{"id":11020,"date":"2019-01-25T06:53:58","date_gmt":"2019-01-25T05:53:58","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=11020"},"modified":"2019-01-24T21:00:55","modified_gmt":"2019-01-24T20:00:55","slug":"land-strafft-die-fachkraefteinitiative-schleswig-holstein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2019\/01\/25\/land-strafft-die-fachkraefteinitiative-schleswig-holstein\/","title":{"rendered":"Land strafft die Fachkr\u00e4fteinitiative Schleswig-Holstein"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kiel (pm).<\/strong> Die vor sechs Jahren ins Leben gerufene Fachkr\u00e4fteinitiative Schleswig-Holstein (FI.SH) wird organisatorisch gestrafft und in Teilen auch inhaltlich nachjustiert. Wie Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz gestern (24. Januar) im Landtag sagte, h\u00e4tten sich die Partner der Initiative auf Basis einer 2018 vorgelegten Studie jetzt auf f\u00fcnf Kernziele sowie maximal acht Handlungsfelder verst\u00e4ndigt. &#8222;Und akuter Handlungsbedarf besteht&#8220;, so der Minister. Die neue Studie gehe f\u00fcr das Jahr 2035 von einer Fachkr\u00e4fte-L\u00fccke von bis zu 300.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aus. &#8222;Es bleibt also unser oberstes und wichtigstes Ziel, Fachkr\u00e4fte im Land auszubilden und zu halten.&#8220;<\/p>\n<p>Zuletzt besch\u00e4ftigte sich die von 50 Institutionen getragene Initiative nach den Worten von Buchholz mit \u00fcber 130 Einzelma\u00dfnahmen. Auf diese Weise sei es allen Verantwortlichen zunehmend schwerer gefallen, den \u00dcberblick zu behalten. &#8222;Nach dem Motto &#8218;weniger ist mehr&#8216; haben uns die Experten deshalb nahe gelegt, die Organisation zu verschlanken und die Aktivit\u00e4ten auf den Bereich Qualifizierung und Ausbildung sowie auf die Branchen mit dem gr\u00f6\u00dften Handlungsbedarf zu konzentrieren&#8220;, so Buchholz. Die Neuausrichtung sei zwischen dem Wirtschaftsministerium und seinen Kernpartnern in einem Eckpunkte-Papier verankert worden (siehe Anlage). Partner der Fachkr\u00e4fteinitiative sind neben dem Unternehmensverband und dem DGB-Nord die IHK Schleswig-Holstein, die Handwerks\u00adkammer Schleswig-Holstein und die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit.<\/p>\n<p>Wie Buchholz weiter sagte, seien die berufliche Ausbildung sowie die Fort- und Weiterbildung in Zukunft die beiden zentralen Leitplanken der FI.SH. &#8222;Dar\u00fcber hinaus wollen wir die Erwerbsbeteiligung und Integration auf dem Arbeitsmarkt verbessern&#8220;. Dabei sollen die Branchen der Pflege, des Handwerks, der Logistik und des Hotel- und Gastst\u00e4ttengewerbes sowie Anpassungs- und Qualifizierungserfordernisse im Zuge der Digitalisierung besonders im Fokus stehen. F\u00fcr eine bessere Steuerung hat sich die Fachkr\u00e4fteinitiative nach den Worten des Ministers gut messbare Ziele gesetzt: Etwa die Senkung des Anteils an Jugendlichen im \u00dcbergangsbereich, die Reduzierung der Quote der Ausbildungsvertragsl\u00f6sungen oder die Erh\u00f6hung der Besch\u00e4ftigungsquote von Frauen. &#8222;Denn wir wissen, dass gut qualifizierte Fachkr\u00e4fte f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit schleswig-holsteinischer Unternehmen von zentraler Bedeutung sind&#8220;, sagte Buchholz.<\/p>\n<p>UVNord-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Michael Thomas Fr\u00f6hlich erg\u00e4nzt: &#8222;Die Versorgung der Unternehmen mit geeigneten Fachkr\u00e4ften ist neben der Digitalisierung eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen der Zukunft. Wir freuen uns, dass die Fachkr\u00e4fteinitiative in 2019 mit neuem Schwung fortgef\u00fchrt wird. Gemeinsam m\u00fcssen alle FI.SH-Partner z\u00fcgig die Weichen stellen, damit fehlende Arbeitskr\u00e4fte nicht weiter zur Wachstumsbremse werden. Die Themen sind vielf\u00e4ltig, von der St\u00e4rkung der dualen Ausbildung bis zur Anwerbung ausl\u00e4ndischer Fachkr\u00e4fte. Jetzt gilt es, wenige aber zielf\u00fchrende und vor allem nachhaltige Ma\u00dfnahmen auf den Weg zu bringen.