{"id":10827,"date":"2019-01-19T10:42:42","date_gmt":"2019-01-19T09:42:42","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=10827"},"modified":"2019-01-19T10:42:42","modified_gmt":"2019-01-19T09:42:42","slug":"expertentalk-auf-dem-ihk-neujahrsempfang-wir-stehen-an-der-schwelle-einer-zeitenwende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2019\/01\/19\/expertentalk-auf-dem-ihk-neujahrsempfang-wir-stehen-an-der-schwelle-einer-zeitenwende\/","title":{"rendered":"Expertentalk auf dem IHK-Neujahrsempfang: &#8218;Wir stehen an der Schwelle einer Zeitenwende&#8216;"},"content":{"rendered":"<p><strong>L\u00fcbeck (pm).<\/strong> Die Digitalisierung wird Wirtschaft und Gesellschaft so stark ver\u00e4ndern wie die erste industrielle Revolution. \u201eWir stehen an der Schwelle einer Zeitenwende. K\u00fcnstliche Intelligenz wird in unserer Gesellschaft einen tiefgreifenden Wandel ausl\u00f6sen\u201c, sagte Markus Reithwiesner, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Haufe-Group mit Sitz in Freiburg, auf dem Neujahrsempfang der IHK zu L\u00fcbeck. \u201eDaher brauchen wir Rahmenbedingungen, die uns helfen, diese Ver\u00e4nderungen leichter angehen zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Dazu z\u00e4hlen auch Werte und eine Ethik in der Digitalisierung, stellten Reithwiesner sowie Schleswig-Holsteins Ministerpr\u00e4sident Daniel G\u00fcnther und Professor Dr. Henning V\u00f6pel, Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), in einer vom Fernsehjournalisten Christopher Scheffelmeier moderierten Diskussion heraus. Rund 1.350 Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Vertreter aus Politik, Verwaltung, Verb\u00e4nden und \u00f6ffentlichem Leben waren zu der IHK-Veranstaltung in die Musik- und Kongresshalle L\u00fcbeck gekommen.<\/p>\n<p>Auf die Frage des Moderators, ob es eine Kluft zwischen digitaler und analoger Welt gebe, antwortete Reithwiesner, dass ein Auseinanderdriften der Bev\u00f6lkerung eine reale Gefahr darstelle. \u201eDie aktuellen politischen Entwicklungen resultieren konkret aus diesen \u00c4ngsten\u201c, sagte er. Wichtig sei es, bei Ver\u00e4nderungen die Chancen zu erkennen und zu nutzen. Als CEO der Haufe-Group hat er den Wandel des einstigen Traditionsverlags in ein internationales Medien- und Softwareunternehmen mit digitalem Angebot vorangetrieben, das sich erfolgreich im Markt behauptet und kontinuierlich w\u00e4chst. Um die Mitarbeiter bei der Transformation mitzunehmen, bed\u00fcrfe es zwar eines gewissen Ma\u00dfes an Leadership. In einer Welt, die immer schneller wird, w\u00e4ren hierarchische Strukturen allerdings nicht immer hilfreich. Unternehmer sollten heute anders f\u00fchren als vor der Digitalisierung. \u201eWir m\u00fcssen den Mut haben, loszulassen und einen Kontext zu schaffen, in dem sich Mitarbeiter frei bewegen k\u00f6nnen. Bei uns arbeiten mittlerweile hunderte von Mitarbeitern selbstbestimmt und selbstorganisiert.\u201c Daraus seien Projekte entstanden, die Kollegen bis dahin f\u00fcr unm\u00f6glich gehalten hatten. Reithwiesner betonte, der Mittelstand sei f\u00fcr diesen Wandel besonders geeignet, da seine Struktur derartige Ver\u00e4nderungen erleichtere.<\/p>\n<p>Als oberster Digitalisierer des Landes will auch Ministerpr\u00e4sident G\u00fcnther die sich bietenden Chancen nutzen. Das Land unterst\u00fctze die Wirtschaft bei den Ver\u00e4nderungen. \u201eWir m\u00fcssen den Menschen die Sorgen vor der Digitalisierung nehmen.\u201c Anstatt zum Pessimismus beizutragen, wolle er mit Freude Politik vermitteln. \u201eDie Leute wollen Menschen, die Herausforderungen angehen und ein Ziel f\u00fcr ihr Land haben\u201c, betonte der Regierungschef. Zur Bew\u00e4ltigung der Zukunftsaufgaben fehlten dem Land ebenso wie der Wirtschaft bereits Fachkr\u00e4fte. G\u00fcnther: \u201eIm Moment haben wir nicht das Potenzial, diese Pl\u00e4tze zu besetzen. Wenn wir Leute herlocken und die richtigen Priorit\u00e4ten setzen, haben wir eine gute Chance. Wir ben\u00f6tigen Mitarbeiter, die gestalten und Lust haben, B\u00fcrger positiv zu beraten.\u201c Entscheidend sei es, gute Bedingungen f\u00fcr die Menschen zu schaffen. Dazu z\u00e4hlten au\u00dfer attraktiven Jobs auch Themen wie Bezahlung sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. \u201eWir m\u00fcssen den Wettbewerb um die besten K\u00f6pfe gewinnen\u201c, sagte er.