bebauungsdichte mit gr\u00f6\u00dferen Wohneinheiten f\u00fcr Familien mit zwei oder mehr Kindern sowie die Planung von R\u00e4umlichkeiten f\u00fcr Begegnungen wie zum Beispiel Stadtteiltreff, Pflegeb\u00fcro, Eltern-Kind-Treff, nachbarschaftliches\/b\u00fcrgerschaftliches Engagement und Schaffung von Begegnungsst\u00e4tten.<br \/>\n6. Erh\u00f6hung der Fl\u00e4che des Spielplatzes sowie<br \/>\n7. Erh\u00f6hung der Au\u00dfenfl\u00e4che f\u00fcr die geplante Kita, damit die Kinder dort unabh\u00e4ngig vom \u00f6ffentlichen Spielplatz gen\u00fcgend Spielm\u00f6glichkeiten haben und somit die F\u00fcrsorgepflicht eingehalten werden kann.<br \/>\n8. Verbesserung der Regen-Entw\u00e4sserung durch zum Beispiel Schaffung eines R\u00fcckhaltebeckens<\/p>\n<p>Die<a href=\"https:\/\/www.ratzeburg.de\/redirect.phtml?extlink=1&amp;La=1&amp;url_fid=2559.432.1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> n\u00e4chste \u00f6ffentliche Sitzung des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses der Stadt Ratzeburg<\/a> ist am Montag, 18. Februar, um 18.30 Uhr im Ratssaal des Rathauses. Der Beschluss zum \u201eBebauungsplanes Nr. 81 &#8222;\u00f6stlich Seedorfer Stra\u00dfe, s\u00fcdlich Friedhof, n\u00f6rdlich K\u00f6nigsberger Stra\u00dfe&#8220; ist als Tagesordnungspunkt 8 vorgesehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ratzeburg (aa). Am 29. Januar erfolgte im Ratzeburger Rathaus die Unterzeichnung eines Erschlie\u00dfungsvertrages f\u00fcr ein neues Wohngebiet in der Seedorfer Stra\u00dfe (Herzogtum direkt berichtete). Wenn Bauausschuss und Stadtvertretung zustimmen, werden dann bis 2022 rund 120 neue Wohnungen fertig gestellt. 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