&#8220;<\/p>\n<p>Auch Bj\u00f6rn Ipsen, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der IHK Schleswig-Holstein, ist \u00fcberzeugt: &#8222;Mit der Fachkr\u00e4fteinitiative ziehen wir \u2013 die Kammern, die Verb\u00e4nde, die Agentur f\u00fcr Arbeit, die Gewerkschaften und die Politik \u2013 an einem Strang. Mit der Neuausrichtung der Initiative haben wir gemeinsam inhaltliche Schwerpunkte gesetzt, um dem zunehmenden Fachkr\u00e4ftemangel der schleswig-holsteinischen Wirtschaft entgegenzuwirken.&#8220;<\/p>\n<p>Handwerkskammer-Pr\u00e4sident G\u00fcnther Stapelfeldt: &#8222;Die wirtschaftliche Entwicklung Schleswig-Holsteins wird entscheidend davon abh\u00e4ngen, auch zuk\u00fcnftig eine ausreichende Zahl von Fachkr\u00e4ften f\u00fcr unsere Betriebe zu gewinnen. Die neuen Schwerpunkte der Fachkr\u00e4fteinitiative werden uns helfen, diese Herausforderung zu meistern. Das Handwerk wird &#8211; zusammen mit allen Partnern der Initiative &#8211; an der erfolgreichen Umsetzung arbeiten.&#8220;<\/p>\n<p>Ebenso begr\u00fc\u00dft Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit, die Fortf\u00fchrung der Fachkr\u00e4fteinitiative, &#8222;da sie von dem Bewusstsein getragen wird, dass wir nur durch die Kooperation aller Arbeitsmarktpartner die Herausforderungen beim Thema Fachkr\u00e4ftesicherung meistern k\u00f6nnen. Und diese Initiative steht dar\u00fcber hinaus f\u00fcr die Einsicht, dass wir vor strukturellen Ver\u00e4nderungen der Arbeitswelt stehen, die Schwerpunktsetzungen und eindeutige Handlungsziele notwendig machen. Ich nenne nur exemplarisch&#8220; &#8211; so Haupt-Koopmann weiter &#8211; &#8222;das Themenfeld \u201aDigitalisierung und Qualifizierung\u2018. Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung der Digitalisierung sehe ich in den sich stark ver\u00e4nderten Branchen- und Berufsstrukturen. Sie machen es n\u00f6tig, den technologischen Wandel durch Qualifizierungsangebote zu flankieren. Insbesondere hier werden die Arbeitsagenturen und Jobcenter ihren Beitrag leisten. Denn flexible und nachhaltige Aus- und Weiterbildungsangebote sind nicht nur der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit, sie sind auch ein zentraler Hebel, um Arbeitsmarktpotentiale zu heben &#8211; vom Jugendlichen ohne Berufsabschluss bis hin zur alleinerziehenden Arbeitslosen, vom Gefl\u00fcchteten bis hin zum \u00fcber 50-J\u00e4hrigen ohne Besch\u00e4ftigung.&#8220;<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr den DGB Bezirk Nord Vorsitzenden Uwe Polkaehn ist &#8222;die Fortf\u00fchrung der Fachkr\u00e4fteinitiative f\u00fcr Schleswig-Holstein ein wichtiges Signal in die Wirtschaft und zeigt die wichtigsten Handlungsfelder auf. Die Ziele sind erreichbar und keinesfalls \u00fcberdimensioniert. Nun kommt es darauf an, gemeinsam die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung in den vier genannten Schwerpunktbranchen zu verbessern und zukunftsweisende Tarifvertr\u00e4ge zu schlie\u00dfen, um die Fachkr\u00e4ftesituation nachhaltig zu verbessern. Die weiteren Handlungsfelder m\u00fcssen nun gemeinsam mit konkreten Ma\u00dfnahmen unterf\u00fcttert werden, sei es durch bessere Rahmenbedingungen f\u00fcr die berufliche Bildung, sei es durch die Einrichtung einer arbeitnehmerorientierten Beratung im Zuge der Digitalisierung der Arbeit.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiel (pm). Die vor sechs Jahren ins Leben gerufene Fachkr\u00e4fteinitiative Schleswig-Holstein (FI.SH) wird organisatorisch gestrafft und in Teilen auch inhaltlich nachjustiert. Wie Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz gestern (24. 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