{"id":11776,"date":"2019-02-13T15:59:40","date_gmt":"2019-02-13T14:59:40","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=11776"},"modified":"2019-02-13T16:11:07","modified_gmt":"2019-02-13T15:11:07","slug":"buergermeisterwahl-ratzeburg-gruene-fragerunde-an-die-kandidaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2019\/02\/13\/buergermeisterwahl-ratzeburg-gruene-fragerunde-an-die-kandidaten\/","title":{"rendered":"B\u00fcrgermeisterwahl Ratzeburg: Gr\u00fcne Fragerunde an die Kandidaten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ratzeburg (aa).<\/strong> Der Ortsverband Ratzeburg\/Herzogtum Lauenburg Nord von B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen hatte am Montag (11. Februar) die f\u00fcnf B\u00fcrgermeisterkandidaten f\u00fcr die Wahl am 10. M\u00e4rz, Sami El Basiouni (Fraktion B\u00fcrger f\u00fcr Ratzeburg) und Manfred B\u00f6rner (SPD), Gunnar Koech (parteilos), Thomas Kuehn (FDP) und Bj\u00f6rn Knabe (parteilos), zum Gespr\u00e4ch eingeladen. Es war der Auftakt zu weiteren Veranstaltungen dieser Art, die bis zur Wahl noch folgen werden. An diesem Abend ging es nat\u00fcrlich im Kern um Themen, die die Mitglieder der Gr\u00fcnen besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>Dr. Torsten Walther, Sprecher des Ortsverbands, konnte neben den f\u00fcnf B\u00fcrgermeisterkandidaten rund 40 Mitglieder und G\u00e4ste begr\u00fc\u00dfen, bevor es in eine Vorstellungsrunde ging. Die Kandidaten stellten nochmals ihre Lebensl\u00e4ufe und bereits bekannten Motivationen, Erfahrungen und F\u00e4higkeiten f\u00fcr ihre Kandidatur vor. In einer zweiten Fragerunde ging es dann um Positionen und Zielsetzungen, die sie als Kandidat f\u00fcr die Gr\u00fcnen attraktiv machen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>\u201eWas ist denn kein gr\u00fcnes Thema?\u201c, so Manfred B\u00f6rners rhetorisch gemeinte Gegenfrage. Ihm l\u00e4ge als B\u00fcrgermeister die Familienpolitik besonders am Herzen. \u201eHier insbesondere die Kindertagesst\u00e4tten sowie Freizeitangebote f\u00fcr die Jugend\u201c, so B\u00f6rner. Zudem wolle er ein vom Land angebotenes \u201aKitaregister\u2018 einf\u00fchren, um Mehrfachanmeldungen zu vermeiden und eine sachgerechte Planung von Kitapl\u00e4tzen in Ratzeburg zu erm\u00f6glichen. Aber auch Verkehrspolitik sei ihm ein wichtiger Punkt. \u201eIch habe es mir zur Angewohnheit gemacht, in der Stadt immer Fahrrad unterwegs zu sein\u201c, so B\u00f6rner. Daher w\u00fcrde er als B\u00fcrgermeister dem Radverkehr zu mehr Gewicht verhelfen wollen. Zudem w\u00fcnsche er sich eine Verbesserung des \u00f6ffentlichen Personennahverkehrs. Sein Ziel seien gute Parkm\u00f6glichkeiten am Stadtrand und eine attraktive Taktung und Preise der Buslinien, um schnell und kosteng\u00fcnstig in die Innenstadt zu kommen. Zum Thema \u201aRatzeburger B\u00fcndnis gegen Rechts\u2018 sagte B\u00f6rner: \u201eDa bin ich eins zu eins auf einer Linie mit Rainer Vo\u00df. Wir m\u00fcssen rechte Umtriebe im Zaum halten.\u201c Er w\u00fcrde sich daher f\u00fcr eine Fortentwicklung der B\u00fcndnisarbeit einsetzen.