<\/p>\n<p>Die Sicherung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit Deutschlands erfordere Investitionen in die digitale \u00d6konomie. Deutschland und Europa m\u00fcssten eine gemeinsame Industriepolitik betreiben, forderte V\u00f6pel: Das Thema K\u00fcnstliche Intelligenz w\u00e4re f\u00fcr engere Kooperationen zwischen Deutschland und Frankreich geeignet, gerade auch mit Norddeutschland als Standort. Der HWWI-Direktor griff den Ansatz des Ministerpr\u00e4sidenten auf, mehr Flexibilit\u00e4t in der Arbeitswelt zu schaffen. \u201eBerufsbilder haben sich im Laufe der Zeit ver\u00e4ndert. Der Strukturwandel ist tief greifend und erfordert es, den Arbeitsmarkt zu flexibilisieren.\u201c Das gelte auch f\u00fcr die Bildung und den Sozialstaat. \u201eWir werden in eine ganz andere Gesellschaft hineingehen. Es ist wichtig, nicht nur \u00fcber Grundeinkommen nachzudenken, sondern auch \u00fcber individuelle Formen der Ausbildung\u201c, sagte V\u00f6pel. Er betonte, dass der Reformbedarf im Kontext der Digitalisierung gro\u00df sei.<\/p>\n<p>Dem Experten war zudem ein weiterer Aspekt wichtig: die digitale M\u00fcndigkeit. \u201eH\u00e4ufig lassen sich Fake und Wahrheit nicht mehr unterscheiden. Es ist aber eine \u00dcberlebensfrage der Demokratie, L\u00fcge und Wahrheit auseinander halten zu k\u00f6nnen\u201c, betonte V\u00f6pel. Die Menschen k\u00f6nnten schon jetzt kaum unterscheiden, ob sie es mit wahren oder falschen Informationen zu tun haben. \u201eDiese Unterscheidung wird die entscheidende Aufgabe im kommenden Jahrhundert sein\u201c, mahnte der HWWI-Chef. Dabei k\u00f6nne die Digitalisierung helfen, sie b\u00f6te eine Chance, Nachhaltigkeit und eine partizipative Gesellschaft zu erm\u00f6glichen. Wenn es gelingt, die ethischen Fragen und die Innovationen in die Gesellschaft zu \u00fcbertragen, ergebe die Digitalisierung Chancen f\u00fcr jeden Einzelnen.<\/p>\n<p>IHK-Pr\u00e4ses Friederike C. K\u00fchn zeigte sich zufrieden: \u201eMit dem Thema \u201aEthik in der Digitalisierung\u2018 geben wir der Wirtschaft wichtige neue Impulse. Im Zeitalter der Digitalisierung stehen nicht nur Prozesse in Produktion und Vertrieb zur Disposition, sondern vor allem auch F\u00fchrungsstrukturen in den Unternehmen.\u201c Markus Reithwiesner h\u00e4tte eindrucksvoll geschildert, welche neue Rolle F\u00fchrung bei den Ver\u00e4nderungsprozessen spielen muss. Von entscheidender Bedeutung seien dabei Werte und eine moderne Unternehmenskultur.<\/p>\n<p>Die IHK hat im vergangenen Jahr ein Dialogforum \u201eEthik in der Digitalisierung\u201c ins Leben gerufen, in dem sich Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kirche und Gewerkschaft mit dem Thema \u201eWerte\u201c befassen. \u201eWir werden diese Arbeit in diesem Jahr fortsetzen, damit wir unserer mittelst\u00e4ndischen Wirtschaft Orientierung bei den Ver\u00e4nderungen geben k\u00f6nnen\u201c, so K\u00fchn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L\u00fcbeck (pm). Die Digitalisierung wird Wirtschaft und Gesellschaft so stark ver\u00e4ndern wie die erste industrielle Revolution. \u201eWir stehen an der Schwelle einer Zeitenwende. K\u00fcnstliche Intelligenz wird in unserer Gesellschaft einen tiefgreifenden Wandel ausl\u00f6sen\u201c, sagte Markus Reithwiesner, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Haufe-Group mit Sitz in Freiburg, auf dem Neujahrsempfang der IHK zu L\u00fcbeck. \u201eDaher brauchen wir Rahmenbedingungen, die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":10828,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jnews-multi-image_gallery":[],"jnews_single_post":[],"jnews_primary_category":[],"jnews_social_meta":[],"jnews_override_counter":[],"jnews_post_split":[],"footnotes":""},"categories":[95,72],"tags":[838],"class_list":["post-10827","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aus-der-region","category-wirtschaft","tag-digitalisierung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10827","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10827"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10827\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10829,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10827\/revisions\/10829"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10828"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10827"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10827"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10827"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}