{"id":11011,"date":"2019-01-25T05:20:55","date_gmt":"2019-01-25T04:20:55","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=11011"},"modified":"2019-01-24T20:22:58","modified_gmt":"2019-01-24T19:22:58","slug":"pilotprojekt-big-tiny-haus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2019\/01\/25\/pilotprojekt-big-tiny-haus\/","title":{"rendered":"Pilotprojekt &#8218;Big Tiny Haus&#8216;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Berkenthin (pm).<\/strong> \u201eWir zeigen Ihnen was wir k\u00f6nnen, von einer &#8218;anpassbaren&#8216; Planung eines Einfamilienhauses \u00fcber eine Wohnung eines Zweipersonenhaushalts bis hin zu gro\u00dfr\u00e4umigen Einrichtungen der ambulanten Pflege. Immer geht es dabei um die Frage, wie gro\u00df soll mein Haus werden, wie ist es begehbar, welche Materialien verwende ich oder wieviel Licht ben\u00f6tige ich in den einzelnen R\u00e4umen und Zimmern?\u201c Mit diesen Worten empfing Professor Diplom-Ingenieur Stephan Wehrig, Prodekan des Fachbereichs Bauwesen, die B\u00fcrgermeister, Amtsvorsteher und Bauamtsleiter der Stecknitz-Region.<\/p>\n<p>Amtsvorsteherin Iris Runge hatte zu der nicht \u00f6ffentlichen Dienstsitzung der B\u00fcrgermeister eingeladen und informierte im Vorfeld \u00fcber das aktuelle Thema: Neue Wohnformen am Beispiel des \u201eBig Tiny House\u201c-Projekts in Nusse. Vor dem Hintergrund \u2026 \u201edas sich Gemeinden heute verst\u00e4rkt mit Geschosswohnungsbau und insbesondere mit neuen Wohnformen auseinandersetzen m\u00fcssen\u201c, sagte Runge, \u201ewerden die Gemeinden sich im Rahmen von Ausweisung von Wohnbaufl\u00e4chen mit der neuen Thematik befassen m\u00fcssen.\u201c<br \/>\nBereits im Sommer 2018 hatten sich Studierende der Technischen Hochschule L\u00fcbeck in einem Pilotprojekt in der Gemeinde Nusse mit neuen Wohnformen befasst. Die Ergebnisse dieses Projekts wurden den rund 20 anwesenden B\u00fcrgermeister im BauForum der TH L\u00fcbeck an drei beispielhaften Arbeiten vorgestellt, allesamt entstanden im Projekt \u201eBig Tiny House\u201c in Nusse.<\/p>\n<p>Die unterschiedlichen Bautypen und \u2013varianten konnten in drei Darstellungsvariationen begutachtet werden, als zweidimensionale Planzeichnung, als kleine Modelle oder als ganz neue dreidimensionale Technologie mit einer Virtual Reality-Brille mit erleb- und begehbaren virtuellen H\u00e4usern. \u201eEin besonderes Erlebnis, dass ich Ihnen nicht vorenthalten m\u00f6chte\u201c, sagte Amtsleiterin Runge zur Begr\u00fc\u00dfung am Abend der Dienstsitzung im BauForum.<\/p>\n<p>\u201eIn Nusse sind wir am Fachbereich Bauwesen mit dem Thema Virtual Reality gestartet. Mit diesem Instrument k\u00f6nnen Bauherren zuk\u00fcnftig Entscheidungen f\u00e4llen, die nicht mehr nur zustande kommen aufgrund von zwei-oder dreidimensionalen Zeichnungen, kleiner Modelle oder aufgrund von Quadratmetern und anderer Abmessungen auf dem Papier. Die Bauherren und Entscheidern sind mit den herk\u00f6mmlichen Darstellungen in ihrer Vorstellungskraft meistens \u00fcberfordert\u201c, sagte Wehrig zur aktuellen Situation.<\/p>\n<p>In Nusse durften sich die Studierenden pilotm\u00e4\u00dfig mit der Virtual Reality (VR) an einem kleinen Entwicklungsfeld ausprobieren und haben zirka 20 Wohneinheiten durchgestaltet. Sie wollen damit zeigen, was alles mit VR m\u00f6glich ist.\u00a0 Beim Projekt \u201eBig Tiny House\u201c standen die Planungen f\u00fcr altersgerechtes und intelligentes Wohnen im Mittelpunkt, bei denen es galt, die Wohnzyklen von einem Haus f\u00fcr eine mehrk\u00f6pfige Familie bis hin zu einem Zweipersonenhaushalt zu ber\u00fccksichtigen. Denn die Menschen in Nusse, wie \u00fcberall auf der Welt, wollen im Alter keinen Umzug zur institutionellen Pflege. Von der Wiege bis zur Bahre wollen sie gern in ihren H\u00e4usern verbleiben, auch im Alter, wenn Pflege notwendig wird.