<\/p>\n<p>\u201eDer B\u00fcrgermeister kann eigentlich keine Vorlieben haben. Die Stadtvertretung beschlie\u00dft und der B\u00fcrgermeister setzt um\u201c, zeigte Thomas Kuehn gleich zu Beginn die Handlungsgrenzen eines B\u00fcrgermeisters auf. Trotzdem wolle er sich im Rahmen seiner M\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine gute Kitaversorgung sowie Digitalisierung und Vernetzung mit Kreis und Land einsetzen. Einen weiteren Punkt, den er als B\u00fcrgermeister ins Spiel bringen w\u00fcrde, w\u00e4re der Einsatz von Elektrobussen. \u201eAber alles unter Vorbehalt der Entscheidung der Stadtvertreter\u201c, so Kuehn. Zudem zum Wahlkampfthema der FDP zur letzten Kommunalwahl befragt, aus Ratzeburg eine Energiewendestadt zu machen, sagte er: \u201eAusgangspunkt war die Neuplanung des Hallenbad. Hier sollte eine Null-Energie-Verbrauch erreicht werden.\u201c Weiter w\u00fcrde er sich f\u00fcr Elektromietautos, mehr Solarenergie auf Geb\u00e4uden einsetzen. Zudem bef\u00fcrwortet er den Einsatz kleiner Blockheizkraftwerke. \u201eAls Energiewendestadt w\u00fcrde man Ratzeburg auch deutschlandweit attraktiv machen\u201c, argumentiert er.<\/p>\n<p>\u201eIch bin gr\u00fcn. Auch wenn ich bislang nicht parteipolitisch engagiert war\u201c, outete sich Bj\u00f6rn Knabe, \u201eWir haben hier in Ratzeburg eine Perle. Und die k\u00f6nnen wir nur nutzen, wenn wir sie sch\u00fctzen.\u201c Er spach sich zudem f\u00fcr mehr Photovoltaikanlagen auch auf \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden aus. Zum Thema Verkehr: \u201eIch bin mit fast allen Punkten auf der \u201agr\u00fcnen\u2018 Linie. Wir haben in Ratzeburg ein verkehrspolitisches Abflussproblem. Der Schwerlastverkehr muss raus aus Ratzeburg. Wie wir das hinbekommen, ist eine andere Frage. Und ich denke schon, dass wir ausreichend Parkpl\u00e4tze auf der Insel haben. Aber die Insel braucht keine LKWs und mehr Verkehrsfluss. Wo es n\u00f6tig ist, sollten wir Ampel abbauen.\u201c Stattdessen wolle er auf die Einrichtung von Kreisverkehren setzen. Thema \u201aOrtsrecht und B\u00fcrokratismus\u2018: \u201eIch selbst habe mit der Ortsgestaltungssatzung keine Schwierigkeiten gehabt. Aber andere Unternehmer haben das Gef\u00fchl durch Verordnungen \u201aKn\u00fcpel zwischen die Beine\u2018 geworfen zu bekommen. Da muss Ratzeburg flexibler und innovativer werden. Es gibt bestimmt Sachen, die man einfacher gestalten kann. Und man muss auch mal F\u00fcnfe gerade sein lassen. Verordnungen, die nicht wirklich Sinn machen, sollte man etwas lockerer sehen. Es gilt immer zu bedenken, dass solche Entscheidungen immer Menschen betreffen\u201c, erkl\u00e4rte Knabe.<\/p>\n<p>Auch Gunnar Koech warnte vor zu gro\u00dfen Erwartungen, da der B\u00fcrgermeister nur sehr begrenzten Handlungsspielraum hat und in der Regel das ausf\u00fchren muss, was die Stadtvertretung beschlie\u00dft. Koech: \u201eZu gr\u00fcnen Themen kann ich Ihnen daher nichts versprechen, denn das sind politische Themen. Ich kann aber meinen Einsatz f\u00fcr diese Stadt bieten. Ich kann diese Stadt beleben. Das ist etwas, das kann der B\u00fcrgermeister auch alleine machen.