<br \/>\n\u201eDas alles muss unser Haus k\u00f6nnen, wenn wir \u00fcber neue Wohnformen nachdenken\u201c, sagte Wehrig, \u201eDeshalb sind unsere H\u00e4user nur zwischen 60 und 70 Qudratmeter gro\u00df. Mit der VR-Technologie k\u00f6nnen wir unterschiedliche Zust\u00e4nde simulieren. Dabei k\u00f6nnen Sie schon jetzt sehen, wie gestaltet sich dort die Pflegesituation mit einem extra Pflegezimmer. Sie sehen bspw. welchen Ausblick habe ich vom Bett oder wie ist die r\u00e4umliche Situation \u00fcberhaupt im Zimmer. Da der Radius eines Menschen im Alter immer kleiner wird, sehen Sie auch, wie sich dieses Zimmer gestalten l\u00e4sst, welche Qualit\u00e4t dieser Raum hat und wie sich die Lichtbeschaffenheit gestaltet. Das alles k\u00f6nnen Sie heute verfolgen.\u201c<\/p>\n<p>Als wissenschaftlich gesichert gilt, dass 80 Prozent unserer Entscheidungen auf Emotionen basieren. Zu gro\u00df, zu klein, zu dunkel, zu bunt, leider wird dieses den Bauherren erst dann deutlich, wenn das Haus steht und fertig ist. Dann kommen meistens entt\u00e4uschte \u00c4u\u00dferungen wie, das habe ich mir aber ganz anders vorgestellt. \u201eMit Virtual Reality k\u00f6nnen wir einen Teil der Emotionen und Vorstellungen schon in der Planung ber\u00fccksichtigen. Dazu nehmen wir uns die wesentlichsten Raumparameter vor und verbinden diese mit dem Raumerlebnis, dem Raumerfahren. Und genau das haben wir am Beispiel des Projekts \u201eBig Tiny House\u201c mit den Wohnungen in der Gemeinde Nusse durchgespielt\u201c, so Wehrig.<\/p>\n<p>An drei Projekten und Stationen konnten die Gemeindevorsteher, B\u00fcrgermeister und Bauverwaltungschefs sich \u00fcber den Prozess VR in der Architektur informieren. Die Studierende standen ganz klassisch an ihren Modellen und zus\u00e4tzlich an virtuellen Geb\u00e4uderundg\u00e4ngen und in der Raumgestaltung mittels VR-Brille zur Verf\u00fcgung.<br \/>\n\u201eSie k\u00f6nnen sich durch diese H\u00e4user und Innenbereiche hindurchbewegen und bekommen so eine bessere Entscheidungsgrundlage, wie das sp\u00e4tere Geb\u00e4ude einmal aussehen wird. Sie bewegen sich mit der VR durch die R\u00e4ume, erleben das Haus und bekommen so eine realit\u00e4tsn\u00e4here Vorstellung vom Geb\u00e4ude. Das sind Raumerfahrungen, die f\u00fcr jedermann zug\u00e4nglich gemacht werden k\u00f6nnen und deshalb untersuchen wir das Potential dieser Technologie. VR in der Architektur ist das, was wir Ihnen zeigen wollen. Anhand drei ausgew\u00e4hlter Arbeiten pr\u00e4sentieren wir, wie Digitalisierung wieder n\u00e4her zu den Menschen kommen kann, indem sie Raumerfahrung und \u2013erlebnis bereits im architektonischen Planungsprozess erm\u00f6glicht, also schon von Anfang an alle Akteur*innen einbezieht. Damit k\u00f6nnen wir im Gef\u00fcge von Planung, Bauen, Architekturb\u00fcro und Kunde eine viel h\u00f6here Akzeptanz und Anerkennung\u201c erreichen\u201c, beschrieb Professor Wehrig die Rolle der VR in der Architektur.<\/p>\n<p>Die Teilnehmenden an der Dienstsitzung zeigten sich beeindruckt von den Arbeiten der Studierenden und von den M\u00f6glichkeiten, die die Virtual Reality in der Architektur bietet. Sie diskutierten noch bis in den sp\u00e4ten Abend \u00fcber die Ans\u00e4tze und Ergebnisse des Pilotprojektes Big Tiny House und sprachen von einer Fortsetzung des Dialogs mit dem Fachbereich Bauwesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berkenthin (pm). \u201eWir zeigen Ihnen was wir k\u00f6nnen, von einer &#8218;anpassbaren&#8216; Planung eines Einfamilienhauses \u00fcber eine Wohnung eines Zweipersonenhaushalts bis hin zu gro\u00dfr\u00e4umigen Einrichtungen der ambulanten Pflege. 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