\u201c Zum Thema \u201aVerkehrspolitik\u2018: \u201eLKW raus und \u201anein\u2018 zur Umgehung sagen, funktioniert nicht. Das eine geht nicht ohne das andere\u201c, erl\u00e4uterte Koech. Er selbst w\u00fcrde den Planungsprozess zur Umgehungsstra\u00dfe nicht stoppen wollen, als B\u00fcrgermeister m\u00fcsse er Mehrheitsentscheidungen umsetzen. Als B\u00fcrgermeister sieht er seinen Spielraum darin, Zielsetzungen festzulegen. \u201eZum Beispiel womit wir diese Stadt vermarkten k\u00f6nnen\u201c, gab er als Zielrichtung an. So wolle er als B\u00fcrgermeister als Initiator und Ideengeber wirken. Zur Frage nach ausgeglichenen Energiebilanzen in \u00f6ffentlichen Geb\u00e4ude sieht Koech ein Problem mit der Ortsgestaltungssatzung, die zum Beispiel den Einsatz von Photovoltaikanlagen erschwere. \u201eMein Ziel w\u00e4re es, dies zu \u00e4ndern.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie letzten B\u00fcrgermeister haben es nicht geschafft wichtige Gesch\u00e4fte und Institutionen in der Stadt zu halten\u201c, monierte Sami El Basiouni und nannte unter anderem als Beispiel den bevorstehenden Umzug der Hauptgesch\u00e4ftsstelle der Kreissparkasse nach M\u00f6lln. Hier gingen Ratzeburg Arbeitspl\u00e4tze und Gewerbesteuereinnahmen verloren. \u201eGerade in den letzten zw\u00f6lf Jahren hat man gemerkt, es muss etwas anders werden in Ratzeburg\u201c, so El Basiouni. Angesprochen auf die Verkehrspolitik sagte er: \u201eDer B\u00fcrgermeister kann nur die Beschl\u00fcsse der Politik umsetzen. Meine pers\u00f6nliche Meinung: Die Umgehungsstra\u00dfe ist f\u00fcr mich unabdingbar. Sie w\u00e4re f\u00fcr Ratzeburg eine Entlastung. Ich hoffe, dass die Umgehungsstra\u00dfe irgendwann existent wird. Aber Ratzeburg wird keine verkehrsfreie Stadt sein. Denn wir m\u00fcssen Aufenthaltsqualit\u00e4t schaffen. Ratzeburg ist eine Touristenstadt, aber Ratzeburg hat nicht genug Parkpl\u00e4tze. Die Gesch\u00e4fte m\u00fcssen laufen, daf\u00fcr muss der Verkehr flie\u00dfen.\u201c Neben mehr Parkpl\u00e4tzen wolle er sich f\u00fcr eine Optimierung der Zeiten der sogenannten Pf\u00f6rtnerampeln einsetzen. Zum Thema \u201abezahlbaren Wohnraum\u2018: \u201eRatzeburg ist auf einem guten Weg, braucht aber noch mehr.\u201c Bei entsprechenden Bauvorhaben m\u00fcssten die bereits ans\u00e4ssigen Anwohner stets in die Entscheidungen mit eingebunden werden. Aber auch die B\u00fcrger seien gefordert, sich zeitnah und mehr mit einzubinden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ratzeburg (aa). Der Ortsverband Ratzeburg\/Herzogtum Lauenburg Nord von B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen hatte am Montag (11. Februar) die f\u00fcnf B\u00fcrgermeisterkandidaten f\u00fcr die Wahl am 10. M\u00e4rz, Sami El Basiouni (Fraktion B\u00fcrger f\u00fcr Ratzeburg) und Manfred B\u00f6rner (SPD), Gunnar Koech (parteilos), Thomas Kuehn (FDP) und Bj\u00f6rn Knabe (parteilos), zum Gespr\u00e4ch eingeladen. 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